Bürgerbusverein Emsdetten-Saerbeck bereitet sich auf die Zeit nach der Pandemie vor
Fahrer gesucht – trotz Corona

Saerbeck -

Der Bürgerbus ist wichtig für viele Menschen in der Gemeinde, nicht nur für die Älteren, sondern auch für Jugendliche, die am Sonntag ihre Freunde besuchen wollen.

Montag, 16.11.2020, 13:15 Uhr aktualisiert: 16.11.2020, 13:20 Uhr
Rein und raus mit dem Rollstuhl über die Rampe: Fahrdienstleiter Willy Sellin zeigt, wie Rollstuhlfahrer zusteigen können.
Rein und raus mit dem Rollstuhl über die Rampe: Fahrdienstleiter Willy Sellin zeigt, wie Rollstuhlfahrer zusteigen können. Foto: Alfred Riese

Fast 180 000 Fahrgäste haben die ehrenamtlichen Fahrer des Bürgerbusvereins Emsdetten-Saerbeck seit dessen Gründung vor rund 13 Jahren befördert. Weil immer mehr Menschen mitfahren wollten, wurde bereits nach vier Jahren eine zweite Linie eingerichtet. Der Bus rollte und rollte. Bis Corona kam.

Wegen der Pandemie stellte der Verein für mehrere Wochen seinen Betrieb ein. Inzwischen pendelt zumindest ein Bus wieder zwischen Saerbeck und Emsdetten. Wenngleich die Taktung deutlich reduziert wurde. Nach den Worten von Heinz Klostermann finden noch zwischen 30 und 40 Prozent der Fahrten statt. Klostermann ist heute stellvertretender Fahrdienstleiter. Zehn Jahre saß er selbst hinterm Steuer. Mit 75 hörte er auf.

Kostermann berichtet, dass von den 75 ehrenamtlichen Fahrern derzeit noch rund 50 zur Verfügung stehen. Einige gehören zur Risikogruppe und würden deshalb gerade pausieren.

Im Bürgerbus ist Platz für maximal acht Personen. Sie müssen während der gesamten Fahrtzeit Maske tragen. Die eigentlich notwendigen Abstände könnten aber freilich nicht eingehalten werden, räumt Klostermann ein.

Meist steigen aber ohnehin nur wenige Gäste ein. In guten Zeiten, sagt der Vize-Fahrdienstleiter, nutzten bis zu 700 Menschen pro Monat das Beförderungsangebot des Bürgervereins, das als Ergänzung zum öffentlichen Personennahverkehr dient. In der Corona-Krise schrumpfte die Fahrgastzahl auf rund 300.

Klostermann zeigt sich nichtsdestotrotz zuversichtlich, dass der Verein die Krise überlebt. Dieses Signal sei auch aus der Vorstandssitzung gekommen, die kürzlich stattfand.

Der 80-Jährige hofft, dass der aktuelle Lockdown, wie angekündigt, Ende dieses Monats endet. Der Bürgerbus sei wichtig für viele Menschen in der Gemeinde, nicht nur für die Älteren, die zum Beispiel Facharzt-Termine in Emsdetten wahrnehmen müssten. Sondern auch für Jugendliche, die am Sonntag ihre Freunde besuchen wollten. Insbesondere Emsdettener hätten zudem das Sozialkaufhaus am Bahnhof zum Ziel, weiß Klostermann.

Trotz Krise: Der Bürgerbusverein ist auf der Suche nach neuen ehrenamtlichen Fahrern. Auf seiner Homepage informiert er, dass hierfür eine gültige Fahrerlaubnis der Klasse B (ehemals Klasse 3) nötig ist. Klostermann und seine Kollegen denken offenbar voraus. Denn irgendwann ist jede Krise vorbei – und dann setzt sich die Bürgerbusflotte wieder in voller Stärke in Bewegung.

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