Alternativ-Standort für Reitverein: Verwaltung präsentiert neue Fläche nach Südhoek-Aus
Eigentümer verhandlungsbereit

Saerbeck -

Nach dem Aus für ein Grundstück im Südhoek hat die Verwaltung jetzt eine neue Fläche als Ausweich-Standort für den Reitverein St. Georg präsentiert. Das 5,5 Hektar große Grundstück liegt westlich der Riesenbecker Straße. Der Rat votierte einstimmig dafür, mit der Bauleitplanung für die geplante Reitsportanlage zu beginnen, die an der Stelle entstehen soll.

Samstag, 01.08.2020, 05:15 Uhr aktualisiert: 04.08.2020, 16:32 Uhr
Haben vor Beginn der der Ratssitzung am Donnerstag auf ihre Existenzsorgen aufmerksam gemacht: Die Vorstandsmitglieder des Reitvereins St. Georg Birgit Schuh, Inge Hövel, Jörg Willermann, Olaf Liebrecht Rainer Nottmeier und Christina Nordhues
Haben vor Beginn der der Ratssitzung am Donnerstag auf ihre Existenzsorgen aufmerksam gemacht: Die Vorstandsmitglieder des Reitvereins St. Georg Birgit Schuh, Inge Hövel, Jörg Willermann, Olaf Liebrecht Rainer Nottmeier und Christina Nordhues Foto: Katja Niemeyer

Ein kurzer Wortwechsel zwischen Bürgermeister Wilfried Roos und UWG-Fraktionschefin Mechthild Lüggert, bei dem beide deutliche Worte fanden – und das Kapitel Südhoek ist endgültig geschlossen. In der Ratssitzung am Donnerstag hatte Lüggert die Verwaltung aufgefordert, in Zukunft rechtzeitig und hinreichend zu prüfen, ob ein Grundstück überhaupt geeignet ist für den Bau einer Reitanlage. Wodurch sich der Ton in der Debatte für einen Moment verschärfte: „Das ist jetzt unfair, Frau Lüggert“, sagte Roos, um sogleich mit der Tagesordnung fortzufahren.

Den Ratsherren hatte er zuvor ein neues Ausweichgrundstück für den Reitverein St. Georg vorgestellt, der bekanntlich auf dem Ottmann-Gelände keine Zukunft hat, weil dort ein Neubaugebiet entstehen soll. Der erste Vorschlag der Verwaltung, den Verein in den Südhoek umzusiedeln, war, wie berichtet, gescheitert.

Eigentlich hätte die Bauleitplanung hierfür in dieser Sitzung auf den Weg gebracht sollen. Kurzfristig zog die Verwaltung den Vorschlag aber zurück. „Große Teile der Fläche lassen sich nicht ausreichend verdichten“, erläuterte Roos den Grund für den Rückzug. Das, versicherte er, sei für die Verwaltung nicht absehbar gewesen. Und: „Das war eine große negative Überraschung.“

Weil die Verwaltung aber bereits im Vorfeld insgesamt drei Alternativ-Standorte für den Reitverein auf der Liste hatte, konnte rasch für Ersatz gesorgt werden. In die nähere Auswahl ist nun ein aus zwei Teilflächen bestehendes, rund 5,5 Hektar großes Grundstück westlich der Riesenbecker Straße gekommen. Beide Eigentümer seien verhandlungsbereit, betonte der Bürgermeister. Einstimmig ermächtigte der Rat die Verwaltung, die Bauleitplanung für die Errichtung einer neuen Reitsportanlage einzuleiten. Ein Bodengutachten soll nun schnellstmöglich erstellt werden.

„Schade, dass der Südhoek nicht geklappt hat, aber gut, dass wir eine Alternative habe“, bilanzierte CDU-Ratsherr Florian Bücker. Lüggert wollte wissen, warum das Grundstück einige Hektar größer ist, als das im Südhoek. Roos erläuterte, dass der Verein damit die Möglichkeit habe, sich räumlich zu entwickeln. „Wir wollen diesen ersten Schritt mitgehen“, zeigte sich die UWG-Fraktionschefin zufrieden mit der Lösung. Ohnehin könne sie sich eine ländliche Gemeinde wie Saerbeck ohne Reitverein nicht vorstellen.

Das sehen die Hobbyreiter naturgemäß genauso. Um auf ihre Situation aufmerksam zu machen, hatte sich der Vorstand des Vereins am Donnerstag vor Beginn der Ratssitzung neben der Bürgerscheune postiert. Direkt vor dem Stein mit der Plakette „Pferdefreundliche Gemeinde“, der dort seit 1998 liegt. Die Delegation hält ein Plakat in die Höhe, auf dem sie die Ratsherren direkt anspricht: „Unsere zukünftige Existenz liegt in Ihrer Hand“, steht darauf in großen Buchstaben geschrieben.

Tatsächlich drängt die Zeit für den 310 Mitglieder zählenden Verein: „Damit wir rechtzeitig Fördermittel beantragen können, müssen wir im Besitz eines Grundstücks sein oder einen langfristigen Pachtvertrag vorlegen“, erläutert Vorstandsmitglied Birgit Schuh. Im Fall des Förderprogramms „Moderne Sportstätten“ sei mit dem Landessportbund eine Fristverlängerung bis Ende Januar 2021 vereinbart worden. Darüber hinaus rechnet sich der Verein Chancen für eine Förderung aus einem Programm zur Förderung der Strukturentwicklung des ländlichen Raums aus.

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/7516361?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686837%2F
Nachrichten-Ticker