36-Jähriger vor Gericht
Fast drei Jahre Haft für Messerfuchtelei

Münster/Steinfurt -

Stehlen, um den Drogenkonsum stillen zu können – das war der Antrieb eines 36-Jährigen, dessen Fall von schwerem räuberischen Diebstahl und vier weiteren einfachen Diebstählen vor der neunten Großen Strafkammer des Landgerichts Münster verhandelt wurde. Obwohl der Angeklagte bis zuletzt bestritt, dass er bei dem einen Diebstahl ein Messer dabei hatte, wurde er zu zwei Jahren und neun Monaten Haft verurteilt.

Freitag, 15.09.2017, 16:55 Uhr aktualisiert: 15.09.2017, 17:26 Uhr
 Vor der neunten Großen Strafkammer des Landgerichts Münsters ist heute ein Fall von schwerem räuberischen Diebstahl und vier weiteren einfachen Diebstählen verhandelt worden.
Vor der neunten Großen Strafkammer des Landgerichts Münsters ist heute ein Fall von schwerem räuberischen Diebstahl und vier weiteren einfachen Diebstählen verhandelt worden. Foto: dpa

Besonders schwer wog bei der Verhandlung der Fall, der sich Ende Januar in einem Edeka-Markt in Steinfurt abgespielt hatte. Nachdem Zeugen den Angeklagten beim Entwenden von Alkohol beobachtet hatten, wurde er noch im Geschäft gestellt und durchsucht. Dabei wurden aber keine Spirituosen gefunden. Als er jedoch die Kasse passierte, ging der Alarm los, woraufhin mehrere Leute dem Mann hinterher liefen.

Um sich seine Verfolger vom Leib zu halten, fuchtelte der Angeklagte draußen mit einem Messer herum, anschließend konnte er unbehelligt fliehen. „Ich hab mich dann lieber zurückgezogen, weil mir das einfach zu gefährlich wurde“, erzählt eine Verkäuferin, die den Angeklagten mit weiteren Zeugen vor dem Geschäft gestellt hatte. Der 36-Jährige stritt bis zum Ende ab, ein Messer gehabt zu haben.

Fälschlicherweise als Mittäter verdächtigt

Der Markt hatte wegen des Vorfalls keine Anzeige erstattet. Die Angelegenheit wurde aber – genau wie die weiteren Straftaten – thematisiert, nachdem der Angeklagte fälschlicherweise als Mittäter bei einen Tankstellenüberfall verdächtigt worden war. Bei seinen restlichen Diebstählen in Geschäften in Gronau und Steinfurt, in denen vor allem teurere Konsumgüter entwendet wurden, belief sich der Wert der Waren insgesamt auf über 400 Euro.

Mit elf Jahren hatte der Angeklagte mit dem Konsum von Cannabis angefangen, mit 16 wurde er heroinabhängig. „Er wusste was er tat, weil er schon lange abhängig war und ihm klar war, wann er rechtzeitig für Nachschub sorgen muss“, erklärte der Staatsanwalt mit Blick auf die Straftaten. Der Beschuldigte ist kein Unbekannter bei der Polizei.

Bereits mehrere Freiheitsstrafen abgesessen

Er blickt auf ein längeres Vorstrafenregister zurück und hat schon mehrere Freiheitsstrafen wegen Diebstahls und Besitz und Abgabe von Betäubungsmitteln abgesessen. „Bei weiterer Drogenabhängigkeit liegt auf der Hand, dass er die Drogen nur auf illegaler Weise besorgen kann“, erläuterte der Staatsanwalt. Deswegen wurde ergänzend zum Urteil über zwei Jahre und neun Monate Haft auch die Einweisung in eine Entziehungsanstalt beschlossen.

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