Quartier neben Rolinck-Brauerei
Becken verbreitet die dicke Luft

Burgsteinfurt -

Auch wenn die Anwohner mittlerweile durchatmen können – sogar außerhalb der eigenen vier Wände –, ist das Problem für Wolfgang Spille noch lange nicht vom Tisch. Allerdings kann der Tiefbau-Chef im Rathaus inzwischen eindeutig nachweisen, wie er sagt, woher die fauligen Gerüche im Neubaugebiet Spinnerei Rolinck kommen.

Samstag, 22.07.2017, 15:00 Uhr aktualisiert: 23.07.2017, 13:38 Uhr
Die Nachbarn der Brauerei hoffen auf eine endgültige Lösung des Müffel-Problems. Der städtische Kanal (kl Bild) scheidet als Verursacher ebenso wie die Aa aus.
Die Nachbarn der Brauerei hoffen auf eine endgültige Lösung des Müffel-Problems. Der städtische Kanal (kl Bild) scheidet als Verursacher ebenso wie die Aa aus. Foto: Ralph Schippers

Sie wabern wohl von der benachbarten Brauerei über die Aa in das schmucke Quartier. Das Ausgleichsbecken bei Rolinck stand schon lange in Verdacht, an dem Muff in der Luft nicht ganz unschuldig zu sein. Nachdem der Tiefbau-Fachdienst jetzt den zweiten möglichen Schuldigen entlasten konnte, ist für die Experten klar, dass besagtes Becken nicht ganz geruchsdicht ist. Wolfgang Spille: „Wir hatten auch einen städtischen Kanal in Verdacht.“ Durch Geruchssensoren, die über Monate jetzt etwaige Ausdünstungen in Richtung Schwefelwasserstoff erschnüffelten, könne der Kanal als Verursacher aber ausgeschlossen werden. „Wenn es im Viertel roch, waren die Werte der Sensoren unauffällig“, so der Fachdienstleiter.

Also das Ausgleichsbecken der Brauerei. Dort wird tagsüber das Abwasser des Betriebs gesammelt und nachts wohldosiert an die Kläranlage abgegeben, um die nicht über Gebühr zu belasten. In den letzten Wochen hat Wolfgang Spille das flüssige Klärgut direkt Richtung Reinigung fließen lassen, ohne es im Becken zwischenzuparken. Das Ergebnis, so sein Eindruck, überzeugt die Anwohner. „Es riecht nicht mehr.“ Gleichwohl ist das direkte Durchleiten für den Fachmann nur ein Provisorium, das auch nur in den Sommermonaten funktioniert, wenn erfahrungsgemäß weniger Abwasser in den Steinfurter Haushalten anfällt.

Wolfgang Spille muss an die Wurzel des Problems, und die steht auf Brauerei-Grund. Sein Ziel ist es jetzt, mit dem Investor für das Baugebiet und dem Betrieb in der Nachbarschaft eine einvernehmliche Lösung hinzukriegen. „Wir müssen alle an einen Tisch bringen, um das Thema in aller Ruhe zu besprechen“, so der Fachdienstleiter.

Wann die Müffelei ein endgültiges Ende hat, kann Wolfgang Spille derzeit noch nicht sagen. Erst müsse ein gemeinsamer Weg gefunden werden, der wahrscheinlich zu baulichen Maßnahmen führen wird. Und dann kommt noch die Frage aller Fragen: Wer bezahlt das alles?

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