Bundestagswahl: Die Direktkandidaten
„Hartz IV rückgängig machen“

Kreis Steinfurt -

Ein Wahlkreis, sechs Kandidaten: Am 24. September werden die Wähler zur Wahlurne gerufen. Bis dahin stellt unsere Zeitung die Kandidaten im Wahlkreis 124 Steinfurt I/Borken I vor. Heute: Hannes Draeger, der für die Partei Die Linke antritt.

Mittwoch, 06.09.2017, 16:47 Uhr
Für die Partei Die Linke kandidiert Hannes Draeger bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 124.
Für die Partei Die Linke kandidiert Hannes Draeger bei der Bundestagswahl im Wahlkreis 124. Foto: Josef Barnekamp

Hartz IV, Agenda 2010, soziale Gerechtigkeit, Atompolitik: Das sind die Themen, über die Hannes Draeger zur Politik und zu seiner Partei Die Linke gefunden hat. Seit 2007 ist er Partei-Mitglied. „Mittlerweile werden wir als ernsthafte Kraft wahrgenommen“, sagt der 33-jährige Draeger, der in Münster wohnt und aus Berlin stammt. Seit fast zehn Jahren ist er Mitarbeiter von Linken-Bundestagsabgeordneten, und so sei der Entschluss, für die Linke im Bundestagswahlkampf anzutreten, auch kein Sprung in allzu kaltes Wasser gewesen.

Wofür Hannes Draeger sich einsetzen will, falls man ihn im Bundestag mitarbeiten lasse: „Ich würde schauen, dass man Hartz IV rückgängig macht“, sagt der Linken-Kandidat. „Der Niedriglohnsektor explodiert. Da muss man gegensteuern“, sagt der Linken-Kandidat. Ginge es nach ihm, würde die Leiharbeit reduziert, mit Werksverträgen wäre Schluss und die, so Draeger, „Superreichen“ würden zudem deutlich mehr Steuern zahlen als bislang. Auch kostenlose Mittagessen für Kinder in Kita und Schulen stehen auf seiner Forderungsliste. „Geld genug ist da“, sagt Draeger zur Finanzierung.

„Die Konzerne, die das verbockt haben, müssen für die Kosten aufkommen“, sagt der Linken-Kandidat für einige Kommunen im Kreis Steinfurt und den Nordkreis Borken zum Diesel-Skandal. Er sei dafür, dass die Wiedergutmachung in Form von Hardware-Lösungen passiert und nicht ein bloßes Software-Update sein dürfe. Draeger fordert zudem eine generell andere Verkehrspolitik. „Der Öffentliche Personennahverkehr ist gerade auf dem Land schlecht aufgestellt“, sagt er. Zur Landwirtschaft in seinem Wahlkreis sagt Draeger: „Wir Linken wollen weg von Megaställen.“ Er wünsche sich mehr ökologische Landwirtschaft.

Beim Blick auf die Weltpolitik spricht er sich dafür aus, dass Deutschland nicht mehr zu den führenden Waffen-Exporteuren gehören soll. „Wir schaffen doch durch Waffenexporte nur weitere Gründe für Terroristen, Gewalt auszuüben“, sagt Draeger. Auch sei Krieg oft Ursache für die Flucht vieler Menschen. Die Urananreicherungsanlage in Gronau sähe er am liebsten stillgelegt, sagt der Münsteraner, der nicht auf der Landesliste seiner Partei steht. „Da müsste der Atomausstieg vollendet werden“, erklärt Drager.

Als Hobbys nennt der 33-jährige Linken-Politiker Lesen (Sachbücher und Krimis), Joggen und Fußball.

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