Verwaltung schlägt Verdoppelung der Pauschalzuschüsse für Vereine vor
Gemeindlicher Rettungsschirm

Saerbeck -

Eine kleine Finanzspritze für Saerbecker Vereine schlägt die Gemeindeverwaltung vor.

Montag, 27.07.2020, 11:00 Uhr aktualisiert: 27.07.2020, 14:20 Uhr
Finanzieller Nachschlag: Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, die Pauschalzuschüsse für Vereine zu verdoppeln. Hierüber muss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag abstimmen.
Finanzieller Nachschlag: Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, die Pauschalzuschüsse für Vereine zu verdoppeln. Hierüber muss der Gemeinderat in seiner Sitzung am Donnerstag abstimmen. Foto: dpa

Es ist nicht die Welt – und höchst wahrscheinlich ist es auch nur symbolisch gemeint: Die Gemeindeverwaltung schlägt vor, einmalig die Pauschalzuschüsse für Saerbecker Vereine in der aktuellen Corona-Pandemie zu verdoppeln.

In jedem Fall dürften sich Vereinsvorstände wie Mitglieder über die kleine Finanzspritze freuen. Zuvor muss aber noch der Rat grünes Licht geben für die zusätzlichen Ausgaben. In seiner Sitzung am kommenden Donnerstag, 30. Juli, steht der Vorschlag auf der Tagesordnung.

Die Summe, die zusätzlich aus der Gemeindekasse fließen müsste, ist überschaubar. Statt rund 15 000 würden etwas mehr als 30 000 Euro auf die 30 Saerbecker Sport- und Kulturvereine verteilt. Die jeweiligen Beträge reichen von plus 200 Euro etwa für den Kolping-Gospelchor „feel go(o)d“ und den Förderverein St.-Marien-Kindergarten bis zu 3082 Euro für den SC Falke.

Als Grund für den Nachschlag nennt die Verwaltung finanzielle Einbußen, die die Vereine in der aktuellen Krise erleiden würden. Um diese abzufedern, heißt es in der Ratsvorlage, solle einmalig ein gemeindlicher Rettungsschirm aufgespannt werden. Die entgangenen Einnahmen resultieren unter anderem daraus, dass Veranstaltungen wie Schützenfeste, Reitturniere und Sportfeste coronabedingt ausfielen.

In der Vorlage für die Ratssitzung hebt die Verwaltung des Weiteren die Bedeutung der Vereine für das gemeindliche Leben hervor.

Alfred Wennemann, Vorstandsmitglied des 1350 Mitglieder zählenden SC Falke, würde sich, wie er auf Nachfrage erklärt, über die Verdoppelung des Pauschalzuschusses freuen, der sich nach der jeweiligen Anzahl der Mitglieder bemisst. „Für die ein oder andere Investition etwa in neue Sportgeräte oder die Flutlichtanlage können wir das Geld gut gebrauchen“, betont Wennemann, der die finanziellen Auswirkungen des Lockdowns zugleich aber auch relativiert. „Existenzbedrohend“, sagt er, seien die Verluste bislang nicht. Kritisch würde es vor allem dann, wenn die Werbepartner des größten Saerbecker Vereins abspringen würden.

Inwieweit die Coronakrise zu einer echten finanziellen Krise für die Klimakommune werden kann, ist bislang noch nicht absehbar. Kämmerer Guido Attermeier hatte Anfang Mai während einer Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses die Befürchtung geäußert, dass erhebliche Teile der Steuereinnahmen wegbrechen könnten. Zahlreiche Betriebe und Geschäfte leisteten bereits zu dem Zeitpunkt, wenn überhaupt nur noch geringe Steuervorauszahlungen – mit entsprechenden Auswirkungen auf die Liquidität der Gemeinde. Von dem Korsett einer Haushaltssicherung ist sie dank einer guten Wirtschaftslage in den vergangenen Jahren noch weit entfernt. „Unsere Ausgleichsrücklage ist gut gefüllt“, hatte Attermeier zu Protokoll gegeben.

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