Gesamtschulleiter Maarten Willenbrink über eine schrittweise Wiederaufnahme des Unterrichts
Jedem Schüler ein Tisch und Stuhl

Saerbeck -

Auf Bundes- und Länderebene wurde gestern über eine schrittweise Wiedereröffnung von Schulen beraten, die seit einem Monat geschlossen sind. An der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule könnte der Unterricht rein theoretisch in kleinen Gruppen schon am Montag wieder beginnen. Pläne hierfür liegen in der Schublade, wie Schulleiter Maarten Willenbrink im Interview erläutert.

Donnerstag, 16.04.2020, 05:54 Uhr aktualisiert: 16.04.2020, 06:00 Uhr
Maximal zehn Schüler pro Klassenraum sollen in der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule demnächst unterrichtet werden. Und auch während der Pausen ist Abstand halten oberstes Gebot.
Maximal zehn Schüler pro Klassenraum sollen in der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule demnächst unterrichtet werden. Und auch während der Pausen ist Abstand halten oberstes Gebot. Foto: Franz Kampschulte

Auf Bundes- und Länderebene wurde gestern über eine schrittweise Wiedereröffnung von Schulen beraten, die wegen der Corona-Krise seit einem Monat geschlossen sind. Wie ist die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule hierauf vorbereitet? Unsere Redakteurin Katja Niemeyer fragte bei Schulleiter Maarten Willenbrink nach.

 

 

Die Schulen sollen nach den Osterferien schrittweise öffnen. Damit könnte womöglich schon in fünf Tagen begonnen werden. Ist die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule vorbereitet?

 

Willenbrink: Ja, wir haben uns in den vergangenen Wochen auf verschiedene Szenarien eingestellt und entsprechende Pläne erarbeitet.

Wie sehen diese aus?

 

Willenbrink: Wir gehen davon aus, dass anfangs nur ein bis zwei Jahrgangsstufen zurückkehren. In einem Klassenraum würden maximal zehn Schüler unterrichtet. Auf dem Stundenplan stehen lediglich Hauptfächer wie Deutsch und Mathe. Jeder Gruppe wird ein Raum fest zugeordnet, jedem Schüler ein Tisch und Stuhl.

Bis gestern stand nicht fest, welche Schüler im ersten Schritt zurückkehren.

 

Willenbrink: Das Kons­trukt ist auf jede Jahrgangsstufe übertragbar. Ich habe es nur exemplarisch für die 10. Jahrgangsstufe und den Abiturjahrgang durchgeplant.

Für die Umsetzung des Plans bedarf es vieler Räume.

 

Willenbrink: Statt vier bis sechs Räume pro Jahrgangsstufe würde ich jetzt zwölf Räume benötigen. Drei Jahrgangsstufen könnte ich so problemlos unterbringen. Sollen mehr Schüler wieder zum Unterricht kommen, müsste die Gruppenstärke entsprechend erhöht werden.

Wie wollen Sie die Hygieneregeln in den Toilettenräumen und in den Pausen durchsetzen?

 

Willenbrink: Jeder Gruppe wird ein eigener Sanitärbereich zugeordnet. Gleiches gilt für die Pausen, in denen sich die Gruppen in separaten Bereichen aufhalten müssen.

Die Hygieneregeln schreiben Papierhandtücher und Desinfektionsmittel vor. Konnten Sie einen entsprechenden Vorrat anlegen?

 

Willenbrink: Ja, zum Glück hatte ich schon vor der Schulschließung die entsprechende Ware angeschafft. Die Lehrkräfte verwenden ja schon etwas länger Papierhandtücher und Desinfektionsmittel.

Die Leopoldina Akademie der Wissenschaften empfahl eine Öffnung für jüngere Schüler, das Robert-Koch-Institut hingegen wollte, dass Ältere den Anfang machen und auf die Schulbank zurückkehren.

 

Willenbrink: Die Signale in den vergangenen Tagen waren in der Tat sehr verworren. Während der Osterferien hatte ich deshalb auch unterschiedliche Pläne gestrickt.

Halten Sie es für realistisch, dass am Montag für einige Schüler wieder die Schule beginnt?

 

Willenbrink: Wir wären darauf vorbereitet. Zu bedenken ist allerdings, dass die Verordnungen noch verschriftlicht und Umsetzungsmodalitäten formuliert werden müssen. Nicht jede Schule dürfte außerdem in der Lage sein, den Betrieb im vollen Umfang wieder aufzunehmen, weil vielleicht viele Lehrer über 60 sind oder unter Vorerkrankungen leiden und somit zur Risikogruppe gehören.

Benötigt werden aber nicht nur Lehrer, sondern auch Busfahrer und Reinigungspersonal.

 

Willenbrink: Ad-hoc lässt sich das natürlich nicht organisieren. Schutzausrüstungen für Gesprächsanlässe in kleineren Settings wie Teamsitzungen oder Besprechungen im Schulleitungsbüro sind vorhanden. Auch die tägliche Reinigung von Tischen und Stühlen sowie stark frequentierten Räumen und Sanitärbereichen ist gewährleistet.

Inwieweit verhindert werden kann, dass sich das Virus in der Schule ausbreitet, hängt darüber hinaus auch vom Verhalten der Schüler ab. Sind Sie zuversichtlich, dass sie sich an die Abstands- und Hygieneregeln halten?

 

Willenbrink: Ich bin schon vor den Osterferien in jede Klasse gegangen, um die Schüler für das Thema zu sensibilisieren. Dabei hatte ich den Eindruck, dass sie die Situation ernst nehmen und die Maßnahmen gewissenhaft umsetzen.

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