Erstwähler dürfen ran
Wen soll ich wählen?

Am 24. September dürfen mehr als 3 Millionen Erstwähler an die Urnen. Franka Doline aus der Jugendfrei-Redaktion gehört dazu und erzählt von ihren Eindrücken vor der Wahl.

Donnerstag, 07.09.2017, 16:47 Uhr
3 Millionen Erstwähler dürfen bei dieser Bundestagswahl ihre Stimme abgeben. Dazu gehört auch Franka Doliner aus der Jugendfrei-Redaktion.
3 Millionen Erstwähler dürfen bei dieser Bundestagswahl ihre Stimme abgeben. Dazu gehört auch Franka Doliner aus der Jugendfrei-Redaktion. Foto: A3838 Jens Ressing

Viele Jugendliche, die bis jetzt schon ihre Volljährigkeit erreicht haben, sehen einer ihrer ersten Herausforderungen im Erwachsenwerden entgegen: Die erste Bundestagswahl, bei der sie wahlberechtigt sind. Doch mit dieser Chance, die Zukunft mitzubestimmen, ist die Vorfreude fast genau so groß wie die Bedenken. Franka Doliner, Reporterin bei Jugendfrei, gehört zu einer der vielen Erstwählerinnen und Erstwähler und berichtet von ihren Gefühlen und Sorgen über die Bundestagswahl.

Letztens flatterte eine weiße Karte mit der Post herein, adressiert an mich. Natürlich wusste ich, dass ich eine bekommen würde, aber mit der Wahlbenachrichtigung in den Händen, fühlt man sich dann doch richtig erwachsen.

Ich bin eine von etwa 3 Millionen Erstwählern. Am 24. September darf ich zum ersten Mal an die Wahlurne und meine Stimme abgeben.

Zugegeben, das Erste was ich googeln musste: Wozu ist die Erst- und wozu die Zweitstimme da. Zwar war das Wahlverfahren in der Schule schon Thema gewesen, aber die neunte Klasse liegt schon etwas zurück. Für alle die, die mein Schicksal teilen: Mit der Erststimme wählt Ihr einen Kandidaten aus eurem Wahlkreis, der per Direktmandat als Abgeordneter in den Bundestag einzieht. Die Zweitstimme entscheidet über die Mehrheitsverhältnisse im Bundestag, also darüber, wie viele Sitze im Bundestag einer Partei jeweils zustehen. Damit ist die Zweitstimme noch wichtiger als die Erste.

Bei welcher Partei ich Ende September mein Kreuzchen setzen werde, weiß ich noch nicht. So geht es wahrscheinlich nicht nur mir. Die großen Parteien kennt man. Nur gibt es über diese hinaus noch viele weitere. Bei der Bundestagswahl 2017 stehen 48 Parteien zur Wahl. Alle mit verschiedenen und doch irgendwie gleichen Wahlversprechen. Wer soll in diesem Parteiendschungel voller Versprechungen den Überblick behalten?

Gerade als Erstwähler finde ich das am schwierigsten. Ich kann die großen Parteien ungefähr im politischen Spektrum einordnen und weiß, welche Parteien ich nicht wählen werde, aber wer macht in der kommenden Legislaturperiode die Politik, die ich gut finde, trifft die Entscheidungen, die ich unterstütze? In fast jedem Parteiprogramm gibt es Punkte, die mich ansprechen. Eine Seite weiter lese ich dann wieder etwas, das mich daran zweifeln lässt ob ich dieser Partei meine Stimme geben will.

Wer noch gar nicht weiß, wen er wählen soll, kann vielleicht mit dem Wahl-O-Mat etwas anfangen. Anhand der Thesen, denen er zustimmt oder ablehnt, wird die meiste Übereinstimmung mit einer Partei gefunden. Eine eindeutige Wahlempfehlung ist das Ergebnis aber nicht.

Feststeht: Politik bestimmt unseren Alltag. Wenn man alle vier Jahre die Chance hat mitzubestimmen, sollte man diese auch nutzen. In Deutschland haben wir keine Wahlpflicht. Jeder, der deutscher Staatsbürger und 18 Jahre alt ist, kann selbst entscheiden, ob er seine Stimme nutzt oder nicht. Aber Demokratie funktioniert nur, wenn wir wählen gehen, weil genau das doch diese Staatsform überhaupt ausmacht.

Ich werde mir am 24. September meine Wahlbenachrichtigung und meinen Personalausweis schnappen und wählen gehen. Du auch?

Franka Doliner

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