Ein Inder am Tisch
Krankenstation aufbauen

Borghorst -

Der Indienkreis von St. Nikomedes ruft die Steinfurter auf, in der Adventszeit einen Inder mit an den Tisch zu nehmen. „Schon zwei Euro reichen täglich aus, damit in der Partnerdiözese Jagdalpur in Indien ein Mensch satt werden kann“, erklärt Pfarrer em. Heinrich Wernsmann.

Mittwoch, 22.11.2017, 17:00 Uhr aktualisiert: 23.11.2017, 16:50 Uhr
Pfarrer em. Heinrich Wernsmann, Küsterin Monika Badde und Josef Pohlmann (v.l.) vom Indienkreis stellten das neue Projekt zum Aufbau einer Krankenstation in Indien vor.
Pfarrer em. Heinrich Wernsmann, Küsterin Monika Badde und Josef Pohlmann (v.l.) vom Indienkreis stellten das neue Projekt zum Aufbau einer Krankenstation in Indien vor. Foto: Karl Kamer

Genau so wichtig sei das gemeinsame Gebet für die weltkirchliche Partnerschaft zwischen Steinfurt und Jagdalpur, meint Küsterin Monika Badde. „Gemeinsam essen, beten und feiern“ steht auf den kleinen Spardosen, die Josef Pohlmann von der Kolpingsfamilie gestaltet hat.

Sie können bis Weihnachten beim gemeinsamen Essen gut gefüllt und bei der Küsterin abgegeben werden. „Wir wissen, das Geld kommt gut an“, ist Wernsmann überzeugt. In Nikomedes feierte man am Sonntag zum ersten Mal den „Welttag der Armen“. Papst Franziskus hatte den besonderen Tag zum Abschluss des Heiligen Jahres der Barmherzigkeit ernannt. Er soll jährlich zwei Wochen vor dem ersten Advent an das unbeschreibliche Elend und die vielen Formen der Armut in der Welt erinnern. Es könne weder Gerechtigkeit noch sozialen Frieden geben, solange Arme vor den Türen der Christen lägen, schrieb Franziskus dazu.

Diesen Aufruf nimmt der Steinfurter Indienkreis ernst und startet jetzt eine Aktion zum Aufbau einer Krankenstation in einem indischen Dorf. Hier leben Menschen, die zu den Ureinwohnern und den ärmsten der Armen gehören. Vielen fehlt es am Allernötigsten. In eine alte Dorfschule kommen dort viermal im Jahr Ärzte mit unterschiedlichen Schwerpunkten, um kranke Menschen zu untersuchen. An diesen Tagen werden bis zu 500 Menschen behandelt.

Der Indienkreis will jetzt Spenden für die Krankenstation sammeln, damit dort eine bessere Behandlung möglich wird. Die Räume der alten Schule sollen ausgebaut und mit dem nötigen Material und Medikamenten für die Erstversorgung ausgestattet werden.

Neue Impulse bekommt die Indienarbeit durch Pater Paul. Der indische Priester macht zur Zeit ein Praktikum in der Gemeinde. Heinrich Wernsmann hofft, dass der Karmeliter nach seinem erweiterten Deutschkurs das Seelsorgeteam in St. Nikomedes verstärken wird. „Die Beziehungen mit Indien waren immer lebendig“, freut sich der Pfarrer.

Durch Pater Josey lernten die Borghorster 2002 die Partnerdiözese in Indien näher kennen. Seit 2003 haben über 50 Gemeindemitglieder bei sieben Asienreisen die Menschen in der Partnerdiözese besucht. Gleich nach der ersten Reise bildete sich der Indienkreis. Unvergesslich ist die Aktion für einen indischen Jungen mit sehr großen Brandnarben. Seine Operation konnte durch den Indienkreis finanziert werden. Jetzt führt er wieder ein normales Leben.

Mit viel Kreativität habe der Indienkreis mitgeholfen, eine Schule mit Internat zu bauen und ein Heim für Behinderte einzurichten. Dazu pflegt die Kolpingsfamilie von Anfang an die Partnerschaft mit einer Ausbildungswerkstatt in Indien. Mehrere indische Priester arbeiteten in Steinfurt und der indische Bischofs Simon Stock war mehrmals in der Gemeinde zu Gast.

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