Kommunalwahl: Bürgermeister Roos ruft zum Urnengang auf / So viele Briefwähler wie nie
Richtungsweisende Entscheidung

Saerbeck -

Gewählt werden ein neuer Gemeinderat und ein neuer Bürgermeister.

Freitag, 11.09.2020, 11:00 Uhr
Wer übernimmt im Rathaus den Posten von Bürgermeister Wilfried Roos? Am Sonntag sind die Saerbecker zum Urnengang aufgerufen.
Wer übernimmt im Rathaus den Posten von Bürgermeister Wilfried Roos? Am Sonntag sind die Saerbecker zum Urnengang aufgerufen.

Rund 5500 Saerbecker sind bei den Kommunalwahlen am Sonntag aufgefordert, ihre Stimme abzugeben. Gewählt werden ein neuer Gemeinderat – und ein neuer Bürgermeister. Amtsinhaber Wilfried Roos tritt bekanntlich nicht mehr an. Bei den vergangenen vier Kommunalwahlen votierten teilweise mehr als 80 Prozent der Bürger für ihn, zuletzt wurde er im Jahr 2015 mit 86,5 Prozent im Amt bestätigt. Ein Rekordergebnis.

Bis auf eine Ausnahme war der 68-Jährige regelmäßig der einzige Bewerber. Nur 1999 hatte der parteilose Roos zwei Gegenkandidaten: Alfons Bücker, schon damals Vorsitzender der Kolpingsfamilie, und Dr. Manfred Semrau (Grüne). In dem Jahr war das Amt des hauptamtlichen Bürgermeisters neu eingeführt worden. Roos bewarb sich aus seinem Posten als Gemeindedirektor heraus.

Erstmals seit mehr als 20 Jahren müssen sich die Saerbecker nunmehr zwischen mehreren Kandidaten entscheiden. Sie können ihr Kreuz bei Florian Bücker machen, den die CDU ins Rennen schickt. Oder bei dem parteilosen Bewerber Dr. Tobias Lehberg, der unterstützt wird von SPD, UWG und den Grünen.

„Eine richtungsweisende Entscheidung“, ruft Roos zum Urnengang auf. „Bei mir hatten die Wähler ja nur die Wahl zwischen ja oder nein. Jetzt haben sie eine echte Wahl“, ergänzt er augenzwinkernd.

In zwei Tagen bestimmen die Saerbecker zum einen darüber, wer künftig Chef der Verwaltung ist, zum anderen aber auch über die Zusammensetzung des Gemeinderates. Traditionell kommt dabei die CDU auf weit mehr als 40 Prozent der Stimmen. Bei der Kommunalwahl vor sechs Jahren waren es 46,8 Prozent. 2009 waren es 0,2 Prozentpunkte weniger gewesen. Mit zehn Sitzen im Rat fehlt den Christdemokraten aktuell ein Mandat zur absoluten Mehrheit. Die SPD kam 2014 auf 19,3 Prozent (vier Sitze) der Stimmen, die UWG auf 18,6 Prozent (vier Sitze) und die Grünen auf 12 Prozent (zwei Sitze).

Die Bürgermeister- und die Gemeinderatswahl lagen zuletzt zeitlich auseinander. Das lag daran, dass die Amtszeit des Verwaltungschefs 2007 mit dem Gesetz zur Stärkung der kommunalen Selbstverwaltung um ein Jahr verlängert worden war, um die Wahl der Bürgermeister von der Wahl der Räte zu entkoppeln. Mit der nun anstehenden Wahl finden diese erstmals wieder gemeinsam statt.

Besonders ist die Wahl aber nicht nur, weil erstmals seit Langem zwei Bewerber um den Chefposten im Rathaus ringen. Wegen der Corona-Pandemie traf das Wahlamt auch strenge Vorkehrungen. Um die Ansteckungsgefahr so gering wie möglich zu halten, soll konsequent darauf geachtet werden, dass die derzeit üblichen Hygieneregeln – Abstand sowie Mund- und Nasenschutz – eingehalten werden. Wohl schon aus eigener Vorsicht haben außerdem so viele Saerbecker wie noch nie eine Briefwahl beantragt. Nach Angaben von Simone Winninghoff vom Wahlamt der Gemeindeverwaltung wurden die entsprechenden Unterlagen 1518-mal beantragt. Zum Vergleich: Bei der letzten Wahl waren es mit 721 weniger als die Hälfte gewesen.

Noch bis 16 Uhr kann der Brief-Wahlschein am Sonntag in dem Briefkasten des Rathauses eingeworfen werden. Wer seine Stimme persönlich abgeben will, dem rät Winninghoff, einen eigenen Kugelschreiber mitzubringen. Zur Not liegen in den Wahlbüros aber desinfizierte Exemplare bereit.

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