Borghorsterin erlebt Erdbeben in Mexiko
„Ich hatte einen Schutzengel“

Mexiko-City/Borghorst -

Mehr als 250 Tote, viele Verletzte, überall zerstörte Gebäude: Nach einem schweren Erdbeben mit dem Epizentrum nur unweit der Hauptstadt herrscht in Mexico-City Ausnahmezustand. Die Borghorsterin Sophia Rothweiler, die in der Millionenmetropole derzeit Urlaub macht, hat die Erdstöße unmittelbar miterlebt.

Mittwoch, 20.09.2017, 17:42 Uhr aktualisiert: 22.09.2017, 09:23 Uhr
Ein Bild, nur wenige Minuten vor Ausbruch des Erdbebens aufgenommen: Sophia Rothweiler auf dem Vulkan Iztaccíhuatl nahe Mexiko-Stadt. In der Millionenmetropole löste die Naturgewalt ein Chaos aus (kl. Bild).
Ein Bild, nur wenige Minuten vor Ausbruch des Erdbebens aufgenommen: Sophia Rothweiler auf dem Vulkan Iztaccíhuatl nahe Mexiko-Stadt. In der Millionenmetropole löste die Naturgewalt ein Chaos aus (kl. Bild). Foto: Rothweiler

Zum Zeitpunkt des Hauptbebens am Dienstagvormittag (Ortszeit) war die 28-Jährige zusammen mit Freunden auf einer geführten Vulkan-Tour außerhalb der Hauptstadt. „Wir waren schon auf dem Rückweg, als wir plötzlich bemerkten, wie der Boden anfängt zu wackeln und Geröll ins Rutschen gerät“, berichtet die Borghorsterin. Zunächst habe sie gar nicht realisiert, dass es sich um ein Erdbeben handelt. „Schließlich war das das erste Mal für mich in dieser Intensität“, bemerkt sie. Ihr Guide aber habe sofort reagiert und die Gruppe angewiesen, den Berg hinaufzuschauen, um etwaige Lawinenabgänge frühzeitig zu erkennen. Zugleich ging es schnell weiter hinunter, um aus der Gefahrenzone zu kommen.

Straßenzüge gesperrt, Menschen unter Schock

„Wir haben sehr viel Glück gehabt“, sagt Sophia Rothweiler im Nachhinein. Oben auf dem Vulkan wäre die Situation sicher brenzliger gewesen, ganz zu schweigen von einem Aufenthalt in der Stadt selbst zum Zeitpunkt des Bebens. „Später bei unserer Rückkehr haben wir dann das ganze Ausmaß der Zerstörungen dort gesehen“, erzählt die 28-Jährige im Telefonat. Viele Gebäude seien zerstört worden, ganze Straßenzüge seien gesperrt, die Menschen stünden unter Schock.

Aber der Wille zu helfen sei ebenfalls sehr ausgeprägt. „Wir haben immer wieder Gruppen mit Helmen gesehen, die unterwegs waren, um nach Verschütteten zu suchen“, gibt die Borghorsterin ihre Eindrücke wieder. Es werde eine Weile brauchen, bis wieder so etwas wie Normalität in Mexikos Hauptstadt einkehrt, ist sie sich sicher.

Erdbeben in Mexiko mit Hunderten Toten

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  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: El Universal
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Joel Alvarez
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Eduardo Verdugo
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Eduardo Verdugo
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Enric Marti
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Eduardo Verdugo
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Armando Meneses
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Armando Meneses
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Armando Meneses
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Armando Meneses
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Joel Alvarez
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Marco Ugarte
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Rebecca Blackwell
  • In Mexiko hat sich erneut ein schweres Erdbeben ereignet. Die genaue Zahl der Todesopfer ist noch unbekannt. Zahlreiche Gebäude sind eingestürzt. Foto: Eduardo Verdugo

2011 schon in Fukushima dabei

Angesichts des Ausmaßes und der Zerstörungskraft der Naturgewalt sei sie schon nachdenklich geworden, gibt sie im Gespräch offen zu. Zumal sie einer Katastrophe epischer Größe schon zum zweiten Mal in ihrem noch jungen Leben von der Schippe gesprungen ist. War die Borghorsterin doch 2011 nur kurz vor dem Zeitpunkt in Japan, als ein Erdbeben die Nuklearkatastrophe in Fukushima und einen verheerenden Tsunami auslöste. „Auch damals hatte ich schon einen Schutzengel“, sagt sie nachdenklich.

Schicksalhaft sei, dass das Erdbeben in Mexiko genau am Jahrestag des großen Bebens von 1985 mit fast 10.000 Toten passiert sei. Da wenige Tage zuvor die Erde ebenfalls schon leicht gezittert habe, seien die Menschen indes gut vorbereitet gewesen. Erst kurz vor dem Beben am Dienstag seien umfangreiche Schutzmaßnahmen ergriffen und Übungen durchgeführt worden. Zudem gebe es im Gegensatz zu 1985 inzwischen Notfallpläne.

Keine vorzeitige Abreise

Die Borghorsterin wird die kommenden Tage nun nicht in der Stadt selbst, sondern außerhalb verbringen. Dort hat ihr Guide ihr und ihren Begleitern eine Unterkunft angeboten. Vorzeitig abreisen will die 28-Jährige nicht – obwohl der Flughafen am Mittwoch schon wieder freigegeben war. Erst am Sonntag geht es zurück nach Deutschland – planmäßig, aber mit Eindrücken, die sie so schnell wohl nicht vergessen wird.

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Korrekturhinweis: In einer früheren Version des Artikels war der Zusammenhang der Ereignisse in Fukushima falsch formuliert. Der Fehler wurde korrigiert.

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