Direktkandidaten im Wahlkreis 124: Bernhard Lammersmann
Gelernter Landwirt tritt für Grüne an

Steinfurt -

Am 24. September werden die Wähler zur Urne gebeten. Sechs Direktkandidaten stehen im Wahlkreis 124, zu dem auch Steinfurt und Horstmar gehören, auf dem Zettel. Unsere Zeitung stellt die Bewerber einzeln vor, in diesem Fall: Bernhard Lammersmann (Grüne).

Dienstag, 12.09.2017, 11:46 Uhr
Bernhard Lammersmann interessieren besonders die Themen Umwelt und Landwirtschaft.
Bernhard Lammersmann interessieren besonders die Themen Umwelt und Landwirtschaft. Foto: Barbara Langer

„Die Themen Umwelt und Landwirtschaft, die sind schon meins“, sagt Bernhard Lammersmann. Der 53-Jährige ist Bundestagskandidat der Grünen im „nördlichen“ Wahlkreis 124 (Steinfurt I / Borken I) – und dass, obschon er in Reken wohnt. „Ich komme gebürtig aus Greven“, erläutert Lammersmann, warum er zwar im Südkreis wohnt, aber im Nordkreis antritt. Ein weiterer Grund: Der Wahlbezirk 126 war mit dem Raesfelder Holger Lordieck schon „besetzt“.

In den Themen Umwelt und Landwirtschaft fühlt sich Lammersmann auch zu Hause, weil er beruflich viel damit zu tun hat. Der Vater von drei Kindern (23, 21 und 16 Jahre) ist als Prüfer und „Phytosanitärer Inspektor“ unter anderem fürs Thema Pflanzenschutz bei der Landwirtschaftskammer tätig. „Da sehe ich Landwirtschaft schon durch die fachliche Brille“, sagt er. So findet er, dass das Pflanzenschutzmittel Glyphosat für Privatpersonen verboten gehöre. Generell müsse es stärker reglementiert werden.

Ob Landwirtschaft gut oder schlecht betrieben werde, entscheidet sich nach Ansicht des Rekeners nicht nach Hektar- und Tierzahl allein. „Die Groß-Klein-Diskussion ist oberflächlich“, sagt er. „Entscheidend ist doch das Wie“. Gleichwohl sei ein Weitermachen wie bisher im Kreis Borken keine Lösung. „Die Zeiten sind vorbei.“ Das zeigten Probleme wie die hohe Nitratbelastung der Böden in der Region.

Der studierte Landwirt, der seit 2014 bei den Grünen ist und früher mal FDP-Mitglied war, setzt sich dafür ein, dass die Urananreicherungsanlage in Gronau langfristig umstrukturiert werden sollte. „Wir sollten Weltmeister im Rückbau von Atomanlagen sein.“ Für ihn gehört zum Atomausstieg dazu, dass Windmühlen und auch Biomasseanlagen Strom liefern. Beim Öffentlichen Personennahverkehr findet Lammersmann das Thema „Elektrifizierung von Bussen“ spannend. Im Sinne nachhaltigen Umgangs mit Ressourcen wünscht sich der Grünen-Kandidat, dass alte Müllkippen, wie sie auch unlängst in Reken ans Tageslicht gekommen sind, fachgerecht beseitigt werden.

Für die letzten zwei Wochen des Wahlkampfs hat sich Lammersmann, der gerne Rad fährt und joggt und früher mal Eishockey gespielt hat, Urlaub genommen, um alle Termine zu besetzen. Obschon Vertreter einer kleinen Partei, habe er einige Helfer, die ihn unterstützten. „Man ist Gott sei Dank nicht allein.“

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