Schulsanierungen in Steinfurt:
Irgendetwas ist immer knapp

Steinfurt -

Den Mangel verwalten, das kennt Detlef Bogs. In der Vergangenheit fehlte dem Fachdienstleiter Gebäudemanagement das Geld, um die vielen notwendigen Renovierungsmaßnahmen an den städtischen Schulen durchführen zu können. Durch das Förderprogramm des Landes „Gute Schule 2020“ sind die Finanzen ausnahmsweise diesmal nicht das Problem. Bogs fehlt es jetzt an Personal, um die zahlreichen Modernisierungen zeitnah in Angriff nehmen zu können. Derzeit laufen 50 kleinere und größere Sanierungen.

Dienstag, 30.05.2017, 17:16 Uhr
Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Das ehemalige Jugendorchester ist die heutige Musikfabrik und lange aus den maroden Realschul-Pavillons ausgezogen. In den Sommerferien erfolgt der Abriss.
Ein Bild aus vergangenen Zeiten: Das ehemalige Jugendorchester ist die heutige Musikfabrik und lange aus den maroden Realschul-Pavillons ausgezogen. In den Sommerferien erfolgt der Abriss. Foto: ar

„Wir wollen wirklich nicht stöhnen“, betont der Fachdienstleiter. „Aber es gäbe nichts Schlimmeres, als wenn wir am Ende des Förderprogramms das Geld nicht in vollem Umfang in Sanierungsmaßnahmen investiert hätten“, sagt Detlef Bogs.

Er rechnet vor: Ein Techniker könne im Schnitt ein Bauvolumen von 800 000 Euro betreuen. Für Renovierungen stehen ihm derzeit zwei Kollegen zur Verfügung, macht unterm Strich ein Maßnahmenbündel mit einem Volumen von 1,6 Millionen Euro. So viel Geld steht ihm laut Haushalt für die Instandhaltung zur Verfügung. Jetzt kommen aber noch für dieses Jahr 900 000 Euro aus dem Gute-Schule-Programm hinzu.

Alle geplanten Projekte in den Schulferien durchzuziehen, daran ist gar nicht zu denken. Detlef Bogs: „Dann wären wir in zehn Jahren noch nicht fertig.“ Darum werde in enger Absprache mit den Schulleitungen auch bei normalem Unterrichtsbetrieb gearbeitet.

Einige Maßnahmen können allerdings nur in den Ferien in Angriff genommen werden. Beispiel Elektroinstallation. Bogs will Schüler und Lehrer nicht im Dunkeln stehen lassen, also werden die Kabel während der Unterrichtspausen ausgetauscht. Oder der Abbruch der Realschul-Pavillons in Borghorst, der in diesem Jahr endlich über die Bühne gehen soll. Dabei müssen hochgiftige Asbestplatten entsorgt werden. „Die Lastwagen lasse ich nicht im Schulbetrieb über den Schulhof fahren“, will der Fachdienstleiter kein unnötiges Risiko eingehen.

Allerdings kann er den Abbruch wahrscheinlich während der Sommerferien nicht ganz vollenden. Die Stadt muss laut Pachtvertrag grüne Wiese hinterlassen – und das sei in sechs Wochen beim besten Willen nicht zu schaffen.

Mit Sorgenfalten betrachtet Detlef Bogs die Entwicklung der Kosten. „Wir werden sehen, ob wir mit den kalkulierten Preisen hinkommen“, äußert sich der Fachdienstleiter vorsichtig. Derzeit beobachte er steigende Handwerker-Honorare. Er möchte natürlich nicht, dass am Ende das Geld dann doch wieder knapp wird. . .

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