Maximilian-Kolbe-Gesamtschule profitiert von Förderprogrammen
120 iPads und bessere Infrastruktur: Unterricht soll digitaler werden

Saerbeck -

Sofortausstattungsprogramm, Digitalpakt – damit virtuelles Lernen an der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule künftig noch besser klappt, wird mit Hilfe von Förderprogrammen viel Geld investiert. Kurzfristig hat die Gemeinde als Schulträger jetzt 120 iPads bestellt. Ob die Geräte pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres eintreffen, ist fraglich. Offensichtlich gibt es Lieferengpässe.

Mittwoch, 15.07.2020, 07:26 Uhr aktualisiert: 15.07.2020, 07:30 Uhr
An der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule sollen Jugendliche in Zukunft immer häufiger mit Hilfe von iPads lernen. 120 solcher Geräte sind bestellt.
An der Maximilian-Kolbe-Gesamtschule sollen Jugendliche in Zukunft immer häufiger mit Hilfe von iPads lernen. 120 solcher Geräte sind bestellt. Foto: Alfred Riese

Die Maximilian-Kolbe-Gesamtschule (MKG) stellt sich darauf ein, dass sie wegen der Corona-Pandemie auch nach den Sommerferien nicht vollständig zu einem normalen Schulbetrieb zurückkehrt. Schulleiter Maarten Willenbrink geht etwa davon aus, dass jeder zehnte Lehrer von zu Hause unterrichten wird. Die in Folge von Covid-19 aufgestellten Konzepte für digitales Lernen verschwinden folglich nicht in der Schublade, sondern sollen im Gegenteil weiterentwickelt werden. Willenbrink kündigt eine „verbindliche Form des Online-Unterrichts“ an.

Für virtuelles Lernen sind Schüler indes auf Geräte und eine funktionierende Infrastruktur angewiesen. Für beides wird kurzfristig viel Geld in die Hand genommen. Weil in der Gesamtschule akut 120 Tablets fehlen, hatte Kämmerer Guido Attermeier in der jüngsten Ratssitzung vorgeschlagen, für die Anschaffung aus der Haushaltskasse außerplanmäßig rund 40. 000 Euro zur Verfügung zu stellen.

Das Geld wird nun aber nicht mehr benötigt. Wie Attermeier auf Nachfrage erläutert, können die dringend benötigten iPads mit dem Fördergeld aus einem neuen Sofortausstattungsprogramm des Bundes bezahlt werden. Dieses war in der Coronakrise eilends aufgelegt worden und ergänzt den sogenannten Digitalpakt Schule, der im Mai 2019 in Kraft getreten war.

Wände aufstemmen, Leitungen verlegen

Die Ausgabe für Endgeräte hat die Gemeinde als Schulträger also gespart. An anderer Stelle muss sie für einen besseren Digitalunterricht aber mehr Geld ausgeben als ursprünglich kalkuliert. Wie der Kämmerer berichtet, liegt seit Kurzem die Kostenschätzung eines Fachbüros für die geplante Glasfaser-Verkabelung in dem Gebäude der MKG vor. Und die ist höher ausgefallen als anfangs angenommen.

Die Glasfaser-Verkabelung ist der erste Schritt eines groß angelegten Digitalisierungsprogramms der Schule, das mit Mitteln aus dem Digitalpakt Schule finanziert werden soll. Insgesamt 400. 000 Euro, so der bisherige Plan, sollen hierfür in die Hand genommen werden. 362. 000 Euro fließen aus dem milliardenschweren Förderprogramm nach Saerbeck, das seinerseits rund 40. 000 Euro beisteuern muss. Dieser Gemeindeanteil dürfte nun aber weitaus höher ausfallen.

Zur Höhe der Mehrkosten möchte Attermeier zum jetzigen Zeitpunkt keine Angaben machen. Er verweist auf die kommende Ratssitzung am 30. Juli, in der zunächst die Kommunalpolitiker über die überplanmäßige Summe informiert werden sollen.

Als Grund für den Preisanstieg nannte der Kämmerer einen „großen Anteil an Handwerksarbeit“. Wände aufstemmen, Leitungen verlegen – das schlägt zu Buche. Die Mittel aus dem Digitalpakt sollen zudem nicht allein für die Verkabelung ausgegeben werden. In einem weiteren Schritt ist die Anschaffung von 40 Apple-TVs geplant, mit denen jeder Klassenraum ausgestattet werden soll. Dann, konstatiert Attermeier, „ist auch kein Geld mehr übrig“.

Breitbandkabel im Schulgebäude

Aber auch wenn der Rat grünes Licht gibt für die überplanmäßigen Ausgaben – bis die Breitbandkabel im Schulgebäude verlegt werden, dürfte noch einige Zeit vergehen. Zunächst einmal muss der Förderantrag geschrieben und auf den Weg gebracht werden. Das soll im Herbst erledigt werden. Im Anschluss müssen die Arbeiten ausgeschrieben und Handwerker beauftragt werden.

Und auch die Lieferung der dringend benötigten 120 iPads könnte auf sich warten lassen. Laut Attermeier wurden diese zwar bereits am 1. Juli über den Zweckverband Kommunale ADV-Anwendergemeinschaft West (KAAW), der Kommunen in der Region in unterschiedlichen Bereichen der Digitalisierung unterstützt, bestellt. In die erste Sammelbestellung rutschte die Order aus Saerbeck aber dennoch nicht mehr hinein. Der Kämmerer hofft nichtsdestotrotz, dass die Geräte pünktlich zum Beginn des neuen Schuljahres eintreffen, will sich aber nicht festlegen. „Es könnte knapp werden“, sagt er.

Die St.-Georg-Grundschule geht übrigens nicht leer aus bei der Ausstattung mit iPads. Sie erhält 13 Geräte – finanziert aus einer Spende in Höhe von 4000 Euro.

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