20-jähriger Borghorster vor Gericht
Auf den Schreibtisch der Freundin gepinkelt

Borghorst -

Faustschlag im Drogen- und Alkoholrausch: Ex hat immer noch eine schiefe Nase – Angeklagter kommt mit blauem Auge davon.

Dienstag, 17.10.2017, 15:27 Uhr aktualisiert: 17.10.2017, 15:33 Uhr

Weil ein 20-Jähriger aus Borghorst im April unter dem Einfluss von Alkohol und Drogen auf den Schreibtisch seiner Freundin urinierte und ihr zudem mit der Faust ins Gesicht schlug, als sie von ihm verlangte, die Schweinerei zu entfernen, stand er am Dienstag vor dem Jugendschöffengericht in Rheine. Die Anklage lautete auf vorsätzliche Körperverletzung.

Die Freundin des Angeklagten erlitt bei der Attacke einen Nasenbeinbruch, der operiert werden musste. „Die Nase ist immer noch schief, müsste noch einmal gebrochen und gerichtet werden“, sagte sie im Zeugenstand.

Nur vier Wochen vor der Tat hatte dasselbe Gericht den Borghorster wegen Drogenerwerbs für zwei Jahre unter Bewährung gestellt. Jetzt drohte ihm der Einzug ins Gefängnis. Doch der 20-Jährige kam mit einem blauen Auge davon: Das Gericht verurteilte ihn unter Einbeziehung des letzten Urteils wegen vorsätzlicher Körperverletzung mit einer Freiheitsstrafe von einem Jahr und sechs Monaten auf Bewährung. Allerdings ordnete das Gericht vier Wochen Dauerarrest zusätzlich an. Diesem hatte er sich zuvor durch Flucht entzogen.

Der Borghorster, der schon mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt geraten war und mehrfach vorbestraft ist, wollte zunächst bei der Verhandlung gar nicht aussagen, besann sich aber später doch und gestand die Tat. Die Ex-Freundin, mit der er ein gemeinsames dreijähriges Kind hat, musste mit dem Polizeitaxi als Zeugin geholt werden.

Als sie sich bezüglich der Erinnerung wand, wurde der Richter energisch und weckte ihr Erinnerungsvermögen unnachsichtig. Danach berichtete sie, dass er viel Alkohol getrunken, Drogen genommen und sich dann schlafen gelegt habe. „Plötzlich hörte ich das Pinkeln im Raum!“ Sie sei aufgesprungen und sah, dass er sich auf ihrem Schreibtisch erleichterte. Weil er sich weigerte, den Urin zu entfernen, sei es zu dem Streit gekommen, bei dem er ihr die Faust ins Gesicht gedrückt habe.

Wegen der Drogensucht des Angeklagten hatte der Staatsanwalt ein Jahr und sechs Monate beantragt mit der Chance, sich durch ambulante Therapie, 80 Sozialstunden und einen Arbeitsnachweis innerhalb der nächsten sechs Monate eine Bewährung zu verdienen. Das Gericht folgte ihm bezüglich der Auflagen.

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