Kino Steinfurt
Cineastisches Flair im „Al Gallo“

Burgsteinfurt -

Sie besitzen das einzige inhabergeführte Kino in der Umgebung Steinfurts – und wollen es nunmehr auf rund die doppelte Größe erweitern: Tobias und Stefanie Hamer haben die ehemalige Pizzeria „Al Gallo“ in unmittelbarer Nachbarschaft gekauft. Nach umfangreichem Umbau soll im Frühjahr kommenden Jahres Neueröffnung sein.

Dienstag, 18.07.2017, 12:08 Uhr aktualisiert: 18.07.2017, 13:08 Uhr
Hat mit dem „Al Gallo“ viel vor: Die Familie Hamer mit Mutter Stefanie, Vater Tobias und den Söhnen Sam (4, unten, l.) und Mats (zehn Monate, auf dem Arm des Papas). Sie selbst hat im Obergeschoss ihre Wohnung bezogen.
Hat mit dem „Al Gallo“ viel vor: Die Familie Hamer mit Mutter Stefanie, Vater Tobias und den Söhnen Sam (4, unten, l.) und Mats (zehn Monate, auf dem Arm des Papas). Sie selbst hat im Obergeschoss ihre Wohnung bezogen. Foto: s

Weinflaschen hängen von der Decke, in den Glasvitrinen stehen die Gläser in Reih‘ und Glied: An der Theke sieht es so aus, als ob gestern noch Gäste im „Al Gallo“ zu Abend gegessen hätten. Und auch die Küche macht den Eindruck, dass jeden Moment ein Koch erscheint und mit der Essensvorbereitung beginnt. Indes: Das italienische Restaurant am Eingang der Burgsteinfurter Altstadt ist seit dem Tod des letzten Besitzers Geschichte.

Das Gebäude selbst aber erwacht schon bald zu neuem Leben. Im Mai bereits haben es Tobias und Stefanie Hamer, Betreiber des benachbarten Kino Steinfurt, von Maria Luciano, Witwe des Verstorbenen Alessandro Luciano, erworben. Und die Eheleute haben mit der 400-Quadratmeter-Immobilie mit Vollunterkellerung einiges vor. Der bisherige Gastraum soll das neue Entree des Kinos werden – „mit kleiner Gastronomie, mit Billardtischen, Kicker und Darts, eventuell sogar mit Sportsbar“, berichtet Stefanie Hamer. Das bisherige Foyer mit Eingang von der vielbefahrenen Leerer Straße aus soll zunächst Reservefläche und später einmal zu einem dritten Kinosaal umfunktioniert werden, ergänzt Ehemann Tobias.

Chance wahrgenommen

Für die Hamers eröffnen sich dank des Erwerbs des „Al Gallo“ nach eigener Aussage ganz neue Möglichkeiten, um weiter an der Attraktivität ihres Kinos zu feilen. „Nur Kino allein, das reicht heutzutage nicht mehr aus“, weiß Stefanie Hamer. Das Drumherum sei ebenso wichtig. Und die Hamers haben viel vor: Seniorenkino, Veranstaltungen nur für Frauen, Kindergeburtstage, Cocktailbar – für derlei Angebote war das bisherige Foyer oftmals zu klein.

„Wir mussten Sonderveranstaltungen schon absagen, weil wir einfach nicht genügend Platz hatten“, berichten die Kinobetreiber, die das traditionsreiche Lichtspielhaus 2013 von Unternehmer Heinz Palstring übernommen hatten. Als sich ihnen Anfang des Jahres die Chance bot, das „Al Gallo“ zu kaufen, packten sie die Gelegenheit beim Schopf.

Und so zieht in das Gebäude, das einst schon zum Kino gehörte, schon bald wieder cineastisches Flair ein. „Wenn alles nach Plan läuft, wollen wir im Frühjahr kommenden Jahres eröffnen“, gibt Tobias Hamer als Ziel aus.

Retro-Einrichtung

Als fachlicher Begleiter für ihr Vorhaben fungiert Architekt Joachim Bannert. „Er kennt das Gebäude von der Pike auf“, berichtet der 35-jährige Theaterleiter, der mit seiner Frau seinerzeit von Hamburg nach Steinfurt kam. Zusammen mit einer Inneneinrichterin tüfteln alle Beteiligten an der Umsetzung des neuen Kino Steinfurt. „Uns schwebt eine Retro-Einrichtung vor – mit roten Ledersofas und Rockabilly-Charme“, sagt Stefanie Hamer. Mehr will sie zum jetzigen Zeitpunkt noch nicht verraten. Schließlich soll es für die Kinobesucher auch einen Überraschungseffekt geben.

Die Hamers rechnen damit, in Kürze die Bauanträge bei der Genehmigungsbehörde einreichen zu können. Es sind diverse Umbauten geplant, unter anderem wird es auch im hinteren Bereich einen Durchbruch zum bisherigen Kinogebäude geben. Dort wird der Betrieb im einzigen inhabergeführten Betrieb seiner Art in der Umgebung währenddessen wie gewohnt weiterlaufen.

Filme statt Pizzen

Dass der Platzbedarf des sich auch von Gästen aus der Umgebung Steinfurts immer größerer Beliebtheit erfreuenden Kinos steigt, zeigte sich bereits im Februar. Seinerzeit pachtete das aus Quickborn stammende Paar, das inzwischen neben geringfügig Beschäftigten auch mehrere Teilzeit- und Vollzeitkräfte zum Mitarbeiterstab zählt, den ebenfalls direkt angrenzenden Friseursalon von Ewald Schröder an. Derzeit werden die Räumlichkeiten als Büro- und Lagerraum genutzt. Langfristig könnte auch dort indes ein weiterer Kinosaal entstehen. „Aber eins nach dem anderen“, wollen die beiden nichts überstürzen.

Stefanie und Tobias Hamer stellen deutlich heraus, dass sie im „Al Gallo“ keine neues Abendlokal und auch keine Pizzeria eröffnen werden, wie es in der Gerüchteküche der sozialen Netzwerke schon anklang. Ihr Ding ist das Kino – und darauf wird ihr Schwerpunkt auch weiterhin liegen, nur größer und schöner.

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