Mi., 14.03.2018

Karin Maib engagiert sich für Bildungsprojekt in Ghana Jeder Cent kommt an

Groß war die Freude, als der Verein einen Kleintransporter nach Ghana schickte, der jetzt als Schulbus dient.

Groß war die Freude, als der Verein einen Kleintransporter nach Ghana schickte, der jetzt als Schulbus dient.

Burgsteinfurt - 

Warum sie sich ausgerechnet für Ghana engagiert? Karin Maib fallen zig Erlebnisse ein. Ein Beispiel: „Wenn die Grundschüler an dir vorbeilaufen und einer nach dem anderen voller Stolz auf seine Schulter tippt und sagt: mein Rucksack.“ Den haben die Jungen und Mädchen aus Burgsteinfurt, genäht von den Frauen der Evangelischen Kirchengemeinde. Unterstützung wie diese erhalten Karin Maib und ihre Mitstreiter – zum Glück – sehr häufig.

Von Axel Roll

Allerdings ist diese Hilfe auch dringend notwendig. Der Verein Maase Peniel Prayer Ministries (MPPMI) International, dessen Vorsitzende Karin Maib ist, unterhält in dem 3000-Seelen-Dorf Akyem Maase, drei Autostunden von Ghanas Hauptstadt Accra entfernt, mittlerweile eine Vor- und Grundschule für insgesamt 320 Kinder. Komplett mit Lehrern, Köchen, Fahrern und allem, was dazu gehört. Und selbst wenn die zweite Grundschule gerade erst langsam gen Himmel wächst, ist die Liste der Projekte lang, die die Ghana-Freunde noch realisieren möchten. Karin Maib: „Ein Waisenhaus wäre toll.“

Auch wenn Ghana als eines der fortschrittlicheren Länder Afrikas gilt, ist die Not dort groß, weiß Karin Maib nicht zuletzt durch ihre vier Besuche dort. „Es ist Entwicklung da, aber durch die Korruption wird vieles blockiert.“ Hunger, Not und Elend sind in allen denkbaren Ausprägungen allgegenwärtig.

Und um diese Missstände zu beseitigen, setzt der Verein ganz unten an der Wurzel an. Bildung ist das Zauberwort. Darum können sich Karin Maib und ihr Förderkreis, der über ganz Deutschland verteilt ist, gut vorstellen, irgendwann einmal Ausbildungsstellen anzubieten.

Das Engagement für Ghana entwickelte die Burgsteinfurterin durch die Kontakte zu Pastor Philip Asamoah, der das Projekt in Akyem Maase initiiert hat. Der Geistliche geht in den nächsten Monaten in Deutschland wieder „auf Tournee“, um für Unterstützung zu werben. Er wird selbstverständlich in Burgsteinfurt Station machen.

Der Verein setzt zwar in erster Linie auf finanzielle Hilfen, hat aber schon einige Mal Hilfstransporte auf eigene Faust in das Land am Atlantischen Ozean organisiert. „Das war eine sehr große Herausforderung“, erinnert sich Karin Maib. Es ging immer darum, einen gebrauchten Kleintransporter, der in Ghana als Schulbus genutzt wird, voll mit Hilfsgütern sicher in das kleine Örtchen zu bringen. Ganz ohne Verluste ging das nur in einem Fall über die Bühne.

MPPMI feiert im nächsten Jahr den ersten runden Geburtstag. Der Verein wird zehn Jahre alt. „Wir überlegen, ob wir aus diesem Anlass ein großes Afrikafest veranstalten“, erläutert die Vorsitzende. Auf das Geschaffte können die Mitglieder schon ein wenig stolz sein. Was der Burgsteinfurterin besonders wichtig ist: „Von den gespendeten Geldern kommen wirklich 100 Prozent beim Projekt an.“ Der Vorstand arbeite komplett ehrenamtlich. „Nur die Briefmarken werden bezahlt.“ Und in Ghana selbst, wo ohne Bestechung eigentlich so gut wie gar nichts läuft, werde das Vereinsportemonnaie für Schmiergelder aus Prinzip nicht geöffnet.

Relativ neu ist das Angebot, für 30 Euro im Monat eine Patenschaft für ein Schulkind in der dortigen Gemeinde zu übernehmen. „Das wird gut angenommen“, freut sich Vorsitzende. Zum Glück. Denn, wie oben beschrieben, die Liste der noch zu realisierenden Projekte ist lang. . .

 



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