Parteiloser Kandidat wird Bürgermeister
Lehberg holt 72,6 Prozent

Saerbeck -

Damit hatte Dr. Tobias Lehberg selbst wohl am allerwenigsten gerechnet: Der parteilose Kandidat für das Amt des Saerbecker Bürgermeisters holt 72,6 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent, der CDU-Kandidat Florian Bücker, kam nur 27, 4 Prozent der Stimmen.

Sonntag, 13.09.2020, 23:12 Uhr aktualisiert: 18.09.2020, 15:40 Uhr
Dr. Tobias Lehberg freut sich als Erstes zusammen mit seiner Frau Dr. Michaela Bank über die gewonnene Bürgermeisterwahl.
Dr. Tobias Lehberg freut sich als Erstes zusammen mit seiner Frau Dr. Michaela Bank über die gewonnene Bürgermeisterwahl. Foto: Katja Niemeyer

Paukenschlag in Saerbeck: Mit deutlichem Vorsprung gewinnt Dr. Tobias Lehberg die Bürgermeisterwahl. Der parteilose Kandidat, der von SPD, UWG und Grünen unterstützt wird, holt 72,58 Prozent der Stimmen. Sein Kontrahent Florian Bücker (CDU) kommt auf 27,42 Prozent.

Ein spannendes Rennen zwischen dem 44-jährigen Lehberg, der derzeit noch in Dinslaken wohnt, und dem gebürtigen Saerbecker Bücker hatte sich abgezeichnet. Viele rechneten mit einem sehr knappen Ergebnis. Am Ende gelang des der CDU als stärkste Kraft im Rat aber nicht, ihren Kandidaten durchzubringen.

Nachdem Bürgermeister Wilfried Roos, der nach 27 Jahren im Amt nicht mehr antrat, den Wahlgewinner Lehberg am Sonntagabend in der Bürgerscheune unter großem Applaus gratuliert hatte, zeigte sich dieser äußerst überrascht. „Ich bin überwältigt“, sagte Lehberg. Überwältigt davon, wie eindeutig der Wählerauftrag ausgefallen ist. Damit habe er nicht gerechnet.

Lehberg bedankte sich bei seinen Wählern. Zugleich kündigte er an, Bürgermeister für alle Saerbecker werden zu wollen. Auch für jene, „die mir nicht das Vertrauen ausgesprochen hatten“.

Der künftige Bürgermeister von Saerbeck bedankte sich aber auch bei seiner Frau Dr. Michaela Bank, die ihm in seinem Wahlkampf unterstützt habe. Ohne sie hätte er nicht geschafft. „Sie haben eine starke Frau an Ihrer Seite – wie ich“, sagte Roos.

An SPD, UWG und Grünen richtete sich der parteilose mit den Worten: „Danke, dass ihr mich unterstützt habt, obwohl ich nicht euer Parteibuch habe.“

In Richtung Bücker ergänzte Roos: „Meine Hochachtung. Und mein Respekt.“ Er selbst, fügte der Noch-Bürgermeister hinzu, habe während seiner Amtszeit keinen Wahlkampf führen müssen. „Ich weiß nicht, ob ich das hätte leisten können.“

Bücker zeigte sich angesichts des für ihn niederschmetternden Wahlergebnisses gefasst. „Ich habe gedacht, dass es knapp wird, aber nicht, dass das Ergebnis derart deutlich ausfallen würde.“ Bücker bezeichnete den Wahlkampf als „fair“.

Die Wahlbeteiligung betrug 69,3 Prozent und lag damit rund sechs Prozentpunkte über Quote bei der Kommunalwahl 2014.

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