St. Georg: Neue Weihwasser-Schale für Taufstein
Mit Leben und Sinn füllen

saerbeck -

Das Projekt „GeistesGegenwart“ ist nun baulich vervollständigt worden und wurde ausschließlich durch Spenden von interessierten Gemeindemitgliedern finanziert.

Mittwoch, 11.11.2020, 11:00 Uhr
Die neue Taufschale in der Pfarrkirche St. Georg auf der Wege-Achse mit Osterkerze, Altar und Hochaltar. Am Taufstein stehen der Künstler Mario Haunhorst (links) und der emeritierte Pfarrer von St. Georg, Peter Ceglarek. Das etwas zu breite Bronzekreuz wird noch angepasst.
Die neue Taufschale in der Pfarrkirche St. Georg auf der Wege-Achse mit Osterkerze, Altar und Hochaltar. Am Taufstein stehen der Künstler Mario Haunhorst (links) und der emeritierte Pfarrer von St. Georg, Peter Ceglarek. Das etwas zu breite Bronzekreuz wird noch angepasst.

Zusammen mit Vertretern des Pfarreirats und des Kirchenvorstands legten der Osnabrücker Künstler Mario Haunhorst und der emeritierte Pfarrer Peter Ceglarek kürzlich in der St.-Georg-Kirche eine neue Weihwasser-Schale in den Jahrhunderte alten Taufstein ein. Damit ist das Projekt „GeistesGegenwart“ baulich vervollständigt worden. Gemeindemitglieder sind nun eingeladen, es mit Leben und Sinn zu füllen und so die Kirche, die Menschen und ihren Glauben zu verbinden. „Die Aufgabe, diese Idee in die Gemeinde zu tragen und zu entwickeln, beginnt jetzt“, sagte Mario Haunhorst.

Das Projekt „GeistesGegenwart“ besteht materiell aus mehreren Kleinigkeiten, die aber in ihrem Zusammenhang und ihrer Ausstrahlung eine große Bedeutung gewinnen. Angeordnet sind diese Elemente entlang der Hauptachse des neugotischen Gebäudes, das der Münsteraner Architekt Ludger Wilhelm Rincklake als Wege-Kirche konzipierte. Ebendiesen Charakter will das Projekt „GeistesGegenwart“ neu hervorheben und über die Zeiten lebendig halten.

An der ältesten Stelle der Kirche, wo wohl schon im zwölften Jahrhundert eine Turmmauer stand, liegt im Boden eingelassen und mit transparentem Trittglas bedeckt das „leuchtende Schaufenster des Gemeinde-Glaubens“.

Es ist die Einladung an alle, auf den farbigen Steinen unter Glas ein persönliches Zeugnis des Glaubens und der Verbundenheit mit der St.-Georg-Pfarrgemeinde abzulegen. „Wir möchten Menschen motivieren, zu zeigen: Warum sind wir selbst Christen – ‚Glaubenszeugen‘“, erläuterte Mario Haunhorst. Dazu sei alles geeignet, was in das „Schaufenster“ passe.

Entlang des Weges vom Hauptportal treten die Menschen über dieses Schaufenster vor den neu platzierten Taufstein, dessen Entstehung auf das 13. Jahrhundert datiert wird. Das mittelalterliche Rankenfries und die Arkadengliederung finden ihre Fortsetzung nun in einem eingelegten Bronzekreuz, auf dem die neue Schale liegt. Gestaltet von Mario Haunhorst, stellt ihr Hintergrund einen frischen blauen Wirbel wie Wasser dar. In Gold zeigt die Schale in ihrem Zentrum eine stilisierte Taube, darüber den Schriftzug „Ich bin da“. „Es geht um die Zusage des erlebbaren Gottes, die in der Moderne keine Antwort findet, sondern im Glaubensbekenntnis begründet ist“, sagte Mario Haunhorst.

Weiter führt der Weg zur Osterkerze direkt hinter dem Taufstein: Ostern, Jesu Tod am Kreuz, die Hoffnung auf Auferstehung für alle Menschen. Und in St. Georg stets auch Zeichen der Ökumene mit der evangelischen Arche, zu der Jahr für Jahr zu Ostern eine große Kerze gestaltet zum jeweiligen Jahresmotto der Gemeinde als Geschenk den Weg findet.

Am anderen Ende des Mittelgangs findet sich die vorgezogene Altarinsel mit Bänken rechts und links, in der Mitte der Gemeinde. In Verbindung mit dem „Schaufenster des Gemeindeglaubens“ im Turm ist vor dem neuen, schlichten und quadratischen Steinaltar ein ähnlich gestaltetes, kleineres Schaufenster im Boden eingelassen. Dort sollen, sobald die Corona-Pandemie es zulässt, die Heiligenreliquien eingelegt werden.

Den Abschluss des Weges bildet der restaurierte neugotische Hochaltar.

„Wie geht Christsein heute“ sei die Frage gewesen, als die Renovierung der St.-Georg-Pfarrkirche angestanden habe, sagte der emeritierte Gemeindepfarrer Peter Ceglarek. Das Entstehen des Projekts „GeistesGegenwart“ beschrieb er als „Fingerhakeln“ mit dem Künstler Haunhorst, das in den Gemeindegremien seine Fortsetzung gefunden habe. Und am Ende eine Antwort versuchte auf die Frage: Wie können Erfahrungen, die Menschen heute machen, und die Kirche verbunden werden? „Es geht um unsere Saerbecker Pfarrkirche, um unsere St.-Georg-Gemeinde, zu der wir gehören“, unterstrich Peter Ceglarek dabei die Bedeutung des „Schaufensters des Gemeindeglaubens“ in der Idee der „GeistesGegenwart“. Er sieht das Projekt auch vor dem Hintergrund einer schwindenden Bedeutung von Kirche im Leben der Menschen und der Suche nach neuen Formen und Ausdrücken des Glaubens.

Das gesamte Projekt „GeistesGegenwart“ wurde ausschließlich durch Spenden von interessierten Gemeindemitgliedern finanziert, erklärte Peter Ceglarek.

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