Wildfreigehege Nöttler Berg hätte jetzt auch ohne Corona Betriebsferien
Virus durchkreuzt Ausnahmeplan

Saerbeck -

Eigentlich sollte das Wildfreigehege Nöttler Berg an den Wochenenden im Dezember außerplanmäßig seine Tore öffnen. Dann kam der zweite harte Lockdown – und die Geschäftsführer Christoph und Thomas Behring schlossen wieder ab. Überrascht zeigen sie sich von der Hilfsbereitschaft vieler Menschen. Auf dem 21 Hektar großen Areal des „Landzoos“ in Westladbergen leben rund 350 Wildtiere.

Donnerstag, 24.12.2020, 05:35 Uhr aktualisiert: 24.12.2020, 05:40 Uhr
Lebvoll geht diese im Wildfreigehege Nöttler Berg lebende Ziege mit dem Zicklein um.
Lebvoll geht diese im Wildfreigehege Nöttler Berg lebende Ziege mit dem Zicklein um. Foto: Matthias Lehmkuhl

Traditionsgemäß hat das Wildfreigehege Nöttler Berg in der Bauerschaft Westladbergen vom 1. Dezember bis zum ersten Wochenende im Januar Betriebsferien. Doch der Anfang November von der Bundesregierung verkündete Teil-Lockdown stimmte die beiden Geschäftsführer Christoph und Thomas Behring um. „Wir hatten uns wegen dieser Ausnahmesituation zum ersten Mal seit den Anfängen 1998 und der eigentlichen Gründung 2006 dazu durchgerungen, die Wochenenden im Dezember zu öffnen, um den Besuchern die Chance zu ermöglichen, mal etwas anderes außer ihre eigenen vier Wände zu sehen“, schildert Christoph Behring. Doch jetzt sei dieser Plan durch den erneuten harten Shutdown ins Wasser gefallen. Der „Landzoo“ hat jetzt doch zu.

Trotzdem hält sich die schlechte Laune aufgrund der entgangenen Eintrittspreise bei Christoph Behring in

 

 

 

 

 

 

Grenzen. „Wir haben auch schon eher Jahre gehabt, wo uns ein Sturm – wie beispielsweise Kyrill – böse heimgesucht hat oder das Schneechaos vor 15 Jahren uns dazu genötigt hat, für einige Wochen schließen zu müssen. Hinzu kamen schlechte Wetterphasen, wo kaum Besucher da waren“, erinnert sich Christoph Behring und ergänzt: „Wir sind sowieso ziemlich stark vom Wetter abhängig. Wenn es regnet, tut es uns nicht so weh, als wenn die Sonne scheint.“

Beim ersten Lockdown hatte der Familienbetrieb zunächst geschlossen, trotzdem aber genug Arbeit gehabt. „Nachdem wir nach den ersten Lockerungen wieder öffnen konnten, war der Andrang so groß wie in den vergangenen Jahren“, waren Thomas und Christoph Behring von der großen Resonanz sehr angetan.

Etwa 350 Wildtiere leben auf dem rund 21 Hektar großen Areal. „Das ist schwer genau zu beziffern, weil sich ja täglich etwas beim Nachwuchs ändern kann“, führt Christoph Behring aus. In guten Zeiten ziehen die rund 40 Wildtierarten bis zu 40 000 Besucher jährlich an. „Am Jahresende wird abgerechnet. Da muss es letztendlich passen.“

Sowohl Christoph Behring als auch Bruder Thomas haben noch einen Halbtags- bzw. Vollzeitjob und werden im Wildtiergehege nur von zusätzlich zwei Vollzeitbeschäftigten unterstützt. Deswegen steht die Existenz des Wildgeheges Nöttler Berg aktuell nicht auf dem Spiel.

Ihre Tiere bekommen jetzt zu Heiligabend kein Weihnachtsgeschenk in Form von besonderem Futter. „Früher haben wir Eicheln oder auch Kastanien verfüttert. Teilweise haben wir die auch eingeführt. Das machen wir aber nicht mehr, weil die Gefahr, Seuchen einzuschleppen wie jetzt die Afrikanische Schweinepest, zu groß ist“, begründet Christoph Behring den Verzicht auch auf von Besuchern mitgebrachtes Futter.

Weil das Wildfreigehege Nöttler Berg wie eine große Familie ist, haben die Inhaber einigen ihrer Tiere einen Namen gegeben. Landwirtschaftsbetriebe nennen beispielsweise ihre Milchkühe Susi, Bella, Sissi, Alma, Heidi oder auch Laura. „Wir haben vor allem nur den großen Tieren einen Namen gegeben“, betont Christoph Behring.

So heißen die mächtigen Bisons Janosch und Janoschka, die Rot- und Weißhirsche Oskar und der gewaltige Auerochse Jonathan.

 

„Wir hoffen alle, dass wir durch diese schwere Zeit gesundheitlich unbeschadet und gesund durchkommen. Das ist wichtiger als alles andere“, wünscht sich Christoph Behring und hat am Ende noch ein Anliegen: „Uns erreichen weiterhin Anfragen, wie man uns unterstützen kann. Es freut uns sehr, dass in dieser Zeit viele an uns gedacht haben und noch denken. Deswegen wollen wir uns für die Hilfsbereitschaft bedanken und darauf hinweisen, dass das Spendenkonto noch weiter besteht.“

 

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