Unternehmen bieten Mitarbeitern zunehmend Leasing-Räder an
Job-Rad im Aufschwung

Steinfurt -

Rein optisch sind sie kaum von normalen Fahrrädern zu unterscheiden: Schicke E-Bikes sind zunehmend im Steinfurter Straßenbild vertreten. Auch für den Weg zur Arbeit wird immer häufiger auf das Pedelec zurückgegriffen. Gesundheitliche Aspekte sprechen dafür, zudem finanzielle: Längst haben auch Unternehmen erkannt, dass ihre Mitarbeiter davon profitieren können – und machen ihnen den Umstieg vom Auto mittels Leasing-Verträgen schmackhaft.

Freitag, 02.06.2017, 23:00 Uhr
Mit dem geleasten Rad zur Arbeit: Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren gleichermaßen von dieser Art des Berufspendelns. In vielen Betrieben geht die Initiative von den Mitarbeitern aus.
Mit dem geleasten Rad zur Arbeit: Arbeitnehmer und Arbeitgeber profitieren gleichermaßen von dieser Art des Berufspendelns. In vielen Betrieben geht die Initiative von den Mitarbeitern aus. Foto: Tobias Hase/dpa

Zu den Steinfurter Einrichtungen, die ein E-Bike-Leasing eingeführt haben, zählt der Kreissportbund. „Die Initiative ging von einigen unserer Mitarbeiter aus“, sagt Vorstandsvorsitzender Uli Fischer. Man habe sich informiert und durchgerechnet, ob sich die Einführung des Modells lohnt. Im Vorfeld habe es eine Vorstellung gegeben, bei der eine Vertreterin des Kooperationspartners die interessierten Mitarbeiter über alle Facetten des Job-Rads aufgeklärt habe. „Wir sind zu dem Ergebnis gekommen, dass es sich lohnt, wenn der Wert des geleasten Rads entsprechend hoch ist“, berichtet der KSB-Vorsitzende. Damit der Leasingnehmer möglichst wenig mit dem Unterhalt des Rads zu tun hat, habe man gleich einen Service- und Wartungsvertrag mit abgeschlossen. Bleibt der E-Bike-Nutzer einmal mit einer Panne liegen, wird das Rad kostenlos abgeholt. Und, bei dem Wert nicht zu vernachlässigen: Das Paket enthalte auch eine Diebstahlversicherung.

Fischer nennt ganz konkret eine Mitarbeiterin, die das Angebot genutzt hat und täglich mit dem Leasing-Rad von Nordwalde zur Geschäftsstelle an der Bahnhofstraße pendelt. „Sie benutzt es so häufig wie möglich und ist ganz begeistert“, weiß Fischer. Der KSB-Chef wohnt zwar selbst in Steinfurt, nur wenige Kilometer zur Dienststelle entfernt, überlegt aber ebenfalls, auf den Zug aufzuspringen. „So wie weitere unserer Mitarbeiter.“ Fischer ist überzeugt, dass sich die regelmäßige Bewegung an der frischen Luft positiv auswirkt. Zudem komme der KSB so auch seiner Vorbildfunktion nach, die er als Sportorganisation hat. Um den Radverkehr nachhaltig zu fördern, sei es indes auch wichtig, die In­frastruktur, sprich das Radwegenetz, weiter zu verbessern.

Noch nicht ganz soweit ist das UKM Marienhospital mit der Einführung des Job-Rads. „Nach Anfragen aus der Mitarbeiterschaft ist das Thema Ende April im Betriebsrat behandelt worden, mit positivem Ergebnis“, berichtet Pressesprecher Stephan Schonhoven. Derzeit würden Musterverträge ausgearbeitet. Der gesundheitsfördernde Aspekt des Radfahrens sei unbestritten. Das Job-Rad stelle einen hohen Anreiz für den Umstieg vom Auto dar. „Das E-Bike-Leasing bietet für Arbeitnehmer und Arbeitgeber Vorteile“, weiß Mareike Schnieder vom gleichnamigen Fahrradgeschäft an der Goldstraße. Vor allem seit der Gesetzgeber die sogenannte Ein-Prozent-Regelung auf Fahrräder und E-Bikes ausgeweitet hat, sei die Nachfrage für Elektro- Zweiräder als Verkehrsmittel für den Weg zur Arbeit deutlich angestiegen, berichtet sie.

In der Regel seien es 25-km/h-Pedelecs, die für das Leasing infrage kommen. Die schnellere Variante erfordere die Einhaltung besonderer Sicherheitsvorschriften und Sorgfaltspflichten, deren Einhaltung vom Arbeitgeber schwierig zu überprüfen sei. Der Trend indes sei unverkennbar. „Auch die Kaufbereitschaft für höherwertige Räder steigt stetig“, freut sich die Fahrradhändlerin.

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