Zukunft des Einzelhandels
Für den Einzelhandel „mit Seele“

Burgsteinfurt -

Wie die den stationären Einzelhandel gegenüber der machtvollen Internet-Konkurrenz stärken? Um diese zentrale Fragestellung ging es am Montagabend in der Kreissparkasse. Auf Einladung der IHK und der Werbegemeinschaften war dort der Handelsexperte Alexander von Keyserlingk zu Gast.

Dienstag, 03.03.2015, 20:00 Uhr aktualisiert: 04.03.2015, 15:27 Uhr

„Quo vadis Steinfurt ?“ – „Wohin gehst du Steinfurt?“ Mit diesem Satz brachte Heinz-Bernd Buss vom Vorstand der gastgebenden Kreissparkasse am Montag das Thema des Abends auf den Punkt. Im Kommunikationszentrum versammelten sich zahlreiche Vertreter der Steinfurter Kaufmannschaft sowie Mitglieder aller drei Werbegemeinschaften der Stadt. Gemeinsam mit dem Referenten Alexander von Keyserlingk diskutierten sie über mögliche Strategien, die den stationären Einzelhandel gegenüber der machtvollen Internet-Konkurrenz stärken können. „Es geht den Menschen beim Einkaufen heute um Erlebnis und Mehrwert“, betonte Keyserlingk. Entgegen der landläufigen Meinung werde dabei nicht in erster Linie auf den Preis geschaut. Der Einzelhandelsspezialist und Entwickler moderner Einzelhandelskonzepte machte seine Aussagen an zahlreichen Beispielen aus der ganzen Republik deutlich.

Johannes H. Höing , Referent des Bereichs Handel bei der IHK Nord-Westfalen, nannte Zahlen. „Die Steinfurter geben im Einzelhandel jährlich 174,6 Millionen Euro aus“, so Höing. Davon ließen sie aber nur 128,2 Millionen in der Stadt. Ziel müsse sein, die Kaufkraft hier zu binden. „Wir packen die Zukunft vor Ort an“, betonte Buss kämpferisch. „Wir wollen die Anziehungskraft der Innenstädte steigern“, pflichtete Mechthild Dörr, Vorsitzende der Werbegemeinschaft Burgsteinfurt, bei.

Keyserlingk machte Mut. Er plädiert für einen „Einzelhandel mit Seele“ und tritt für „Wachstum durch Entschleunigung“ ein. Der Fachmann warnte davor, sich in Betrachtungen über Zustände zu verlieren, die niemand ändern kann. Stattdessen sollten die Geschäftsleute ihre Zukunft „proaktiv“ in die Hand nehmen. „Glauben Sie an sich“ appellierte Keyserlingk. „Stellen Sie nicht irgendwelche Marken in den Vordergrund – Sie, ihr Name und ihre Mitarbeiter sind bereits die Marke“, betonte er. Seine konkreten Tipps: Zielgruppe genau definieren, in Geschäft und Schaufenster ständig wechselnde „Themenwelten“ schaffen, die Kunden mit „Spaßelementen überraschen“, emotionale Bindungen aufbauen.

Das Internet solle nicht nur als Konkurrenz, sondern auch als Chance gesehen werden, das eigene Geschäft bekannter zu machen. Eine clever gestaltete Homepage mit interessanten Geschichten über das eigene Unternehmen sei eine Möglichkeit. „Manche verzichten dabei ganz bewusst auf einen Internet-Shop“, so der Experte. Damit motivieren sie Kunden, das Geschäft persönlich aufzusuchen.

Auch Suchmaschinen-Optimierung, um den eigenen Namen ganz oben in der Trefferliste zu etablieren war ein Thema. Ebenso empfahl er die Nutzung sozialer Netzwerke, um die Popularität zu steigern. Individualität, nicht Masse, ist gefragt, so der Einzelhandelsexperte abschließend.

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