Bundesnotlager für Streusalz im Bioenergiepark: Gemeinde hofft auf Anschlussregelung
Mietvertrag läuft aus

Saerbeck -

Salz gibt es in Saerbeck satt und genug. Nur wie lange noch, das muss mit der Verwaltung der Autobahnen noch verhandelt werden.

Montag, 15.02.2021, 06:00 Uhr
Insgesamt 50 Bunker hatte der Landesbetrieb Straßen NRW im Bioenergiepark gemietet, um darin eine Streusalz-Notreserve für den Winterdienst auf Autobahnen zu deponieren. Im Oktober läuft der Mietvertrag aus.
Insgesamt 50 Bunker hatte der Landesbetrieb Straßen NRW im Bioenergiepark gemietet, um darin eine Streusalz-Notreserve für den Winterdienst auf Autobahnen zu deponieren. Im Oktober läuft der Mietvertrag aus. Foto: Katja Niemeyer

Wenig überraschend: Nach den heftigen Schneefällen und mit anhaltender klirrender Kälte wurde in diesen Tagen das Bundesnotlager für Streusalz im Bioenergiepark angezapft. Ob die Salzreserve für extreme Wetterlagen aber weiterhin auf dem Areal in insgesamt 50 Bunkern deponiert wird, steht derzeit in den Sternen. Im Oktober läuft der Mietvertrag aus. „Wir wissen nicht, ob es zu einer Vertragsverlängerung kommt“, sagt Martina Krause-Rakers, bei der Gemeindeverwaltung für Gebäudemanagement zuständig.

Seit Anfang dieses Jahres entscheidet darüber auch nicht mehr der Landesbetrieb Straßen NRW, mit dem die Gemeinde den Mietvertrag im Oktober 2011 schloss, sondern die Autobahn-Gesellschaft des Bundes. Diese übernahm am 1. Januar unter anderem die Betreuung der Autobahnen, um die sich bis dato der Landesbetrieb gekümmert hatte.

Die Frage, ob und in welchem Umfang weiterhin ein Bundesnotlager benötigt wird und ob hierfür die Bunker im Bioenergiepark genutzt werden könnten, soll nach diesem Winter beantwortet werden, sagt Bernd Löchter von der Autobahn-Niederlassung Westfalen auf Nachfrage. Wie viel Tonnen Streusalz sich derzeit noch in den Bunkern befinden, weiß er nicht.

33 000 Tonnen

Vor dem Wintereinbruch hatte die Niederlassung an 47 unterschiedlichen Standorten insgesamt 33 000 Tonnen Streusalz gelagert. Im Verlauf der vergangenen Woche hat sich dieser Vorrat für den Winterdienst auf den Autobahnen in der Region Westfalen nahezu halbiert. „Wir bestellen aber laufend nach“, erklärt der Pressesprecher.

Ende 2011, als der Landesbetrieb Straßen die Bunker anmietete, waren diese mit rund 30 000 Tonnen Streusalz im Wert von drei Millionen Euro befüllt worden. Sie haben ein ideales Raumklima, damit das Streusalz zumindest für eine gewisse Zeit seine Taufähigkeit und Maschinenverwendbarkeit behält. Um zu verhindern, dass es verklumpt, muss es hin und wieder umgeschichtet – oder eben verbraucht – werden.

Die Salzbunker sind mit einem Volumen von 760 Kubikmetern und einer Grundfläche von 180 Quadratmetern die größten im Bioenergiepark. Insgesamt gibt es davon 64. Die kleinsten haben nur eine Grundfläche von 30 Quadratmetern.

Teil-Räumung

Laut Krause-Rakers von der Gemeindeverwaltung hatte der Landesbetrieb bereits im vergangenen Jahr mit Blick auf den auslaufenden Mietvertrag einen Teil der Bunker geräumt. Das Salzlager in Saerbeck ist eines von bundesweit drei: ein zweites befindet sich ebenfalls in Nordrhein-Westfalen, ein weiteres in Sachsen-Anhalt.

Laut Gebäudemanagerin Krause-Rakers ist die Gemeinde im Gespräch mit der Autobahn-Gesellschaft. Der Wintereinbruch mit seinen großen Schneemassen könnte sich in diesem Fall als Glücksfall für die Gemeinde erweisen, macht er doch deutlich, dass für den Notfall vorgesorgt sein sollte. Das war nämlich auch 2011 so: In den beiden vorangegangenen Winter war sehr viel Schnee gefallen, so dass die übliche Vorratshaltung nicht ausgereicht hatte.

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