Ortstermin: Zeitungmachen
Redakteure wagen den Spagat

Borghorst -

Wer schreibt täglich den Schellenbänd? Wie groß ist ein Zustellerbezirk? Wie hoch ist die WN-Auflage? Alles Fragen, mit denen WN-Lokalchef beim Ortstermin zum Thema Zeitungmachen damals und heute gelöchert wurde.

Freitag, 15.09.2017, 19:00 Uhr
WN-Lokalchef Axel Roll (r.) erzählte beim Ortstermin in der Bauhaus-Apotheke aus seiner 40-jährigen journalistischen Erfahrung.
WN-Lokalchef Axel Roll (r.) erzählte beim Ortstermin in der Bauhaus-Apotheke aus seiner 40-jährigen journalistischen Erfahrung. Foto: Bernd Schäfer

40 Jahre sind zweifellos eine lange Zeit – im Zeitungswesen sind sie eine Ewigkeit. Aus der guten, alten Olympia-Schreibmaschine wurde der Computer, die Digitalkamera verdrängte den Schwarzweiß-Film und aus den schweren Zeitungsseiten aus Blei, die als Druckvorlage dienten, entwickelten sich digitale Datenpakete, die über Glasfaserleitung von der Redaktion in Steinfurt in Sekundenschnelle zur Rotation nach Münster geschossen werden.

Axel Roll, Redaktionsleiter der Westfälischen Nachrichten in Steinfurt, hat diese Entwicklung in Sieben-Meilen-Stiefeln hautnah miterlebt. Erst als freier Mitarbeiter, dann als Redakteur und die letzten 20 Jahre als Lokalchef.

Am Donnerstagabend erzählte er im Rahmen der Kulturforum-Reihe „Ortstermine“ nicht nur vom Zeitungmachen damals und heute, sondern er wagte aus der Sicht des Lokaljournalisten auch einen Blick in die Zukunft. Seine Überzeugung: „Die Herausforderungen sind groß, aber trotz eines veränderten Leseverhaltens wollen die Menschen aus seriöser Quelle erfahren, was bei ihnen vor der Haustür passiert.“ Veranstaltungsort war die Bauhaus-Apotheke am Kroosgang.

Die Redaktionen vor Ort müssten dabei eine Art Spagat vollbringen. Auf der einen Seite gelte es, die angestammte Leserschaft zu bedienen. Auf der anderen sei es dringend geboten, sich neue Abonnenten mit völlig anderen Bedürfnissen zu erschließen.

Vor 40 Jahren, als der gebürtige Altenberger seine Manuskripte und Negative vor Schulbeginn in den Redaktionsbriefkasten bei Logermann auf der Emsdettener Straße warf, dachte noch niemand an E-Mail oder die Möglichkeiten des Internets. Für das tägliche Arbeiten eine enorme Erleichterungen, müssen die Redaktionen aber auch nach Möglichkeit alle Nachrichtenkanäle bedienen.

Wer schreibt täglich den Schellenbänd? Wie groß ist ein Zustellerbezirk? Wie hoch ist die WN-Auflage? Die Zuhörer löcherten den Redakteur zwischendurch mit vielen Fragen. Für Axel Roll eine durchaus ungewöhnliche Situation: Sonst stellt er die Fragen.

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