Eisdielenbesitzer möchte Wintergarten bauen
Attraktion oder Ärgernis?

Borghorst -

Eisdielenbesitzer Alessandro Polla hat mit Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer eine starke Fürsprecherin. „Wir sollten jedem Gastronomen dankbar sein, der Frequenz in die Innenstadt bringt“, sagte sie am Mittwochabend im Planungsausschuss und „tendierte damit stark“ dahin, dem Wirt seine geplante Erweiterung des Wintergartens zu erlauben.

Donnerstag, 21.09.2017, 16:33 Uhr
Drei Traversen sollen dem Wintergarten Halt geben. Mittlerweile hat Gastronom Alessandro Polla das Gerüst wieder abgebaut. Er hat es in seiner Garage eingelagert.
Drei Traversen sollen dem Wintergarten Halt geben. Mittlerweile hat Gastronom Alessandro Polla das Gerüst wieder abgebaut. Er hat es in seiner Garage eingelagert.

Der zuständige Fachdienstleiter Stefan Albers hatte das Thema zum Ende der Sitzung auf Tapet gebracht, „um ein Meinungsbild“ aus dem Gremium einzuholen. Schließlich handele es sich um eine Grundsatzentscheidung. Polla würde für sein Vorhaben nämlich städtischen Grund und Boden in Anspruch nehmen. . .

„Ich sehe einfach, dass viele meiner Kunden möglichst lange draußen sitzen möchten“, begründet Polla sein Vorhaben. Und da seien die zu allen Seiten einfahrbaren und teildurchsichten Markisen der beste Weg. Zusätzlich sollen Heizstrahler den Frischluft-Fans den Aufenthalt muckelig-warm gestalten. „In anderen Städten sind solche Vorbauten schon seit vielen Jahren üblich“, verweist der Eisdielenbesitzer unter anderem auf die Nachbarstadt Emsdetten. Im Planungsausschuss waren die Mitglieder geteilter Meinung.

Vorsitzender Hans Günter Hahn schloss sich der Meinung der Bürgermeisterin an: „Dort, wo Stühle draußen stehen, sollten wir das von unserer Seite unterstützen.“ Und auch Josef Kamer (SPD) könnte ganz gut mit solchen Ausnahmen im Stadtbild leben, wie er sagte. Ulrich Windscheid (FDP) fand den einfahrbaren Wintergarten „absolut vertretbar“. Ganz anders sah es Gebhard Niehues für die Grün-Alternative Liste. „Das ist eine Bebauung öffentlicher Fläche“, gab er zu bedenken. SPD-Sprecher Rainer Abeling befürchtet Nachahmer. „Das könnte problematisch werden.“ Vor einer Genehmigung müsse eine Sonderregelung in der Gestaltungssatzung geschaffen werden.

Kurt Lewandowski von den Freien Wählern sieht in dem Vorhaben ein technisches Bauwerk, das außerhalb der gültigen Baugrenzen realisiert werden soll. „Jeder Wintergarten ist genehmigungspflichtig“, so der Freie Wähler. Ein findiges Ausschussmitglied fragte, ob die Stadt die zusätzlich genutzte Fläche an den Gastronomen nicht verkaufen könne. Fachdienstleiter Stefan Albers gab zu bedenken, dass dicht unter dem Pflaster wichtige Versorgungsleitungen lägen.

Wie gesagt, eine Entscheidung steht noch aus.

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