Post für das Seniorenzentrum
Menschliche Nähe geschaffen

Saerbeck -

Tolle Aktion für die Bewohner des Seniorenzentrums in Saerbeck. Sie erhielten Post von den Jugendlichen des Mehrgenerationenhauses.

Freitag, 17.04.2020, 16:44 Uhr aktualisiert: 19.04.2020, 14:54 Uhr
Die Bewohner des Seniorenheim freuten sich riesig über die Post.
Die Bewohner des Seniorenheim freuten sich riesig über die Post. Foto: Alfred Riese

Besonders strikt ist der Schutz vor Infektionen für Altenheime wie das Seniorenzentrum am See. Besuchsverbot und Isolation der Bewohner und auch der Pflegekräfte im Dienst haben sich über Ostern allerdings in Saerbeck ein kleines bisschen gelockert. Verantwortlich dafür waren nette Saerbecker Kinder, Jugendliche und Eltern, die zu Stift und Papier griffen. Organisiert von der offenen Jugendarbeit im Mehrgenerationenhaus, schrieben sie aufmunternde Grüße zu Ostern an Bewohner des Seniorenzentrums und warfen die Briefe im Postkasten des MGH ein.

Kerstin Ahlert, Leiterin der offenen Jugendarbeit, kümmerte sich darum, dass die Grüße die Richtigen erreichen. Sie übergab einen Korb mit den 50 Briefen – ganz kontaktlos – an eine Mitarbeiterin des Seniorenzentrums. Dort freuten sich Bewohnerinnen und Bewohner am Ostersonntag über die unverhoffte Post von unbekannt

„Ich kam zur Kaffeezeit in den Wohnbereich“ berichtete Anika Roshop vom Sozialen Dienst des Seniorenzentrums, und sagte: „Wir haben Post.“ Jeder konnte einen Brief oder eine Postkarte aus dem Korb ziehen. Und jeder wollte wissen, woher die Briefe eigentlich kamen. „Von der Kolpingsfamilie“, war Roshops Antwort. „Manche haben ihre Post ganz lange angesehen und dann erst gelesen“, erzählte Anika Roshop. „Sogar Leute da draußen, die wir gar nicht kennen, denken an uns“, fasste die Mitarbeiterin des sozialen Diensts die Stimmung unter den Senioren zusammen. Tränen flossen. „Gut zu wissen, dass wir hinter den geschlossenen Türen nicht allein sind“, hieß es. Und ein vielfaches Dankeschön gab es: „Wir kennen die Absender zwar nicht, aber wir danken ganz doll“, sagte Roshop in Richtung der Briefeschreiber und des MGH.

Die Brief-Aktion der offenen Jugendarbeit im MGH geht weiter. Sie soll helfen, in Zeiten der körperlichen Distanz zum Corona-Schutz menschliche Nähe schaffen soll. Adressaten sind insbesondere ältere Menschen oder Alleinstehende, während zurzeit Besuche von Kindern, Enkeln, Freunden oder Bekannten wegen des Ansteckungsschutzes nicht möglich sind. Der Aufruf aus dem MGH geht weiter an Kinder und Jugendliche, aber auch an Erwachsene: ein Blatt Papier nehmen, ein paar nette Worte schreiben und den Brief vielleicht noch schön gestalten. Die Briefe können in unverschlossenen Umschlägen im Briefkasten des MGH, Emsdettener Straße 1, eingeworfen werden. Die offene Jugendarbeit stellt sie dann an Empfänger, die sich darüber freuen, zu, verspricht Kerstin Ahlert.

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