Sport mit Abstand und unter strengen Hygienevorschriften: Die Gemeinde sucht nach Lösungen
Pläne werden abgespeckt

Saerbeck -

Wie soll die Gemeinde die gelockerten Regeln für Sport- und Freizeitaktivitäten des Landes NRW umsetzen? Die Gemeinde sucht nach Lösungen, das erweist sich als knifflige Aufgabe.

Montag, 18.05.2020, 10:19 Uhr
Ein Bild aus früheren Zeiten: Dass der Saerbecker Triathlon Anfang Juli stattfindet, ist unwahrscheinlich. Dennoch hat der Veranstalter ein Konzept erarbeitet, das sicherstellen soll, dass die Abstandsregeln eingehalten werden.
Ein Bild aus früheren Zeiten: Dass der Saerbecker Triathlon Anfang Juli stattfindet, ist unwahrscheinlich. Dennoch hat der Veranstalter ein Konzept erarbeitet, das sicherstellen soll, dass die Abstandsregeln eingehalten werden. Foto: Ulrich Schaper

„Fragen über Fragen“ – Saerbecks Kämmerer Guido Attermeier scheint leicht verzweifelt. Wie soll die Gemeinde die gelockerten Regeln für Sport- und Freizeitaktivitäten des Landes NRW umsetzen?

Sporthallen etwa dürfen bereits seit einer Woche geöffnet sein. Wobei es nicht erlaubt ist, Duschen und Umkleideräume zu benutzen. Die Freizeitsportler des SC Falke müssten also im Trikot zum Training erscheinen. Was ja vielleicht noch machbar ist. „Aber wie oft und in welchem Umfang muss eine Halle gereinigt werden?“, fragt sich Attermeier. „Und wie bitte sollen Mini-Kicker davon abgehalten werden, die Abstandsregeln einzuhalten?“

Das, so veranschaulicht der Kämmerer die Aussichtslosigkeit eines solchen Unternehmens kürzlich während einer Sitzung des Gemeinderats, „wäre, als wenn man versuchen würde, Motten vom Licht abzuhalten“. Auch körperbetonte Sportarten wie Handball erscheinen coronagerecht kaum durchführbar zu sein.

Weil sie die Vorgaben aus Düsseldorf für schwammig halten und eine Wiedereröffnung nicht verantworten können, haben sich die Führung des SC Falke und die Verwaltungsspitze darauf verständigt, dass die Halle des größten Saerbecker Sportvereins zunächst dicht bleibt. Ob und unter welchen Bedingungen sie dennoch bald geöffnet werden kann, darüber wollen die Verantwortlichen am heutigen Montagnachmittag vor Ort sprechen.

Bereits am Morgen desselben Tages steht ein Treffen mit der Kolpingsfamilie im Terminkalender der Verwaltung. Dabei soll es um das Ferienspaßprogramm gehen. In welcher Form die Freizeitangebote stattfinden können, dazu wagt Attermeier keine Prognose. „Wir werden aber so viel möglich anbieten“, sagt er. Sicher sei derzeit nur, dass es eine abgespeckt Version geben wird.

Auch was den Saerbecker Triathlon betrifft, der eigentlich am 5. Juli stattfinden sollte, wollte sich der Kämmerer nicht zu weit aus dem Fenster lehnen. Nach der aktuellen Corona-Schutzverordnung sei ein solcher Wettkampf mit zuletzt mehr als 600 Teilnehmern nicht erlaubt.

Das sieht Ralf Pander von dem Münsteraner Verein „Wasser + Freizeit“, der den Triathlon seit fast 40 Jahren organisiert, genauso. Ganz aufgeben will er die Pläne aber dennoch nicht. Die endgültige Entscheidung, sagt er auf Nachfrage, werde Ende Mai fallen. Noch hofft „Wassser + Sport“ darauf, dass der Startschuss fallen kann. „Wir haben ein Hygiene- und Schutzkonzept erarbeitet“, betont Pander. Das sehe unter anderem weniger Teilnehmer und ein durchgängiges Einhalten der Abstandsregeln vom Parkplatz bis zum Zieleinlauf vor.

Etwas mehr Klarheit gibt es für das Saerbecker Jugendzentrum. Am 1. Juli soll es wieder öffnen. Stand jetzt. Wenn die Anzahl der Infizierten bis dahin wieder steigt, dürfte auch diese Wiederöffnung auf dem Prüfstand stehen.

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