Heinrich-Neuy-Bauhaus-Museum
Wiesenblumen treiben künstlerische Blüten

Borghorst -

Als Hedwig Seegers noch ein Kind war, hat ihr Vater Heinrich Neuy ihr den selbst gemachten Bildband voller Wiesenblumen geschickt. Jahrzehnte später haben sich wieder Kinder mit den Wiesenblumen beschäftigt, wieder ist ein Buch entstanden.

Dienstag, 18.07.2017, 05:00 Uhr
Das Wiesenblumenbuch ihres Vaters war für Hedwig Seegers der Ausgangspunkt eines vielschichtigen Kunstprojekts mit Kindern.
Das Wiesenblumenbuch ihres Vaters war für Hedwig Seegers der Ausgangspunkt eines vielschichtigen Kunstprojekts mit Kindern. Foto: Axel Roll

Für Hedwig Seegers war es einer der prägendsten Momente ihrer Kindheit, als sie im letzten Kriegsjahr ein Paket ihres Vaters erreichte, der in Nebraska in den USA in Kriegsgefangenschaft saß. „Wohl aus Angst, ich könnte die Wiesenblumen nicht kennen, hat er mir einen selbstgemalten Bildband dazu geschickt“, erzählt die Neuy-Tochter.

Damals konnte sie noch nicht ahnen, dass das einfach geheftete Buch Jahrzehnte später als Vorlage für ein viel beachtetes Kunstprojekt mit Kindergartenkindern dienen würde. Ergebnis: wieder ein Buch. Das hat natürlich nicht diesen einzigartigen Charakter wie die Wiesenblumenbilder ihres Vaters. Es zeigt aber eindrucksvoll, was Kinder künstlerisch alles so anstellen können mit Wiesenblumen. . .

„Es hat einfach unheimlich viel Spaß gemacht“, muss Hedwig Seegers noch heute lächeln, wenn sie an die vielen Kunststunden zurückdenkt, die sie mit den Vorschulkindern in Münster, Saerbeck, Greven und Reckenfeld erleben durfte. Überall dort waren die Wiesenblumen ihres Vaters Ausgangspunkt für ein vielschichtiges Projekt, bei dem das Malen der bunten Pflanzen noch das Naheliegendste und Einfachste war. Die vielen verschiedenen Facetten überzeugte auch die PWC-Stiftung, die die Wiesenblumen unter 60 weiteren Projekten für eine intensive Förderung auswählte.

Derweil unternahmen die Kinder Expeditionen in die Natur, um ihren zu Papier gebrachten Vorbilder nachzuspüren. Sie gruben sie aus, untersuchten die Zwiebeln („Die riechen ja wie Kohlrabi“) und schrieben Geschichten zu den Pflanzen. Hedwig Seegers: „Die meisten davon endeten mit ,Und wenn sie nicht gestorben sind. . .‘“

Die künstlerische Auseinandersetzung hatte aber noch andere Triebe. So machten sich die Kinder Gedanken darüber, wie sie Löwenzahn tanzen könnten. Oder welches Musikinstrument am besten zum Schneeglöckchen passt.

Die Heinrich-Neuy-Tochter ist überzeugt: „Das Projekt hat bei den Kindern viele positive Spuren hinterlassen.“ Sie weiß von Eltern, die stolz davon berichten, dass ihr Nachwuchs unbedingt die Matisse-Ausstellung im münsterischen Picasso-Museum besuchen wollten. Oder einfach nur, dass Blumen durch das Projekt einen ganz anderen Stellenwert bei den Kleinen bekommen haben.

Am Ende des mehrjährigen Projekts stand natürlich eine Ausstellung im Heinrich-Neuy-Museum. Auch daran erinnert sich die Neuy-Tochter nur allzu gerne. . .

Zum Thema

Das Buch „Kinder und Kunst und Kultur und Heinrich Neuy“ ist zum Preis von 9,90 im Heinrich-Neuy-Bauhausmuseum erhältlich. Es enthält nicht nur Arbeitsanweisungen zum Wiesenblumen-Projekt, sondern erlaubt es auch, dass Eltern mit ihren Kindern das Projekt nachverfolgen können.

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