Gesundes Frühstück in den Kindergärten
Die Brotdose hat ausgedient

Borghorst -

Gesund muss nicht heißen, dass es nicht schmeckt. Das lernen die Kids in den Borghorster Kindergärten St. Martin, St. Josef, St. Nikolaus und St. Theresia jetzt schon beim Frühstück. Das bereiten die Kleinen nämlich seit einem Jahr gemeinsam mit Erziehern tagtäglich selbst zu.

Mittwoch, 29.11.2017, 20:00 Uhr
Wenn Raimund Wollny kommt, wird gekocht und gebacken, was das Zeug hält. Der ehemalige Küchenchef des Heinrich-Roleff-Hauses ist jeweils einmal im Monat in vier Kindergärten in Borghorst zu Gast und zaubert mit den Kindern etwas Leckeres.
Wenn Raimund Wollny kommt, wird gekocht und gebacken, was das Zeug hält. Der ehemalige Küchenchef des Heinrich-Roleff-Hauses ist jeweils einmal im Monat in vier Kindergärten in Borghorst zu Gast und zaubert mit den Kindern etwas Leckeres. Foto: nn

Es gibt nicht immer nur Brot mit Käse und Obst. Ab und zu kommt ein Pfannkuchen auf den Tisch, dann und wann wird Rührei gemacht und für kleine Schleckermäuler wird auch mal Nutella angeboten. Das Frühstück ist abwechselungsreich, ausgewogen und es ist vor allem in den Kindertagesstätten selbst zubereitet – und die Kinder packen dabei mit an.

Seit einem Jahr wird in den katholischen Kindergärten St. Martin, St. Josef, St. Nikolaus und St. Theresia in Borghorst das Frühstück täglich morgens von Erzieherinnen und Kita-Kindern zusammengestellt. Auf die Brotdose mit Essen von Zuhause wird in den vier Einrichtungen seitdem verzichtet. Anfang vergangenen Jahres wurde dieses Modell vier Wochen lang in den katholischen Kindergärten getestet, vier Einrichtungen entschieden sich schließlich dazu, das gemeinsame gesunde Frühstück dauerhaft einzuführen.

Pro Monat wird dafür eine Pauschale von zehn Euro von den Eltern eingezogen, das hatten die Elternräte so beschlossen. Unterstützt werden die Kindergärten zudem durch den Borghorster Einzelhandel. Und das gesunde Frühstück kommt an. „Alle sind zufrieden“, sagt Francis Krösmann, als Verbundleiterin gemeinsam mit Kerstin Lüken-Stoke für die sieben katholischen Kindergärten in der Gemeinde St. Nikomedes zuständig. Die anfängliche Skepsis vonseiten der Erzieher, aber auch der Eltern ist verflogen.

„Für die Erzieher ist es mehr Aufwand. Manche Eltern hatten Sorgen, weil sie nicht wissen, was ihr Kind gegessen hat. Es gibt ja auch schlechte Esser“, beschreibt Krösmann die Bedenken vor Beginn des Projekts. Die haben sich gelegt. Das gemeinsame Frühstück ist Teil der pädagogischen Arbeit, die Kinder lernen sich gruppenübergreifend kennen, und auch die Eltern wissen: Mein Kind ist gut versorgt.

Seit knapp einem Monat hat das Projekt noch eine weitere Komponente bekommen. Einmal pro Monat besucht mit Raimund Wollny der ehemalige Küchenchef des Heinrich-Roleff-Hauses jede der vier Einrichtungen und zaubert mit den Kindergartenkindern leckere Gerichte. „Er ist auf uns zugekommen und hat gefragt, ob er uns unterstützen kann und wir haben das sehr begrüßt“, erklärt Krösmann, wie die Zusammenarbeit zustande kam. Die Finanzierung wird über das Frühstückskonto abgedeckt.

Wollny kauft ein, bringt sein Equipment mit und bereitet dann mit den Kindern ein Essen vor. „Jeder Vormittag kann anders aussehen“, sagt Kerstin Lüken-Stoke. „Mal macht er etwas in kleinen Gruppen, mal kocht er nur mit den Vorschulkindern.“ Krösmann und Lüken-Stoke sind sich einig: „Das ist eine Bereicherung für die Einrichtungen.“ Vier der sieben Kindergärten haben das Projekt, die anderen könnten nachziehen, wenn sie möchten. Krösmann: „Die Möglichkeit besteht.“

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