Reihe „Abendvisite“
„Schlafhygiene“ hilft bei gestörter Nachtruhe

Borghorst -

Schlafstörungen - mit diesem Thema befasste sich Dr. med. Matthias Heyng, Chefarzt der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie im UKM Marienhospital Steinfurt, bei der jüngsten Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“.

Montag, 29.05.2017, 21:00 Uhr
Das Publikumsinteresse am Thema war sehr groß.
Das Publikumsinteresse am Thema war sehr groß.

Unbestritten ist, dass Schlaf der Erholung dient und dass Lerninhalte während der Ruhephase zwischen Sonnenunter- und Sonnenaufgang besonders intensiv abgespeichert werden. Warum Schlaf generell zum Leben dazugehört, ist bis in den letzten Winkel der Erkenntnis noch nicht erforscht.

Bedenklich werde es allerdings, wenn Schlafstörungen auftreten, schreibt das Kulturforum Steinfurt in einer Presseinformation. Mit diesem Thema befasste sich Dr. med. Matthias Heyng, Chefarzt der Abteilung Psychosomatik und Psychotherapie im UKM Marienhospital Steinfurt, bei der jüngsten Folge der Vortragsreihe „Abendvisite“.

Der erwachsene Mensch in Deutschland schläft laut einer Studie durchschnittlich sechs Stunden und 59 Minuten am Tag. Dass ältere Menschen, wie oft behauptet wird, weniger Schlaf brauchen, müsse differenziert betrachtet werden, da sich der Tagesablauf und der Tag-Nacht-Rhythmus veränderten. „Schlafstörungen sind ein weit verbreitetes Phänomen“, sagt Heyng. Oft sind die Gründe offensichtlich, denn als echte „Schlafräuber“ gelten unter anderem Schichtarbeit, Lärm, Stress, ungelöste Konflikte und Alkohol.

Es gibt auch krankhafte Störungen wie das Schlaf-Apnoe- und das Restless-Leg-Syndrom, heißt es in der Pressemitteilung weiter. Zu besonderer Vorsicht rät der Experte bei Schlaf-Apnoe, vorübergehenden Atemstillständen während des Schlafens. Wer darunter leide, solle unbedingt einen Arzt aufsuchen, da die Folgeerkrankungen gravierend sein könnten. „Im Schlaflabor werden physiologische Funktionen gemessen, die eine exakte Diagnose der Gründe von Schlafstörungen ermöglichen“, so der Chefarzt gegenüber dem interessierten Publikum.

Wer Ratschläge zur „Schlafhygiene“ beachte, könne die Schlafbereitschaft fördern. So sollte zum Beispiel drei Stunden vor dem Einschlafen kein Alkohol mehr getrunken werden, acht Stunden vorher kein Kaffee mehr. Von größeren Essensportionen vor dem Zubettgehen wird abgeraten, ein kleines „Betthupferl“ hingegen sei möglicherweise sogar förderlich.

Darüber hinaus können autogenes Training, progressive Muskelentspannung und ähnliche Übungen helfen, erholsame Ruhe zu finden.

Medikamente wie Schlafmittel werden von Medizinern heute mit Vorsicht eingesetzt. Zunächst sollten sämtliche nichtmedikamentösen Behandlungsmethoden ausgeschöpft werden. Grundsätzlich sollten Schlafmittel, wenn es denn keine andere Möglichkeit gebe, nicht länger als einen Monat angewendet werden, um einer Abhängigkeit vorzubeugen.

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