Über die Botschaften der Kandidaten
Bürgermeister für alle

Saerbeck -

Beim Aufhängen der Wahlplakate hatten Parteien und Bürgermeisterkandidaten weitgehend frei Hand.

Mittwoch, 02.09.2020, 10:00 Uhr aktualisiert: 08.09.2020, 10:33 Uhr
Verzichtet auf seinen Wahlplakaten auf die Nennung seiner Partei: CDU-Bürgermeisterkandidat Florian Bücker.
Verzichtet auf seinen Wahlplakaten auf die Nennung seiner Partei: CDU-Bürgermeisterkandidat Florian Bücker.

Dass am 13. September Kommunalwahlen sind, ist an den Straßen, die sich durch Saerbeck schlängeln, kaum zu übersehen. An Laternenmasten, Bäumen und an den Ortseingängen prangen unzählige, teils großflächige Wahlplakate. Beim Aufhängen der selbigen hatten Parteien und Bürgermeisterkandidaten weitgehend freie Hand. Eine quantitative Begrenzung wurde nicht formuliert. Das habe man nicht für erforderlich gehalten – und lag mit dieser Einschätzung offenbar richtig.

Ordnungsamtsleiter Jürgen Hölscher erklärte auf Nachfrage, dass die Wahlwerbung keinesfalls ausgeufert sei.

Die Wahlplakate verkünden – was auch sonst? – politische Botschaften und zeigen Gesichter. Dr. Tobias Lehberg, der als parteiloser Kandidat antritt, stellt sich – die Jacke lässig über die Schulter gehängt und mit offenem Blick in die Kamera – auf einigen seiner Plakate als „Ihr neuer Bürgermeister“ vor.

Die Botschaft, die er rüberbringen will, lautet „Für Saerbeck. Mit Herz und Verstand.“. Sie steht auf Plakaten, auf denen Lehberg zu sehen ist, wie er offensichtlich im Gespräch ist mit einer Mutter, die einen kleinen Jungen auf dem Arm hat. Der 44-Jährige, der zurzeit in Dinslaken am Niederrhein wohnt, hat zwei kleine Töchter und sagt über sich, dass er seine freie Zeit am liebsten mit seiner Familie verbringt.

Auch Florian Bücker wirbt auf seinen Plakaten mit „Ihr Bürgermeister für Saerbeck“. Dabei blickt der gebürtige Saerbecker lächelnd in die Kamera, im Hintergrund sind verschwommen Bäume zu sehen. Dass er der Kandidat der Saerbecker CDU ist, ist dabei nicht ersichtlich. Ob er den Hinweis vergessen habe? Nein, erklärt Bücker, das sei schon eine bewusste Entscheidung gewesen, den Namen seiner Partei auf den Plakaten wegzulassen. Denn er wolle Bürgermeister für alle Saerbecker sein. Das Amt, findet er, übe man schließlich nicht für eine Partei aus.

Übrigens: Wilfried Roos, seit 26 Jahren Bürgermeister von Saerbeck, habe fast gänzlich auf Wahlwerbung verzichtet, bemerkt Ordnungsamtsleiter Hölscher.

Bis 18 Uhr haben am Sonntag, 13. September, die Wahllokale geöffnet. Rund 5500 Saerbecker sind zum Urnengang eingeladen. Bei der Kommunalwahl 2014 hatte die Wahlbeteiligung in einigen Wahlbezirken bei mehr als 70 Prozent gelegen.

Hölscher geht davon aus, dass angesichts der Corona-Pandemie weitaus mehr Stimmen per Brief abgegeben werden als bei vergangenen Wahlen. Mehr als 500 Anträge auf Briefwahl seien schon jetzt im Rathaus eingegangenen.

Der Ordnungsamtsleiter rechnet damit, dass bis zum 11. September – so lange können Wahlscheine noch bei der Verwaltung beantragt werden – wohl 1500 Saerbecker ihre Stimme im Vorfeld schriftlich abgeben.

Bei vergangenen Wahlen waren es zwischen 800 und 1000 gewesen. „Der Trend geht zur Briefwahl“, so Hölscher.

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