Altar in der St.-Georg-Pfarrkirche zusammengesetzt
Mit viel Feingefühl und handwerklichem Geschick

Saerbeck -

Mit einer Hand kommt der Steinmetz aus, um die 400 Kilogramm an die richtige Stelle zu bugsieren. Er und zwei Kollegen stehen Ende vergangener Woche auf der Altarinsel in der St.-Georg-Pfarrkirche – über ihnen ein stabiles Krangestell mit dem Flaschenzug, der die Arbeit erleichtert. Die Drei errichten den neuen Altar.

Sonntag, 19.04.2020, 21:00 Uhr aktualisiert: 21.04.2020, 17:22 Uhr
Mit viel Feingefühl und Geschick wurde der neue Altar zusammengesetzt.
Mit viel Feingefühl und Geschick wurde der neue Altar zusammengesetzt. Foto: Alfred Riese

 

Das ist Millimeterarbeit mit Schwergewichten. Je 750 Kilogramm wiegen die vier glatten Quader aus Baumberger Sandstein, darüber liegt die Mensaplatte mit ihren 400 Kilogramm. Zwischen diesen Elementen bilden Einlagen aus marmorähnlichem Rosso-Verona-Kalkstein wie Schattenfugen zu jeder Seite ein T-förmiges Kreuz. Mit Zollstock und Hölzern zum Prüfen, mit Augenmaß, Feingefühl und wohldosierten Handschlägen zum Nachjustieren setzen die drei Handwerker der Billerbecker Firma Dirks binnen eines Vormittags die Elemente zum Altar zusammen. Der Entwurf stammt von Andreas Holtfrerich, der als Architekt auch den Umbau und die Renovierung des Kirchengebäudes leitet. Die Firma Dirks, spezialisiert auf Natursteinprojekte und sakrale Räume und zuletzt unter anderem in St. Pankratius in Emsdetten aktiv, setzt ihn um.

In Sichtweite des neuen Altars streben Umbau und Renovierung des Kirchengebäudes streben dem Abschluss entgegen. Gewölbe und Wände sind gereinigt und teilweise neu gestrichen. Die neuen Strom- und Datenanschlüsse liegen, die Bodenfliesen liegen wieder. Zurzeit läuft das Verlegen des ebenerdigen Holzbodens im Mittelschiff, auf dem die gekürzten und teilweise bequemer umgearbeiteten Bänke zu stehen kommen sollen. Die Kanzel als ein optisch dominanter Punkt wird wieder an ihrer Säule angebracht. Die Beichtstühle warten darauf, erneut ihre Plätze an den Seitenwänden einzunehmen. Die Heizung mit ihren Warmluftschächten ist aufgerüstet, viele Kunstgegenständen sind gereinigt, teils restauriert. Die technische Ausstattung und die Beleuchtung stehen noch aus.

Entlang der Mittelachse des Kirchengebäudes zeichnet sich bereits ab, was unter dem Titel „GeistesGegenwart“ als spirituell-künstlerisches Projekt den Charakter von St. Georg als Wege-Kirche herausstellen und eine besondere Verbindung zu den Mitgliedern der Pfarrgemeinde zeigen soll. Der künstlerische Entwurf dazu stammt von Mario Haunhorst. Am Übergang von Turm zu Mittelgang liegt eine schmale Vertiefung, die später als „leuchtendes Schaufenster“ symbolische Zeugnisse des Glaubens aus der Gemeinde aufnehmen soll, sichtbar unter Glas. Der Taufstein etwas weiter im Inneren soll eine neue Glasschale erhalten. Vor dem Altar werden die Heiligen-Reliquien ebenfalls unter einer Glasabdeckung in den Boden versenkt. Diese Linie führt vom Hauptportal bis zum in den Himmel weisenden Hochaltar.

Die Gottesdienste in der Karwoche und die Auferste-hungsmesse am Morgen des Ostersonntags hätten gemäß dem Bauzeitenplan ohnehin noch nicht in der St.-Georg-Kirche stattgefunden. Aufgrund der Maßnahme gegen die Verbreitung des Corona-Virus gab es sie nun überhaupt nicht als Versammlung von Menschen, wohl aber als Video-Impulse im Internet, zugänglich über die Homepage der St.-Georg-Gemeinde.

Die für den 19. April geplante Wiedereröffnung der Kirche mit der Weihe des neuen Altars ist bereits seit einiger Zeit abgesagt, aktuell noch ohne Ersatztermin.

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