Unterbringungsmöglichkeit des Kreises
Quarantäne-Haus ist weiterhin unbewohnt

Saerbeck -

Eigentlich sollten in dem kleinen roten Haus in der Bauerschaft Westladbergen renitente Quarantäne-Bürger aus dem gesamten Kreis Steinfurt untergebracht werden. Der Krisenstab hatte hierfür sogar einen großen Zaun errichten lassen. Bislang, das teilt der Kreis auf Nachfrage mit, ist aber noch niemand eingezogen.

Sonntag, 10.01.2021, 17:07 Uhr
Eine Einweisung in das Quarantäne-Haus in der Bauerschaft Westladbergen, das der Kreis angemietet hat, müsste durch örtliche Ordnungsbehörden erfolgen.
Eine Einweisung in das Quarantäne-Haus in der Bauerschaft Westladbergen, das der Kreis angemietet hat, müsste durch örtliche Ordnungsbehörden erfolgen. Foto: Katja Niemeyer

In das Haus in Westladbergen, das der Kreis Steinfurt gemietet hat, um darin renitente Quarantäne-Bürger unterzubringen (wir berichteten), musste bislang niemand einziehen. Das teilt Kreissprecherin Kirsten Weßling auf Nachfrage mit. Der Mietvertrag läuft seit Anfang Mai vergangenen Jahres. Er hat eine Laufzeit von einem Jahr.

Um das Grundstück führt ein zwei Meter hoher Metall-Zaun. Er war auf Anordnung des Krisenstabes des Kreises errichtet worden und soll für Sicherheit sorgen. Das ehemalige Lehrerhaus, das zu der benachbarten Bildungsstätte gehört, ist so zu einer einer Art sicherer Ort während der Corona-Krise geworden.

Ohne Weiteres können darin Quarantäne-Brecher allerdings nicht einquartiert werden. Eine Einweisung und Unterbringung müsste durch örtliche Ordnungsbehörden erfolgen, so Weßling. Notwendig ist zudem der Beschluss eines Amtsgerichtes.

In Frage kommen Kontaktpersonen der Kategorie 1, also Menschen, die ungeschützten Kontakt mit Corona-Infizierten hatten. Erkrankte gehören hier nicht hin. Für gewöhnlich erhalten Kategorie-1-Personen eine Verfügung des Kreises, dass sie sich für zwei Wochen in die heimische Quarantäne begeben müssen. Quarantäne heißt dann Hausarrest, ohne Shopping, Joggen und Spaziergänge.

Wer es nicht so genau nimmt mit diesen Regeln, könnte notfalls mit polizeilicher Hilfe in dem Haus einquartiert werden, in das die Bildungsstätte vor der Corona-Krise ihre Teamer untergebracht hatte.

Das Haus bietet Platz für fünf Personen. Auch für sie würde gelten: Kein Kontakt untereinander. Die zwei Wochen hat man sich vorwiegend im eigenen Zimmer aufzuhalten. Für Sicherheitskontrollen und Verpflegung müssen gegebenenfalls die betroffenen Kommunen sorgen. In dem Gebäude gibt es schließlich nur eine Küche.

Bevor der Kreis das Haus anmietete, in dem früher ein Ladbergener Volksschullehrer wohnte, hatte es immer mal wieder Meldungen aus Gemeinden gegeben, dass einzelne Menschen die auferlegte Quarantäne brechen.

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