„Heartbreak Century“ ist mehr Pop als Rock
Mehr gute Laune, weniger Schnulzen

„Sunrise Avenue“ feiern gerade in Deutschland regelmäßig Erfolge. Ihr neuestes Album ist seit Anfang Oktober auf dem Markt und stürmt die Charts. Doch was kann die neue Platte musikalisch?

Donnerstag, 19.10.2017, 14:02 Uhr aktualisiert: 20.10.2017, 14:05 Uhr
Sunrise Avenue haben mit „Heartbreak Century“ nicht ihr bestes Album rausgebracht.
Sunrise Avenue haben mit „Heartbreak Century“ nicht ihr bestes Album rausgebracht. Foto: Screenshot: Presseportal

Spätestens seit „The Voice of Germany“ ist Samu Haber, Sänger der finnischen Band „Sunrise Avenue“, in ganz Deutschland bekannt. Zum Erfolg verhalf der Band besonders der Hit „Hollywood Hills“. Ihr Anfang Oktober veröffentlichtes Album „Heartbreak Century“ soll die Finnen wieder hoch in die Charts schießen.

Sunrise Avenue ist dafür bekannt, poppige Elemente mit Gitarren zu einem Pop-Rock zu verbinden, der gute Laune macht. Einige Balladen bringen die Qualität der Stimme von Samu Haber zum Vorschein. In „Heartbreak Century“ scheinen viele der Rockelemente verschwunden zu sein.

Dominiert werden nahezu alle Lieder von Keyboards und einem Schlagzeug, das an sich einen sehr guten Klang hat, dennoch zu sehr an das typische Pop-Musik-Drumset erinnert. Die Gitarren unterstreichen zwar ganz gut das Keyboard, doch bleiben meistens nur im Hintergrund. Schade, denn eigentlich macht der gute Mix doch die Musik von Sunrise Avenue aus und die Jungs haben schon oft genug bewiesen, dass sie ihre Instrumente sehr gut beherrschen.

Die Lieder selber haben einen schönen Beat, bei dem man den Fuß nicht stillhalten kann. Allerdings klingen viele der Lieder fast identisch, so dass sich recht schnell Langeweile einstellt – und die zweite Hälfte des Albums vielleicht nicht von jedem gehört wird. Außerdem scheint es die Band sehr cool gefunden zu haben, in jedem Song einen Stadioneffekt und singende Massen mit einzufügen.

Das lässt zwar Lieder an den richtigen Stellen sehr mächtig und episch klingen, doch wird es zu oft und an unpassenden Stellen benutzt, so dass der Effekt schnell an Reiz verliert. Auch wenn sich die Band an manchen Stellen aus anderen Musikgenres bedient, schafft sie es nicht, genug Spannung aufzubauen.

Sunrise Avenues bestes Album ist „Heartbreak Century“ definitiv nicht geworden. Für meinen Geschmack ist es zu poppig. An manchen Stellen klingt es fast so, als hätte sich die Band im deutschen Popgenre bedient, in dem auch viele Lieder komplett identisch klingen.

Die Songs sind zwar nicht schlecht, nur verliert man schnell die Motivation beim Hören.

Max Roll

https://event.yoochoose.net/news/705/consume/10/2/5233089?categorypath=%2F2%2F2669082%2F2670173%2F2686135%2F2686808%2F2686838%2F
Nachrichten-Ticker