Spendenaktion für das Stiftskreuz
Elisabeth rückt zur Seite

Borghorst -

Die heilige Elisabeth muss ihren prominenten Platz links neben dem Altar in der Nikomedeskirche für das Stiftskreuz räumen. „Damit ihr der Abschied nicht so schwer fällt, wird sie in die Reha geschickt und umfangreich restauriert“, erläuterte Pfarrer Markus Dördelmann am Donnerstag vor der Presse. In die Wand soll ein Panzerglasfenster eingelassen werden und den Blick auf den neuen Standplatz des wertvollen Reliquiars freigeben. Es wird nach den aktuellen Plänen der Pfarrgemeinde in der Stiftskammer eine „garantiert sichere Heimat finden“, so Dördelmann. Damit

Donnerstag, 18.01.2018, 17:16 Uhr
Pfarrer Markus Dördelmann kann sich auf den Beistand von Landrat Dr. Klaus Effing und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer verlassen, die kräftig die Werbetrommel für die Spendenaktion rühren wollen.
Pfarrer Markus Dördelmann kann sich auf den Beistand von Landrat Dr. Klaus Effing und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer verlassen, die kräftig die Werbetrommel für die Spendenaktion rühren wollen. Foto: Axel Roll

der Umbau der Kammer und die Installation modernster Sicherheitstechnik in Angriff genommen werden kann, muss die Gemeinde allerdings vorher an die 160 000 Euro an Spendengeldern sammeln. Die Aktion hat einen doppeldeutigen Namen: „Es ist ein Kreuz.“ Kleingedruckter Zusatz: „Unser Schatz kommt zurück.“

Pfarrer Markus Dördelmann hat nicht die leisesten Zweifel: „Das werden wir schaffen.“ Für den Start der Sammlung hatte er zwei politische Schwergewichte eingeladen: Landrat Dr. Klaus Effing und Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer werden kräftig die Werbetrommel rühren. Außerdem startet die Sammlung mit einem Guthaben von 11 111,11 Euro, die Spender bereits eingezahlt haben.

Die spektakuläre Rückkehr des Stiftskreuzes

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  • Es wird bei hohen Kirchenfeiertagen in der Lithurgie verwandt. Das Bild zeigt Weihbischof Hegge beim Fest Kreuzerhöhung.

    Foto: Axel Roll
  • Das Stiftskreuz ist ein über 1000 Jahre altes Reliquiar, das eines der wichtigsten Wahrzeichen von Borghorst ist.

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  • Um es öffentlich auszustellen, wurde eine Glasvitrine angeschafft, aus der es am 29. Oktober 2013 ohne große Anstrengung der drei Täter gestohlen wurde.

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  • So kennen die Borghorster ihr Stiftskreuz.

    Foto: Axel Roll
  • So kennen die Borghorster ihr Stiftskreuz

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  • Es wurde zu besonderen Ausstellungen in aller Welt immer wieder ausgeliehen.

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  • Nach dem Diebstahl erinnerte eine Kerze in der Glasvitrine an den unersetzlichen Kirchenschatz

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  • Im vergangenen Jahr stand der mutmaßliche Drahtzieher des Diebstahls vor Gericht.

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  • Derweil wurde der Diebstahl für eine ZDF-Produktion in Borghorst nachgedreht.

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  • Derweil wurde der Diebstahl für eine ZDF-Produktion in Borghorst nachgedreht

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  • Derweil wurde der Diebstahl für eine ZDF-Produktion in Borghorst nachgedreht. Dabei wurde auch die Festnahme der Diebe nachgestellt, die sich so nicht abgespielt hat.

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  • Derweil wurde der Diebstahl für eine ZDF-Produktion in Borghorst nachgedreht

    Foto: Axel Roll
  • Derweil wurde der Diebstahl für eine ZDF-Produktion in Borghorst nachgedreht

    Foto: Axel Roll
  • Derweil wurde der Diebstahl für eine ZDF-Produktion in Borghorst nachgedreht

    Foto: Axel Roll
  • Stolz präsentierte im Bischof Felix Genn im Februar 2017 das zurückgekaufte Stiftskreuz.

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  • Am Donnerstag wurde der Startschuss für die Spendenaktion mit Landrat Klaus Effing und Bürgermeisterin Bögel-Hoyer gegeben.

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Für Markus Dördelmann gehört das Kreuz zurück in die Kirche. „Es ist ein Reliquiar und damit ein Anbetungsgegenstand.“ Darum gebe es auch keine Kopie. In einem Museum würde das Original auf seine kunsthistorische Aussage reduziert und „könnte nie die Verbindung zum Betrachter aufbauen, die es in der Kirche aufbauen kann“.

Der Platz in der Stiftskammer ist sicher, davon sind die Verantwortlichen überzeugt. Welche Vorkehrungen getroffen werden, um dunklen Gestalten den Appetit auf den unbezahlbaren Kirchenschatz zu verderben, will Dördelmann natürlich nicht verraten. Nur so viel: „Wir haben mehr geplant, als die Versicherungen vorgegeben haben.“ Mit denen und dem Bistum befinde man sich gerade in der Feinabstimmung.

Durch den Diebstahl und die spektakuläre Wiederbeschaffung hat das 1000 Jahre alte Kreuz mittlerweile einen Bekanntheitsgrad erreicht, der noch nie größer war. „Das wird auch positive wirtschaftliche Auswirkungen auf den Tourismus in der Stadt haben“, ist Bürgermeisterin Claudia Bögel-Hoyer überzeugt. Landrat Dr. Klaus Effing sekundierte: „Das Kreuz erreicht weit über die Kirche hinaus zahlreiche Menschen.“ Wann der goldene Identitätsstifter zurückkommt, kann Pfarrer Dördelmann noch nicht sagen. „Wir als Gemeinde sind da schon ein bisschen drängelig“, möchte er es auf jeden Fall noch in diesem Jahr wieder in Borghorst haben. Schließlich feiert das Damenstift in diesem Jahr sein 1050. Jubiläum.

Auch über das Wie hat Dördelmann genaue Vorstellungen: „Das hier ein Sicherheitswagen vorgefahren kommt und die Leute klatschen, wenn das Kreuz ausgeladen wird, das kann es nicht sein.“ Die schon einmal angesprochene Prozession von Münster zurück nach Borghorst, das wäre schon was. Der Pfarrer ist überzeugt: „Da würden Tausende mitgehen.“

Mit der Frage, was denn passiert, wenn die 160 000 Euro nicht zusammenkommen, wollen sich Dördelmann, Effing und Bögel-Hoyer gar nicht beschäftigen. „Wir haben keinen Plan B“, stellte die Bürgermeisterin klar. Und das Gemeindeoberhaupt ist überzeugt: „Das Kreuz wirkt.“ Selbst in Dimensionen, die „wir noch nicht erahnen“.

Zum Thema

Das Spendenkonto: Darlehenskasse Münster eG, IBAN DE22 4006 0265 0003 8990 01, BIC GEBNODEM1DKM, Stichwort Stiftskreuz Borghorst

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