Neueröffnung: „Login Logout“
Wo ist Leonie Bracht?

Borghorst -

Die Zeit tickt unerbittlich und der Verbleib von Leonie Bracht ist immer noch unklar. Das Verschwinden der jungen Frau, es bereitet uns keine Sorgen – sondern Spaß. Denn die Steinfurterin existiert nicht im realen Leben, sie ist eine fiktive Figur im Escape Game.

Montag, 17.07.2017, 05:00 Uhr aktualisiert: 17.07.2017, 20:10 Uhr
Unser Testlauf im Escape Room ist nur bedingt erfolgreich, denn die Tür öffnen wir nicht vor Ablauf der 60 Minuten. Spaß macht das Spiel aber, dank der Hinweise der beiden Betreiber Nadine Tälkers und Christian Spitthoff (kl. Bild), die im Nebenraum sitzen, sind wir der Auflösung nah.
Unser Testlauf im Escape Room ist nur bedingt erfolgreich, denn die Tür öffnen wir nicht vor Ablauf der 60 Minuten. Spaß macht das Spiel aber, dank der Hinweise der beiden Betreiber Nadine Tälkers und Christian Spitthoff (kl. Bild), die im Nebenraum sitzen, sind wir der Auflösung nah. Foto: Vera Szybalski

Seit Anfang Juli kann man für eine Stunde seinen Job gegen den des Detektivs tauschen und im neu eröffneten „Login Logout“ in der Münsterstraße 17 dem Rätsel um Bracht aufspüren. Genau das haben wir, die Volontäre Pjer Biederstädt und Vera Szybalski sowie Praktikantin Franzis Lammerding, gemacht.

Das Phänomen Escape Game ist damit in Borghorst angekommen. Das Prinzip: 60 Minuten lang ist man in einem Raum eingesperrt, der Weg in die Freiheit ist gepflastert mit Rätseln, Codes und versteckten Hinweisen. Kombinationsgabe ist ebenso gefragt wie Geschicklichkeit. Wer seine Sache gut macht, öffnet vor Ablauf der Stunde das Tor. Oder man macht es so wie wir – und steht nach 60 Minuten vor einer verschlossenen Tür.

Spiel verloren, trotzdem Spaß gehabt. Die Zusammenarbeit als Team sorgt für Freude und erleichtert den Weg zum Ziel. Vor allem dann, wenn man kluge Mitspieler hat, die sich auf der Suche nach Hinweisen weitaus geschickter anstellen als man selbst, auch wenn sie einen im nächsten Augenblick mit einem markerschütternden Schrei fast zu Tode erschrecken. Dass wir manchmal den Wald vor lauter Bäumen nicht sehen und der Aufmerksamkeitsspanne eines Goldfischs gleich die eben verfolgte Spur gegen eine neu entdeckte tauschen – und uns damit selbst eine falsche Fährte legen –, gehört zu den Tücken des Spiels.

Da ist es nur hilfreich, dass einem Nadine Tälkers und Christian Spitthoff mit Hilfe von Kameras und Mikrofonen über die Schulter schauen und lauschen. Ganz wichtig: Aufgezeichnet wird nichts. Die beiden Betreiber des „Login Logout“ sitzen im Nebenraum und nutzen die Aufnahmen um via Bildschirm Hinweise zu schicken, wenn die Gruppe sich bei einer Spur verrannt hat oder nicht weiter weiß. „Wir wollen ja nicht, dass die Leute den Spaß verlieren“, sagt Tälkers. Ist das auf dem Hochzeitsfoto Leonie Bracht und haben die markierten Stellen im Buch wirklich etwas zu bedeuten?

Tälkers und Spitthoff kennen die Antworten ganz genau, schließlich haben sie mehr als ein Jahr lang an der Geschichte gefeilt. Alles rund um das Verschwinden von Leonie Bracht ist selbst ausgedacht, der Raum, in dem die Spieler eingeschlossen werden, mit viel Liebe zum Detail gestaltet. Nach den Besuchen anderer Escape Games kam den beiden die Idee, selbst einen Laden zu eröffnen.

400 Quadratmeter groß ist ihr gesamtes Areal an der Münsterstraße, neben einem Eingangsbereich mit Sofas, Retrospielen und einem „Heißen Draht“ ist bislang erst in einem Raum ein Escape Game entstanden. Tälkers und Spitthoff würden das Angebot gerne erweitern. „Das hängt aber davon ab, wie gut es angenommen wird“, sagt Tälkers. Speziell einen Raum für acht- bis 13-jährige Kinder würden die Betreiber gerne realisieren. Grundsätzlich seien Kapazitäten für fünf bis sieben Räume vorhanden.

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Von Firmen über Skatrunden bis Kegelclubs – das Spiel richtet sich an alle, nach oben gibt es keine Altersgrenze. Buchungen sind über das Internet oder unter Telefon 0 25 52 / 99 79 26 6 möglich. Da Tälkers und Spitthoff berufstätig sind, ist „ Login Logout “ unter der Woche erst abends geöffnet, am Wochenende gibt es längere Öffnungszeiten.

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Die Tür ist zu und die Zeit läuft – zwei zentrale Aspekte von Escape Games , auch Exit Games genannt. Die beliebten Computerspiele sind vor einiger Zeit in der realen Welt angekommen. Besonders in großen Städten gibt es Anbieter. Als Gruppe wird man in einen Raum eingeschlossen, das Ziel ist ganz einfach: wieder herauskommen. Der Schlüssel zum Ausgang muss erspielt werden. Dafür haben die Spieler eine Stunde Zeit. Als Team müssen Rätsel gelöst und Codes geknackt werden. Wer die Hinweise richtig zusammensetzt, findet den Weg in die Freiheit. Gedacht ist das Spiel häufig für zwei bis sechs Teilnehmer, das hängt vom Veranstalter ab. Ebenso wie das Mindestalter. Während es nach oben offen ist, dürfen bei manchen Spielen erst Jugendliche ab 16 Jahren mitmachen. Für „Login Logout“ gilt: Es können zwei bis sechs Spieler ab 13 Jahren teilnehmen. Geeignet sind Escape Games als Teambuildingmaßnahme, Junggesellenabschied oder Freizeitvertreib.

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