Online-Musikfestival: Shelter Of Dreams Winter Edition in Hövels Festhalle
Von House bis Techno

Saerbeck -

Der Saerbecker Tobias Sundermann und andere DJs laden am kommenden Freitag und Samstag zu einer Shelter Of Dreams Winter Edition ein. Das Online-Musik-Festival soll das Discofeeling in kleinem Rahmen zurückbringen.

Montag, 09.11.2020, 11:00 Uhr
Bei der Shelter Of Dreams Sommer Edition hatten die DJs rund 400 Klicks verbucht.
Bei der Shelter Of Dreams Sommer Edition hatten die DJs rund 400 Klicks verbucht. Foto: privat

„Auf Festivals gehen bedeutet mir schon sehr viel“, gibt Tobias Sundermann zu. Er führt aus: „Fünf Tage nahezu abschalten, zu 100 Prozent herunterfahren, stundenlang nicht an sein Handy gehen zu müssen und einfach nur eine gute Zeit mit Freunden haben.“ Was für ihn ein Festival ausmacht, darauf musste er in diesem Jahr verzichten. Festivals? In Corona-Zeiten unmöglich. Aber nicht mit ihm und seinen Kollegen: Die Shelter Of Dreams Winter Edition soll das Feeling, das viele vermissen, in kleinem Rahmen zurückbringen – dieses Mal alles online.

Tobias Sundermann kommt aus Saerbeck, gemeinsam mit Lukas Hertz und Louis Unnewehr hat er die Aktion ins Leben gerufen. Jeder von ihnen hat schon privat aufgelegt und Veranstaltungen geplant, seit Sommer 2019 planen sie Privatpartys unter dem Namen Shelter Of Dreams. Und im Juli dieses Jahres haben sie sich als sogenannte Gesellschaft bürgerlichen Rechts auch auf offiziell gegründet.

Mit ersten Erfolgen: „Wir haben uns schon ein bisschen herumgesprochen und gutes Feedback für unser erstes Online-Festival bekommen.“ Das fand im Sommer über zwei Abende statt, etwa 400 Klicks konnten die drei DJs pro Abend verbuchen. Dabei waren insgesamt zehn Kollegen aus dem Münsterland. Der Stamm bleibt nun, für das nächste Highlight haben sie aufgestockt: 14 DJs gehen – wenn alles glatt läuft – am kommenden Freitag und Samstag, 13. und 14. November, jeweils von 18 bis 2 Uhr an den Start.

Und das sieht so aus: Eine Bühne wird in Hövel`s Festhalle aufgebaut – nach einem Hygienekonzept, das sich an die neuen, verschärften Corona-Maßnahmen hält. Im Klartext bedeutet das: „Jeder DJ muss alleine auf die Bühne, bekommt ungefähr ein Zeitfenster von einer bis eineinhalb Stunden. Nach jedem Auftritt werden das Pult und die Bühne desinfiziert“, sagt Sundermann im Gespräch mit unserer Zeitung.

Alkoholische Getränke anbieten, kleinere Gästerunden einladen – das fällt alles aus, an dem fünfseitigen Hygienekonzept müssen sich die Drei halten, wenn es losgeht. Lukas Hertz sagt: „Wir arbeiten mit RM Veranstaltungstechnik aus Rheine zusammen. Das ist sehr professionell. Das ist eine große Hilfe.“

Jeden Abend gibt’s Acht Stunden Musik auf die Ohren: Electronic Dance Music – dahinter versteckt sich viel, für fast jeden ist etwas dabei: House, Techno, Hardstyle und vieles mehr.

Die DJs kommen aus der näheren Umgebung und Münster, darunter sind auch zwei aus dem Index Club aus Schüttorf und einer aus dem Joker in Lingen. Sundermann: „Die Kontakte kann man einfach knüpfen, einige kennt man einfach schon oder man schreibt sich über die sozialen Medien an.“

Kontakte knüpfen und sich gegenseitig unterstützen – das ist das Motto der Drei. Denn: „Die DJs haben dieses Jahr auch nichts zu tun. Alle sind froh, wenn sie mal wieder auflegen können.“

Geld nimmt zwar keiner, größere Reichweite und mehr Bekanntheit seien neben der Freude über einen gemeinsamen Abend die größte Motivation. Sundermann schaut in die Zukunft: „Wenn sich die Lage wieder einigermaßen normalisiert hat, und es wieder erlaubt ist, planen wir auch ein Open-Air-Festival. Da wollen wir mit allen Partnern zusammen dran bleiben.“

Auf Corona angesprochen, gibt er zu: „Ein bisschen traurig, ist es schon, was da alles kaputt geht. Die Veranstaltungsbranche ist der sechstwichtigste Wirtschaftszweig in Deutschland mit etwa einer Millionen Direktbeschäftigten.“ In Clubs und auf Festivals gehen, vermissen sie alle, Sundermann sagt: „Es werden fast 94 Prozent aller Clubs kaputt gehen, wenn die Maßnahmen so bleiben. Natürlich sind Maßnahmen richtig und wichtig, aber Zweige wie die Gastronomie und Bars zu bestrafen, die sich viele Gedanken um ihr Hygienekonzept gemacht haben, empfinde ich als falsch.“

Ihr Festival bewerben die drei jungen Erwachsenen über die sozialen Medien, zu verfolgen ist das Spektakel dann auf Twitch, einem Live-Streaming-Videoportal.

Übrigens: Über eine Spende würden die drei sich ebenfalls freuen: Bei der Sommer-Edition gingen 305 Euro an eine Stiftung, die sich gegen Cybermobbing und Mobbing in der Schule einsetzt, dieses Mal wollen sie ihre Kosten „ein bisschen decken“.

 

 

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