Städtebauliches Qualifizierungsverfahren gefordert
Politik will einen neuen Websäle-Plan

Borghorst -

Der vom Investorenduo Peter Bollmann und Udo Merkens vorgelegte Plan für die Bebauung der Websäle I und II ist endgültig Makulatur. In einem am Mittwochabend im Planungsausschuss vorgelegten Antrag von CDU, SPD und einem Teil der Grünen-Fraktion wird ein städtebauliches Qualifizierungsverfahren gefordert. Darin sollen vier oder fünf Architekten und Städteplaner – alle mit regionalem Bezug – Alternativ-Pläne für das Areal entwerfen. Der Gestaltungsbeirat soll die Vorschläge im Anschluss bewerten. Die Kosten für das Verfahren sollen die Investoren tragen.

Mittwoch, 20.09.2017, 20:36 Uhr
Der mehrfach überarbeitete Plan der Investoren für das Weberquartier ist Makulatur. Die Politik möchte ein Qualifizierungsverfahren.
Der mehrfach überarbeitete Plan der Investoren für das Weberquartier ist Makulatur. Die Politik möchte ein Qualifizierungsverfahren. Foto: Axel Roll

Bollmann und Merkens haben bereits in einer gemeinsamen Gesprächsrunde mit Verwaltung und den oben genannten Fraktionen deutlich gemacht, dass sie das Geld für so einen Wettbewerb auf keinen Fall aufbringen können. „Was das Verfahren anbelangt, stellen sich die Investoren nicht quer“, erläuterte Fachdienstleiter Stefan Albers den Standpunkt der Unternehmer. „Aber die eigene Bank gibt kein Geld mehr.“ Und auch die Banken, die derzeit noch Eigentümer des Geländes sind, hätten abgewunken.

„So ein Qualifizierungsverfahren wird immer von den Eigentümern in Auftrag gegeben“, betonte Rainer Abeling für die SPD-Fraktion. Der von den Antragstellern vorgezeichnete Weg sei die einzige Möglichkeit, um aus der Sackgasse zu kommen, in der sich alle Beteiligten derzeit befänden.

Heftigen Widerspruch gab es von FWS, FDP, GAL und auch der Linken. „Mir ist diese Kehrtwendung nach wie vor völlig unverständlich“, sagte Ulrich Windscheid für die Liberalen. Erst in der vorangegangenen Planungsausschusssitzung sei die Stimmung gekippt und der Plan der Investoren mehrheitlich abgelehnt worden. „Wie gehen wir mit Investoren um?“, fragte Windscheid in die Runde. Welche Signalwirkung habe das nach draußen? Seine Überzeugung: „Wir erweisen der Stadt einen Bärendienst.“ Kurt Lewandowski von der FWS merkte an, dass die Politik einen Bebauungsplan zu beschließen habe und keine Bebauung. Bei dermaßen hohen Erschließungskosten könne ein Investor nicht so kleinteilig bauen wie gewünscht.

„Um keine Zeit zu verlieren“, wie Rainer Abeling begründete, soll die Verwaltung bis zur nächsten Ausschusssitzung einen Auslobungstext für das Verfahren entwerfen, der dann von dem Gremium verabschiedet werden könne.

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