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Zweite Karriere für Oberhemden

Steinfurt -

In der Camphill-Nähwerkstatt entstehen aus Hemden, die nicht mehr passen, ganz individuelle Taschen.

Donnerstag, 07.09.2017, 17:14 Uhr aktualisiert: 07.09.2017, 19:59 Uhr
In der Näherei der Camphill-Werkstätten werden ausgediente Hemden in individuelle und ausgefallene Einkaufstaschen verwandelt. Monika Budde (l.) sorgt für reibungslose Arbeitsabläufe, Maria Deitermann (r.) fürs Sponsoring durch die Stadtwerke.
In der Näherei der Camphill-Werkstätten werden ausgediente Hemden in individuelle und ausgefallene Einkaufstaschen verwandelt. Monika Budde (l.) sorgt für reibungslose Arbeitsabläufe, Maria Deitermann (r.) fürs Sponsoring durch die Stadtwerke. Foto: Bernd Schäfer

Die Taschen aus der Camphill-Werkstatt haben einen Haken. Aber das ist auch so gewollt – der wird nämlich extra eingenäht.

„Das hat im vergangenen Jahr eingeschlagen wie eine Bombe – die Mitarbeiter mussten hier Überstunden schieben“, denkt Maria Deitermann von den Stadtwerken an die Premiere der „Aktion Hemdbeutel“ zurück. Und erklärt damit gleichzeitig, warum die Stadtwerke sie ein zweites Mal gemeinsam mit Camphill durchführen.

Ab sofort und bis zum 30. November können bei den Stadtwerken, im KiSS und bei Camphill selbst Hemden abgegeben werden, die sich in der dortigen Nähwerkstatt in schmucke Taschen verwandeln. „Zum Beispiel wenn sie zu klein oder altmodisch sind“, sagt Maria Deitermann. Die Camphill-Näher schneiden jedes Hemd zunächst in passende Stücke – wobei die Eigenheiten erhalten bleiben. „Hat das Hemd Taschen, hat auch die Tasche Taschen“, bringt es Monika Budde, die die Camphill-Nähabteilung leitet, auf den Punkt.

Damit später auch Kleinteile nicht herausfallen, wird erst die Knopfleiste zu- und dann eine Innentasche eingenäht. „Ohne die könnte man ja höchstens zwei Brötchen einkaufen“, schmunzelt Monika Budde. Und Maria Deitermann weiß sogar: „So kann man selbst Sektflaschen sicher transportieren.“

Schließlich werden auch noch die Details angebracht: Je ein Camphill- und ein Stadtwerke-Aufnäher sowie der eingangs erwähnte Haken, an dem sich Einkaufschips und Schlüssel befestigen lassen.

An jeder Tasche sind mehrere Mitarbeiter der Nähwerkstatt beteiligt. „Jeder trägt seinen Teil dazu bei und macht das, was er am besten kann“, beschreibt Monika Budde den Arbeitsablauf. Etwa zwei Wochen dauert es, dann können die fertigen „upgecycelten“ Taschen abgeholt werden.

Jeweils zwei Hemden müssen abgegeben werden – die erste davon genähte Tasche wird von den Stadtwerken gesponsert und ist umsonst, die zweite kostet fünf Euro. Ungefähr 500 Taschen sind im vergangenen Jahr auf diese Weise entstanden. Viele davon sind als Weihnachtsgeschenk unter Tannenbäumen gelandet. Deshalb ist die Abgabe nur bis zum 30. November möglich: „Dann sind bis Weihnachten auf jeden Fall alle fertig.“

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