Pelargonien im Kreislehrgarten
Mehr als eine Allerweltspflanze

Burgsteinfurt -

Pelargonien? Das ist kein südlicher Sehnsuchtsort, sondern eine Pflanze. Sogar eine ziemlich bekannte, die ganze Balkone durch ihr Blühen verschönern kann. Am Samstag eröffnete der Fachjournalist und Züchter Andreas von der Beeck aus Münster die Pelargonien-Ausstellung im Kreislehrgarten.

Sonntag, 06.08.2017, 21:00 Uhr aktualisiert: 07.08.2017, 16:52 Uhr
Eröffneten die Pelargonien-Ausstellung im Kreislehrgarten: Leiter Klaus Krohme (r.) und Fachjournalist Andreas von der Beeck.
Eröffneten die Pelargonien-Ausstellung im Kreislehrgarten: Leiter Klaus Krohme (r.) und Fachjournalist Andreas von der Beeck. Foto: Annegret Rose

Im Namen der Deutschen Gartenbaugesellschaft begrüßte er gemeinsam mit dem Leiter des Kreislehrgartens, Klaus Krohme, die Besucher, die sich trotz Regenschauern eingefunden hatten. Die ursprünglich angesagte Vizepräsidentin der Deutschen Gartenbau Gesellschaft (DGG), Heike Boomgarden, musste kurzfristig absagen. Das war aber der einzige Wermutstropfen einer ansonsten gelungenen Veranstaltung.

In Europa ist die Pelargonie erst seit knapp 300 Jahren bekannt. Ein Matrose hatte sie in England den Hofgärtnern überlassen, die sie 1632 Pelargonium Triste tauften. Hierzulande ist sie über die Niederlande eingereist und seit 1670 heimisch. So besitzt der Botanische Garten in Münster immerhin über 280 Arten, die mit ihren Blüten und Düften um den Besucher wetteifern.

Die Pelargonie kann noch mehr als Blühen. Deshalb ist sie keine Geranie. Ihre Blätter verfügen über ätherische Öle, die als Würze genutzt werden können. Apfel, Mango, Majoran oder Zitrone kann der Besucher schnuppern, wenn er die Blätter leicht reibt. Und Gäste, die sind im Kreislehrgarten sehr willkommen. „Wir haben uns auf Besucher eingestellt und bieten auch am nächsten Wochenende jeweils um 11 Uhr und 14 Uhr Führungen an“, berichtet Klaus Krohme.

Wie ist das möglich, dass eine eher unscheinbare Pflanze wie die Pelargonie solch ein Aufsehen erregt? Liegt es daran, dass sie in Italien und Spanien oft mit ihren meist roten Blüten eine Häuserwand oder einen Innenhof schmückt? Vielleicht, jedenfalls kann sie nicht nur hängend oder stehend in Töpfen und Balkonkästen gedeihen, sondern sich auch dreiblättrig beziehungsweise zweiblättrig präsentieren.

Ihre Blätter sind immer interessanter geworden. Das liegt am Duft und der Verwendbarkeit in der Küche. So ist ein Pesto aus den Blättern der Pelargonie äußerst angesagt beim Lammbraten. Außerdem sind die Blätter in ihrer Vielfarbigkeit attraktiv. Bei den Blüten kommt man an Rot in allen Schattierungen nicht vorbei. „Gerade diese Arten sind in England sehr beliebt“, erzählte Andreas von der Beeck, „sie lassen sich auch gut überwintern.“ Hinzu kommt, dass die Pelargonie genügsam ist, einen Sonnenplatz zu schätzen weiß und keine besonderen Anforderungen an das Gießen stellt. Trotzdem ist sie für die Fachwelt schon weit mehr als eine Allerweltspflanze, die in Deutschland oft als Geranie bezeichnet wird.

Bei der Ausstellungseröffnung gab es einen Blumenstand, an dem man sich gleich einen Topf für daheim mitnehmen konnte. Auch für das kommende Wochenende wird die Raritätengärtnerei Katharina Kaltenbach aus Freiburg vertreten sein. Der Kreislehrgarten bietet darüber hinaus Informationen von Gärtnereien an, die sich auf Pelargonien spezialisiert haben.

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