Ausstellung „(Wieder)sehen“
Bilder, die zum Verweilen einladen

Burgsteinfurt -

Ihr Talent haben sie in Steinfurt schon vor Jahren erkannt. Wer sich von Julia Drahmanns Können überzeugen möchte, kann dies in der Ausstellung „(Wieder)sehen“ tun.

Sonntag, 10.09.2017, 17:00 Uhr aktualisiert: 12.09.2017, 11:49 Uhr
Die Ausstellung „(Wieder)sehen“ von Julia Drahmann ist am Sonntag im Kunstverein Steinfurt eröffnet worden. Zu sehen ist auch ihr Werk „Rückenansichten“.
Die Ausstellung „(Wieder)sehen“ von Julia Drahmann ist am Sonntag im Kunstverein Steinfurt eröffnet worden. Zu sehen ist auch ihr Werk „Rückenansichten“. Foto: Annegret Rose

Julia Drahmann ist zurück. „(Wieder)sehen“ betitelte die 1988 geborene Nachwuchspreisträgerin von 2012 ihre Ausstellung im Kunstverein Steinfurt. Und die war zur Freude der Veranstalter gerammelt voll. Mit dem Akademiebrief der Universität Münster als Malerin ist Julia Drahmann inzwischen am Gymnasium in St. Arnold als Lehrerin tätig.

Dass sie ihrem Genre, den Porträts, treu geblieben ist, kann vielleicht davon abgeleitet werden, dass sie täglich in viele Gesichter schaut. Das ist und bleibt spannend. Gerade bei den Porträts scheint es so, als seien sie perfekt. „Das ist aber schön“, sagte Jana Röther in ihren Eröffnungsworten etwas provokant, um auf das „intuitive Konsumieren“ von Kunst aufmerksam zu machen. Doch – jedes Werk ist ein endloser Prozess der Formfindung und bleibt dennoch ein Fragment. Röther: „Und so laden Julias Bilder, die der Bildwelt zum Teil aus Katalogen entspringen, trotz ihrer schnellen Konsumierbarkeit dazu ein, den Blick verweilen zu lassen.“

Das ist in dieser Ausstellung der springende Punkt. Was nehmen Betrachter mit? Der Ausgangspunkt für ihre Bilder ist die gegenständliche Welt, jedoch besteht auch ein Bezug zur immateriellen Lebenswelt von Menschen. Es ist nicht das Dekorative in den Gesichtern, das ist veränderbar. Es ist etwas, das dem Betrachter in der Größe und in der Präsenz der Figuren begegnet. Eine gewisse Massigkeit, die die Figuren auszeichnet.

Dabei gibt es keinen Hinweis auf die im Menschenleben vorkommenden Brüche und Verletzungen, die sich hinter der glatten Oberfläche verbergen können. So erlauben sich die Besucher eine Spurensuche oder Gedankenreise, die um die Figuren kreist. Sicher auch eine spannende Idee für eine Schulklasse. Aktuelle Kunst braucht Anstöße. Julia Drahmanns Köpfe sind Zeugnisse dafür.

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Die Ausstellung ist bis 8. Oktober (Sonntag) jeweils samstags und sonntags von 11 bis 17 Uhr im Huck-Beifang-Haus zu sehen.

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