Reaktionen auf Enapter-Ansiedlung: IHK sieht gute Chancen für Fachkräfte-Gewinnung
„Initialzündung für die Region“

Saerbeck -

300 Arbeitsplätze will das Unternehmen schaffen und die ersten Fachkräfte rufen schon im Saerbecker Rathaus an.

Donnerstag, 15.10.2020, 10:30 Uhr

Die Ankündigung der Enapter AG, in Saer­beck einen Wasserstoff-Campus aufzubauen (wir berichteten), zieht Kreise. Regierungspräsidentin Dorothee Feller hebt die Bedeutung der geplanten Ansiedlung hervor. Für Dr. Fritz Jaeckel, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer Nord Westfalen (IHK), ist sie die „Initialzündung, die Region stärker auf Zukunftstechnologien auszurichten“.

Im Saerbecker Rathaus rufen derweil Fachkräfte an, die an einer Stelle bei Enapter interessiert sind, wie Bürgermeister Wilfried Roos auf Nachfrage bestätigt. „Wir leiten die Anfragen dann ungefiltert an das Unternehmen weiter“, ergänzt er.

300 Arbeitsplätze will das Unternehmen, das beabsichtigt, am Standort Saerbeck jährlich 100 000 Elektrolyseure herzustellen, schaffen. Nach Einschätzung von Jaeckel­ sind die Chancen, Nachwuchsfachkräfte für Produktionsprozesse zu finden, die das Medium Wasserstoff einbinden, gut. „Junge Menschen interessieren sich zunehmend dafür, wie ökologisch nachhaltig ihr zukünftiger Ausbildungsbetrieb ausgerichtet ist und welchen Beitrag er zur Lösung unserer gesellschaftlichen Probleme leistet“, wird der IHK-Chef in einer Pressemitteilung zitiert.

Jaeckel kündigt außerdem an, dass die IHK eine betriebliche Ausbildung durch Zusatzqualifikationen, die chemische, aber auch elektrotechnische Spezialfertigkeiten umfassen, unterstützt, um die spezifischen Anforderungen des Betriebs an Fachkräfte „bestmöglich zu erfüllen“. Das Konzept dafür habe eine bundesweite Jury dem Bundesministerium für Bildung und Forschung zur Förderung vorgeschlagen.

Laut Reiner Zwilling, Vorsitzender der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Rheine, zeichnet sich das Münsterland mit seinen angrenzenden Regionen durch ein „außerordentlich hohes Bildungs- und Qualifikationsniveau“ aus.

„Das ist eine tolle strukturpolitische Entscheidung für die Region und das Ergebnis des guten Zusammenwirkens aller beteiligten Akteure vor Ort und im Land“, so Regierungspräsidentin Feller. Nach ihren Worten zeigt die Entscheidung des Unternehmens einmal mehr, dass sich lokales Engagement und eine konsequente Ausrichtung wie die der Klimakommune Saerbeck auszahlten. Ebenso wichtig sei die regionale Vernetzung entscheidender Akteure aus Wirtschaft, Politik und nicht zuletzt der Wissenschaft und den Hochschulen, insbesondere der Fachhochschule Münster, um herausragende Wasserstoff-Projekte tatsächlich zu realisieren. „Hier werden wir auch in Zukunft die gemeinsamen und gebündelten Stärken des Münsterlandes und der Emscher-Lippe-Region nutzen können“, so Feller.

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