Alfons Bücker, Vorsitzender der Kolpingsfamilie, über die finanzielle Situation des Vereins
„Viele verzichten auf Rückerstattung der Gebühr“

Saerbeck -

Auf der einen Seite brechen Einnahmen weg, auf der anderen sind der Verein und die Bildungseinrichtung Treffpunkt für sehr viele Menschen.

Donnerstag, 19.11.2020, 10:15 Uhr aktualisiert: 19.11.2020, 10:20 Uhr
Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Kolping-Blasorchester musste die in der Vorweihnachtszeit traditionellen Konzerte absagen.
Ein Bild aus besseren Zeiten: Das Kolping-Blasorchester musste die in der Vorweihnachtszeit traditionellen Konzerte absagen.

Die Kolpingsfamilie und das Kolping-Bildungswerk treffen die coronabedingten Einschränkungen der Pandemie auf vielfältige Weise. Auf der einen Seite brechen Einnahmen weg, auf der anderen sind der Verein und die Bildungseinrichtung Treffpunkt für sehr viele Menschen, die nun zu Hause bleiben müssen, wie der Vereinsvorsitzende Alfons Bücker im Gespräch mit unserem Redaktionsmitglied Katja Niemeyer erläutert. Die Maßnahmen zur Eindämmung der Pandemie hält Bücker dennoch für angemessen.

 

Wie wirkt sich die Krise finanziell auf den Verein und die Einrichtung aus?

Bücker: Natürlich fehlen Einnahmen. Eine Reihe von Kursen mussten wir absagen. Viele Teilnehmer verzichteten zwar auf Rückerstattung ihrer Gebühr – was uns unheimlich weitergeholfen hat. Andere forderten ihr Geld aber auch zu Recht zurück. Besonders schmerzlich ist, dass das Kolping-Blasorchester nicht wie sonst in der Vorweihnachtszeit in der Bürgerscheune auftreten kann. Bei den drei Konzerten werden üblicherweise mehrere Tausend eingenommen. Auch die Schließung des Cafés Vier Jahreszeiten bedeutet finanzielle Verluste. Und die Fixkosten bleiben. Zwei Schrottsammlungen, die ebenfalls eine wichtige Einnahmequelle sind, konnten hingegen stattfinden, wenn auch mit einem erhöhten Aufwand. Positiv ist, dass die Zuschüsse, die wir aus verschiedenen Töpfen des Bundes und des Landes erhalten, weiterhin überwiesen werden.

W as bedeuten die Lockdowns für das Vereinsleben?

Bücker: Wir haben insgesamt 40 Gruppen für Kinder, Jugendliche, Familien und Senioren. Letztere sind seit März nicht mehr zusammengekommen, was sie sehr bedauern. Zusammen mit dem Bildungswerk kommen wir auf 50 Programmstunden am Tag. Das war zwischenzeitlich auf Null heruntergefahren worden. Wenngleich wir versucht haben, ein gewisses Angebot für Kinder und Jugendliche auf digitalem Weg aufrechtzuerhalten. Senioren haben wir zum Beispiel Basteltüten nach Hause gebracht, worüber diese sich sehr gefreut haben.

Derzeit ist offen, ob es Anfang Dezember Lockerungen gibt. Wie gehen Sie mit dieser Unsicherheit um?

Bücker: Wir überlegen, ob wir wie im Frühjahr wieder verstärkt auf online umstellen. Das lohnt sich aber nur, wenn der Lockdown länger anhält. Wir zögern deshalb noch mit einer Entscheidung und überlegen in der kommenden Woche neu, wenn das weitere Vorgehen in der Pandemie feststeht.

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