Automatisiertes Zuhause im Mini-Format
Smart Home im Klappkoffer

Steinfurt -

Die Jalousie fährt abends vollautomatisch herunter, die Heizung springt an, sobald sie aus der Ferne aktiviert wird, Lampen erhellen das Wohnzimmer per Bewegungsmelder und sind natürlich dimmbar. Klingt nach einem automatisierten Zuhause. Und das ist es auch – allerdings im Mini-Format.

Samstag, 18.11.2017, 14:00 Uhr
Tüftler: Uli Kiefner (l.) und Lukas Dülberg arbeiten am Home-Automation-Modell.
Tüftler: Uli Kiefner (l.) und Lukas Dülberg arbeiten am Home-Automation-Modell. Foto: FH

Zu finden ist es auf nur einem Quadratmeter am Fachbereich Elektrotechnik und Informatik der FH. „Es ist ganz egal, wie viele Videos man in seine PowerPoint-Vorträge packt – mitgerissen sind Schüler doch eher, wenn sie selber ausprobieren können“, sagt Prof. Dr. Götz Kappen. Und genau deshalb hat er zwei studentische Hilfskräfte seines Labors für Nachrichtentechnik beauftragt, ein Modellhaus zu bauen, das alle wesentlichen Funktionen der Gebäudetechnik abbildet. „Wenn man will, lässt sich so jeder einzelne Sensor und jedes einzelne Kabel verstehen, die hinter all der Elektrotechnik und Mechanik stecken“, erklärt Kappen.

Mittlerweile steht der Rohbau, den Lukas Dülberg und Uli Kiefner, beides Studenten im fünften Fachsemester, mit allerlei Hardware ausgestattet haben. „Natürlich ist alles selbst gemacht, wir haben selber gelötet und verkabelt, die Heizung konstruiert und verschiedene Grundaufbauten getestet“, erzählt Dülberg. „Und wir sind noch längst nicht fertig – Ideen gibt es viele: Solarpanels auf dem Dach wären doch super oder direkt ein Windrad. Und was ist mit einer Tür, die sich zum Schutz vor Einbrüchen selbst verriegeln kann?“

Zu ihrem Job gehört auch die passende Softwareprogrammierung. „Unser Haus kann der Nutzer direkt mit dem Smartphone steuern. Außerdem sammelt es kontinuierlich Daten, die ebenfalls online abrufbar sind“, erklärt Kiefner.

Der Clou am ganzen Home-Automation-Projekt: Das Haus mit all seiner Elektrotechnik ist mit so wenig Mitteln wie möglich gebaut und zeigt doch Sensoren jeglicher Art. „Das Teuerste war unser Einplatinencomputer mit einem Mikroprozessor, der alles steuert“, erzählt Kiefner schmunzelnd. Den gibt es schon für 25 Euro.

Prof. Kappen plant, das Projekt im Laufe des Semesters weiter voranzutreiben, damit möglichst bald die ersten Schüler mit dem Smart Home experimentieren können.

„Das Ganze muss noch etwas robuster werden – es wäre toll, wenn man das Haus zum Schluss in einem Klappkoffer überall mit hinnehmen könnte. Außerdem soll eine Projektgruppe meines Labors Versuche entwickeln, die wir dann mit den Schülern durchführen können. So wird die Blackbox Elektrotechnik einfach viel konkreter.“

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