Für Neubau des Theresia-Kindergartens: Abriss des St.-Marien-Hauptschiffs geplant
Kirche wird halbiert

Borghorst -

Die St.-Marien-Kirche wird in naher Zukunft ein komplett neues Gesicht erhalten. Denn mit dem geplanten Neubau des Kindergartens St. Theresia gehen Pfarrei St. Nikomedes und Bistum Münster neue Wege: Das Hauptschiff soll zum größten Teil abgerissen werden, um Platz für den Spielplatz des Kindergartens zu schaffen.

Montag, 23.01.2017, 23:00 Uhr
Neue Wege: Alles, was man nun präsentiere, habe man dem Bistum abringen müssen, sagt Pfarrer Markus Dördelmann. Denn noch vor sechs Jahren hatte Münster den Komplett-Abriss des Standorts St. Marien favorisiert.
Neue Wege: Alles, was man nun präsentiere, habe man dem Bistum abringen müssen, sagt Pfarrer Markus Dördelmann. Denn noch vor sechs Jahren hatte Münster den Komplett-Abriss des Standorts St. Marien favorisiert. Foto: Architekturbüro Schulte

Die halbierte Kirche bekäme eine neue rückwärtige Fassade, Gottesdienste würden künftig im Chorraum stattfinden. Dieses Konzept stellte Pfarrer Markus Dördelmann gestern Abend bei einer Pfarrversammlung in der Kirche vor.

Lange hatte die Pfarrei mit dem Bistum Münster um den Erhalt der Marienkirche und der weiteren Einrichtungen an dem Standort – neben dem Kindergarten auch das Don-Bosco-Heim – gerungen. Schon vor sechs Jahren begannen die Diskussionen um den Fortbestand des Gotteshauses, dessen Besucher schon lange nicht mehr den Platz ausfüllen, den die vielen Bänke bieten.

Der ursprüngliche Plan, den Kindergarten komplett in das Gotteshaus zu integrieren, war aufgrund der Kosten wieder verworfen worden (wir berichteten). Vor ein paar Wochen hatte das Bistum dann aber grünes Licht für den Neubau der Einrichtung gegeben. Dieser soll nach den neuen Plänen seinen Platz im Knick des Marienwegs, auf der Grünfläche vor der Kirche, finden. Das rund 1200 Quadratmeter große Außengelände wird sich dann in Richtung des Gotteshauses erstrecken – und weite Teile der Fläche des jetzigen Hauptschiffs einnehmen. Diese Lage habe man auch ausgewählt, damit das Außengelände möglichst viel Licht und Sonne erhalte, sagt Dördelmann. Das Architekturbüro Schulte aus Steinfurt hat zwei mögliche Varianten entworfen. In der ersten Version wird das Hauptschiff in Gänze entfernt, bei der zweiten bleibt etwa ein Drittel davon stehen. Planungsbüro und Pfarrei favorisieren die zweite Variante, mit dem Bistum abgestimmt sind aber beide noch nicht. „Der Chorraum wird zum Dreh- und Angelpunkt“, sagt Dördelmann. Gespannt ist er auf Ideen zur Nutzung des übrig bleibenden Teils des Hauptschiffes.

Bereits am Sonntag hatte die Pfarrei den direkten Anwohnern die Pläne vorgestellt und sie um ihre Zustimmung gebeten. So erhoffen sich die Bauherren einen raschen Start – möglichst noch in diesem Frühjahr. Andernfalls würden sich die Arbeiten durch die notwendige Bebauungsplanänderung verzögern. Der Kindergarten St. Theresia , der zum 1. August eine vierte Gruppe bekommt, müsste über längere Zeit in ein Provisorium ausweichen.

Das neue Kindergartengebäude soll zweigeschossig werden – mit jeweils zwei Gruppen auf jeder Ebene. Läuft alles nach Plan, wäre die Einrichtung zum Jahresende fertig, so hofft Pfarrer Dördelmann. Die Kirche wird das Projekt nicht selbst finanzieren, das Bauunternehmen Arning ist der Investor. Die Baukosten werden zurzeit noch ermittelt, so Dördelmann.

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