Heftiger Wintereinbruch in Saerbeck
Mit dem Rad zu den Hühnern

Saerbeck -

Die Freiwillige Feuerwehr Saerbeck ist in Alarmbereitschaft. Laut Wehrsprecher Peter Book wurden die drei Feuerwehrhäuser in Dorf, Westladbergen und Sinningen vorsichtshalber besetzt. Der Räumdienst hat derweil alle Hände voll zu tun.

Sonntag, 07.02.2021, 14:17 Uhr aktualisiert: 07.02.2021, 19:20 Uhr
Tief verschneit: Schnee und Eis sorgen für sehr glatte Straßen. Vor die Tür wagen sich deshalb nur ganz wenige Menschen.
Tief verschneit: Schnee und Eis sorgen für sehr glatte Straßen. Vor die Tür wagen sich deshalb nur ganz wenige Menschen. Foto: privat

Heftiger Wintereinbruch in Saerbeck: Die Mitarbeiter des Bauhofes sind am Sonntag im Dauersatz. Mit Unimog, Radlader und Schlepper versuchen sie der Schneemassen Herr zu werden. „Schon nach kurzer Zeit hat sich aber wieder eine dicke Schneeschicht gebildet“, berichtet Helmut Rüschenschmidt, stellvertretender Bauhofleiter am Telefon, als er gerade Salz nachlädt. Um 14 Uhr müssen er und seine Kollegen erst einmal Pause machen, um sich auszuruhen für die Abendschicht.

Unerwartete Unterstützung bekommen sie von Landwirten. Sie kurven mit ihren Treckern durchs Dorf und durch die Wohngebiete. „Die Hilfsbereitschaft ist wirklich toll“, betont Bauamtsleiter Andreas Bennemann.

Die Freiwillige Feuerwehr ist in Alarmbereitschaft. Laut Wehrsprecher Peter Book wurden die drei Feuerwehrhäuser in Dorf, Westladbergen und Sinningen vorsichtshalber besetzt. Zu Einsätzen wurden die Kameraden bislang aber noch nicht gerufen.

Derweil ist das öffentliche Leben nahezu zum Erliegen kommen. Durch das Schneegestöber kämpfen sich nur wenige Menschen.
Nur einer ist mit seinem Fahrrad unterwegs: Albert Stakenkötter ist auf dem Weg zu seinen Hühnern. Die müssen gefüttert werden. „Mein Rad hat Spikes“, sagt der 75-Jährige. Ohne die wäre auch der frühere ehrenamtliche Bürgermeister der Gemeinde nicht aufs Rad gestiegen. Am Nachmittag will er noch einmal eine Runde drehen. Das Federvieh muss noch einmal gefüttert werden.

Wintereinbruch in Saerbeck

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  • Albert Stakenkötter Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

    Foto: Belinda Raffel
  • Schneechaos Saerbeck von Andreas Bennemann

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  • Schneechaos Saerbeck

    Foto: Belinda Raffel
  • Schneechaos Saerbeck von Bennemann

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  • Anja Daut Werner Heckmann Pfarrer Ramesh Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • St. Georg Kirche Saerbeck

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  • Pfarrer Ramesh Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck Andreas Bennemann

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

    Foto: Marlies Grüter
  • Schneechaos Saerbeck

    Foto: Belinda Raffel
  • Pfarrer Ramesh Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

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  • Schneechaos Saerbeck

    Foto: privat

In der Bäckerei Liesenkötter herrscht ein wenig Betrieb. Am frühen Morgen wurden dort 180 belegte Brötchen für die Feuerwehrleute geschmiert. Beate und Georg Liesenkötter sowie Sohn Tobias stehen ausnahmsweise gemeinsam im Geschäft. Die meisten Verkäuferinnen wohnen außerhalb. „Wir haben ihnen gesagt, dass sie besser zu Hause bleiben“, berichtet Beate Liesenkötter. Für Kuchen und Torte stiefelte so mancher Saerbecker los. „Das ist Labsal für die Seele“, stellt die Seniorchefin fest.

Aus der St.-Georg-Pfarrkirche treten um kurz nach 10 Uhr ein paar Gläubige. Pastoralreferentin Anja Daut hatte gepredigt. Der Gottesdienst um 8 Uhr war wegen der Witterung ausgefallen.

Ein paar hundert Meter weiter harrt Markus Rottmann in den Räumen des BHD-Pflege-Teams aus. Der Saerbecker Pflegedienstleiter war am frühen Morgen zunächst mit seinem Auto unterwegs zu Patienten gewesen. Mehrmals blieb er im Schnee stecken. Zuletzt bei Liesenkötter. „Da kam jemand raus und hat mein Fahrzeug angeschoben“, erzählt Markus Rottmann am Telefon.

Wenige Minuten später war die Fahrt für ihn dann endgültig zu Ende. Kein Durchkommen. „Ich war vollkommen verschwitzt.“ Der Pfleger setzt seinen Weg zu Fuß fort. Von den 20 Pflegebedürftigen, die versorgt werden mussten, konnte er nur fünf besuchen. „Ich habe mit den Angehörigen telefoniert. Sie hatten alle Verständnis“, sagt er. Am Abend beginnt seine zweite Schicht. Nach Hause dürfte er es anschließend nicht schaffen. „Ich werde wohl in unserer Station übernachten“, sagt der Pflegedienstleiter.

Bereits am frühen Morgen hat sich an diesem Sonntag Pfarrer Ramesh Chopparapu für einen Gang durch das verschneite Saerbeck fertig gemacht. Ohne Mütze, aber mit Regenschirm. Der aus Indien stammende Geistliche hat zwar schon Schnee gesehen, aber nicht in diesen Massen, wie er erzählt. „Ich bin einfach gegangen und habe mich gefreut“, sagt er.

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