Anklage wegen gefährlicher Körperverletzung
Mit Wodkaflasche auf den Hinterkopf

Rheine/Borghorst -

Ein Duell im Morgengrauen war es am 1. Mai 2016 am Offlumer See nicht, obwohl die Aussage eines Angeklagten so klang: „Er zielte auf mich, aber ich war schneller“. Zwei 22-jährige Männer, einer aus Borghorst, der andere wohnungslos, standen wegen gefährlicher Körperverletzung in Rheine vor Gericht.

Samstag, 16.09.2017, 23:00 Uhr

Nach Anhörung von Zeugen wurde das Verfahren gegen 600 Euro Schmerzensgeld von dem Borghorster für das Opfer eingestellt. „Den Schlag mit der Flasche haben Sie ja selbst eingeräumt“, sagte die Richterin. Das bestätigte der Angeklagte zähneknirschend, weil er ihn als Notwehr ansah. Er sei zuvor von der Clique mit einer „kleinen Flasche“ geschlagen worden und hatte eine Platzwunder auf der Stirn.

„Ich habe zugeschlagen, aber absolut aus Notwehr, sonst hätten die mich tot getrampelt“, verteidigte sich der Borghorster. Er fühlte sich von einer Clique bedroht und hätte „aus Angst“ mit einer Wodkaflasche auf den Hinterkopf des 20-Jährigen aus Ochtrup geschlagen. Der sah Sterne, ging nach seinen Angaben zu Boden und kam mit dem Rettungswagen ins Krankenhaus. Er erlitt eine Bisswunde in der inneren Unterlippe, eine Beule am Kopf und Schmerzen von einem Faustschlag ins Gesicht, den er zuvor von dem Obdachlosen bekommen habe.

Der Obdachlose kam ohne Auflagen davon, wurde aber wegen Betruges mit einer EC-Karte und Beleidigung eines Polizeibeamten zu einer Geldstrafe von 450 Euro verurteilt.

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