Zehn Jahre Tafel
Kontakt finden und Gutes tun

Steinfurt -

Seit 2007 gibt es die Steinfurter Tafel. Gegründet als „Burgsteinfurter Tafelrunde“, öffnet sie mittlerweile auch für Kunden aus Horstmar, Laer, Borghorst, Altenberge und Nordwalde ihre Türen. Am Dienstag feiert die Einrichtung ihr zehnjähriges Bestehen, teilt der evangelische Kirchenkreis mit.

Dienstag, 28.11.2017, 16:57 Uhr aktualisiert: 28.11.2017, 17:21 Uhr
Die beiden Pfarrer Holger Erdmann (l.) und Guido Meyer-Wirsching mit Mechthild Luda (2.v.l.) und Aenne Köllen, die die Tafel 2007 mit gegründet haben.
Die beiden Pfarrer Holger Erdmann (l.) und Guido Meyer-Wirsching mit Mechthild Luda (2.v.l.) und Aenne Köllen, die die Tafel 2007 mit gegründet haben. Foto: Kirchenkreis

160 Ehrenamtliche sind derzeit für die Tafel im Einsatz, sie holen Lebensmittel ab, sortieren diese und geben sie an die bedürftigen Kunden weiter.

Es sind vor allem Rentner, die sich engagieren. Vielen sei es „ein Anliegen zu helfen“, so Mechthild Luda, Gründungsmitglied der Steinfurter Tafel.

„Viele Alleinstehende sind dabei, hier finden sie Kontakt und tun etwas Gutes“, fügt ihre Kollegin Aenne Köllen hinzu, die ebenfalls seit zehn Jahren für die Tafel im Einsatz ist.

Angefangen haben die Gründungsmitglieder 2007 mit Privatfahrzeugen und einem Dutzend Ehrenamtlichen. Der Anstoß kam damals aus den katholischen und evangelischen Kirchengemeinden. Die Konfrontation mit Bedürftigen im Gemeindebüro stellte Mechthild Luda und Aenne Köllen vor die Frage, was sie konkret vor Ort tun können. Die Idee der Steinfurter Tafel war geboren.

Mittlerweile ist die Tafel mit zwei Lieferwagen und dem Gebäude an der Bahnhofstraße gut ausgestattet. Kooperationen mit dem Einzelhandel bilden die Basis für die Arbeit. Hier werden die Lebensmittel täglich von Montag bis Samstag abgeholt. Hinzu kommen Geld- und Sachspenden. Die Fixkosten für Miete und Energiekosten tragen die Kirchengemeinden. Im Rahmen besonderer Aktionen spenden Unternehmen Schulranzen, Adventskalender oder Bücher, die an die Kunden weitergegeben werden.

„Was hier geleistet wird, kann man nur ermessen, wenn man selber dabei ist“, meint Pfarrer Guido Meyer-Wirsching, der einmal in der Woche selber Hand anlegt und die Ehrenamtlichen beim Sortieren und Austeilen unterstützt. Es sei eine anstrengende Arbeit, nicht nur körperlich sondern auch psychisch, da man viele bewegende Geschichten höre. „Die Tafel arbeitet wie ein mittelständisches Unternehmen“, ergänzt Pfarrer Holger Erdmann. Es sei eine enorme logistische Leistung, die allein durch Ehrenamtliche bewältigt würde.

Gesellschaftliche Veränderungen schlagen sich auch in der Anzahl der Kunden nieder. „Zurzeit haben wir rund 1300 Menschen, die bei uns einkaufen“, so Mechthild Luda, „Tendenz steigend“. Viel mehr dürfte es aber nicht werden, um die Belastbarkeit der Ehrenamtlichen nicht überzustrapazieren.

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Am Dienstag (5. Dezember) soll im Rahmen einer Andacht um 17 Uhr in der Kleinen Kirche und bei den anschließenden Feierlichkeiten im Gemeindezentrum das Engagement der Ehrenamtlichen gewürdigt werden.

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