Weltbauerntag
Abhängig von Tieren, Wetter und Technik

Steinfurt/Laggenbeck -

Der Weltbauerntag am heutigen 1. Juni soll daran erinnern, dass Bauern weltweit für die Erzeugung von Lebensmitteln sorgen. In Deutschland kämpfen die Landwirte um ihr Image. Tier- und Umweltschützer kritisieren die Produktions- und Haltungsmethoden. Das hält junge Menschen nicht davon ab, sich auch weiterhin für den Beruf zu entscheiden. Einer von ihnen ist Markus Ahmann. Sein Ausbildungsbetrieb ist die Lölfer-Guhle GbR in Burgsteinfurt.

Mittwoch, 31.05.2017, 15:37 Uhr
In zwei Wochen  ist Prüfung: Markus Ahmann lernt derzeit auf einem Milchviehbetrieb in Steinfurt.
In zwei Wochen  ist Prüfung: Markus Ahmann lernt derzeit auf einem Milchviehbetrieb in Steinfurt. Foto: Marlies Grüter

„In keiner anderen Ausbildung ist das so schön wie in der Landwirtschaft“, sagt Markus Ahmann und meint den Familienanschluss während der Lehre. Der Laggenbecker wohnt derzeit bei seinem Arbeitgeber in Steinfurt, ein Milchviehbetrieb. Für Ahmann ist es die zweite Station seiner Ausbildung. Für ein Jahr ist er Teil der Familie. Nach dem Realschulabschluss und dem kaufmännischen Fachabitur an der Höheren Handelsschule begann der heute 20-Jährige seine Lehre im zweiten Jahr.

Nun ist er mitverantwortlich für 180 Kühe – fast doppelt so viele wie auf dem elterlichen Hof in Laggenbeck. Dort hat Ahmann die Liebe zur Landwirtschaft entdeckt und dorthin soll es für ihn nach seiner Prüfung zurück gehen. Zumindest für ein paar Wochen. Denn im September bricht der 20-Jährige für drei Monate nach Kanada auf. Als Erntehelfer. „Mal sehen, wie die das dort so machen“, sagt er.

In der Landwirtschaft gebe es ständig neue Maschinen, und neue Herausforderungen. Allein schon der Melkroboter, der auf dem Hof Lölfer-Guhle die Arbeit erleichtert, sei eine ganz neue Technik für ihn, sagt Ahmann. So sei kein Betrieb wie der andere. Und auch die Tage könnten unterschiedlicher nicht sein: „Wir sind abhängig von den Tieren, vom Wetter, von der Technik. Da kann man den Tag planen wie man will, irgendwas kommt immer dazwischen und dann muss man alles umschmeißen“, sagt der angehende Junglandwirt schmunzelnd. Für ihn ist das eine Besonderheit des Berufs – nicht lästig, sondern spannend. „Viele denken ja, man sitzt nur auf dem Trecker.“ Aber das sei nur der geringste Teil der Arbeit und selbst der verändere sich stetig. Traktoren werden heute per GPS gesteuert.

Landwirt war für Ahmann immer ein Traumberuf. Schon im Grundschulalter half er auf dem elterlichen Hof. Später, wenn die Klassenkameraden in den Urlaub fuhren, freute er sich, zu Hause bleiben und bei der Ernte anpacken zu können. Da war der Weg schon vorgezeichnet. Mit seiner schriftlichen Prüfung in zwei Wochen und dem praktischen Teil einen Monat danach hat er die erste Etappe zum Ausbildungsziel geschafft. Später wird Ahmann die Höhere Landbauschule besuchen. Erstmal paukt er jetzt Pflanzenbau, Tierproduktion und Wirtschaft.

Auch Imagepflege stand in der Berufsschule auf dem Stundenplan. „Man wird schon mal komisch angeschaut, wenn man mit dem Güllefass unterwegs ist“, nennt Ahmann ein Beispiel für Momente, in denen er merkt, dass der Ruf der Landwirtschaft gelitten hat. „Das riecht natürlich, aber viele wissen nicht, dass das ein Nährstoffdünger ist.“ Landwirte seien heute gut ausgebildet. „Es gibt schwarze Schafe, die vieles kaputt machen. Aber wir geben unser Bestes“, sagt Ahmann und gibt zu bedenken, was es bedeuten würde, wenn es keine Landwirtschaft gäbe: „Natürlich kann man Lebensmittel im Ausland kaufen. Ob man das will, ist eine andere Frage.“ Für Ahmann ist Landwirt ein Beruf mit Zukunft – ganz klar.

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