Primark-Eröffnung: Jugendliche sind geteilter Meinung
Billig, billig, zu billig?

Primark öffnet in Münster seine Pforten – und erntet sowohl Proteste als auch Zustimmung. Bereits vor Eröffnung schlugen die Wellen in sozialen Netzwerken hoch. Lässt Primark unter menschenrechtswidrigen Bedingungen unter menschenrechtswidrigen Bedingungen nur Wegwerfwaren produzieren oder ist das irische Unternehmen ein Gewinn für Münster? Darüber sind auch die Jugendlichen in Steinfurt sind geteilter Meinung.

Donnerstag, 30.11.2017, 14:24 Uhr aktualisiert: 01.12.2017, 15:35 Uhr
Primark hat in der münsterischen Innenstadt am Donnerstag eröffnet. Das Echo bei den Jugendlichen ist geteilt. Trotzdem wird sich die Filiale für das irische Unternehmen lohnen.
Primark hat in der münsterischen Innenstadt am Donnerstag eröffnet. Das Echo bei den Jugendlichen ist geteilt. Trotzdem wird sich die Filiale für das irische Unternehmen lohnen. Foto: dpa

Hosen für einen Zehner, T-Shirts für fünf Euro und sechs Paar Socken für zwei Euro. Wer schon einmal in einem Primark war, weiß, mit welchen Schleuderpreisen die Unmengen an Klamotten, die sich bergeweise in dem Laden stapeln, verkauft werden.

Nach Dortmund und Enschede hat passend zur Weihnachtszeit am 30. November jetzt auch ein Primark-Store in Münster eröffnet. Da, wo früher Sinn Leffers war, erstreckt sich nun ein neues Gebäude aus modernem, grauen Stein. Schon rein optisch ein kleiner Stilbruch in der doch sehr alten und traditionell gehaltenen Innenstadt. Knapp 350 Läden, davon mehr als 20 in Deutschland, und über 73 000 Mitarbeiter stehen unter der Flagge von Primark.

Schon als im Frühjahr dieses Jahres das Gerücht aufkam, dass das irische Textilgeschäft in Münster eine Filiale eröffnet, meldeten sich viele Kritiker zu Wort. Sie wollen das doch umstrittene Unternehmen nicht in ihrer Stadt haben. Gleichzeitig zur Eröffnung fanden einige Gegenveranstaltung statt, die über den momentanen Wegwerf-Trend der Modewelt informieren wollen und dabei konkret gegen Marken wie Primark vorgehen.

Die Modekette selber plädiert nach wie vor dafür, dass die Produktion ihrer Textilien unter keinen schlechten Bedingungen stattfinde und viele Klamotten-Läden den gleichen Einkaufspreis hätten, so Wolfgang Krogmann, Deutschland-Chef von Primark.

Ganz überzeugt sind die meisten aber noch nicht. So findet Maja Ungruhe, Schülerin in Steinfurt: „Der Primark passt nicht in das Konzept der münsterischen Innenstadt. Fast alle anderen Geschäfte dort setzen auf faire Preise und ausgewählte Kleidung statt auf billige Ware und Masse.“ Damit bestätigt sie die wohl bei den Diskussionen auf Facebook am meisten vertretende Meinung.

Hanna E., 15 Jahre und ebenfalls Schülerin in Steinfurt, vertritt eine ähnliche Meinung: „Meiner Meinung nach sind die Läden von Primark immer sehr unordentlich und durcheinander. Außerdem passt der Laden nicht in das Bild der Innenstadt. Ich gehe lieber in anderen Läden einkaufen.“

Doch gibt es neben den negativen Stimmen auch Jugendliche, die sich auf die Eröffnung freuen. „Ich finde es gut, dass Primark nach Münster kommt. Der nächste ist recht weit weg und so muss man nicht mehr so weit fahren. Dadurch, dass sie so viele günstige Produkte haben, kann man dort öfter vorbeischauen“, erzählt Birte Winkelhaus, 15 Jahre. Dadurch lässt sich das vielfältige Bild, welches Primark in der jungen Generation hinterlassen hat, ganz gut zusammenfassen.

Obwohl Jugendliche sonst eine der Hauptzielgruppen des Unternehmens sind, scheinen viele inzwischen skeptisch geworden zu sein. Doch sehr wahrscheinlich wird es im Primark Münster genau so sein, wie in jeder anderen Filiale. Viele Leute werden dort einkaufen und den andauernden Wegwerf-Trend unterstützen.

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